1. Startseite
  2. Lokales (Augsburg)
  3. Lässt die Stadt die Bäder untergehen?

27.01.2010

Lässt die Stadt die Bäder untergehen?

Für Stadtrat Willi Leichtle (SPD) steht fest: Eine Schließung des Alten Stadtbads wäre erst der An fang vom Ende. Er befürchtet, dass, wenn das Stadtbad erst einmal verkauft ist, dann noch weitere Einrichtungen geschlossen werden könnten. Seine Fraktion wolle sich an einem Bädersterben aber in keinem Fall beteiligen, betont er vehement. 4,4 Millionen Euro Investitionsbedarf gibt es laut Leichtle für die städtischen Hallen- und Freibäder. "Und was sind im Haushaltsentwurf eingeplant? 0 Euro. Da sieht man doch schon, in welche Richtung es geht", sagt er.

Für Stadtrat Willi Leichtle (SPD) steht fest: Eine Schließung des Alten Stadtbads wäre erst der Anfang vom Ende. Er befürchtet, dass, wenn das Stadtbad erst einmal verkauft ist, dann noch weitere Einrichtungen geschlossen werden könnten. Seine Fraktion wolle sich an einem Bädersterben aber in keinem Fall beteiligen, betont er vehement. 4,4 Millionen Euro Investitionsbedarf gibt es laut Leichtle für die städtischen Hallen- und Freibäder. "Und was sind im Haushaltsentwurf eingeplant? 0 Euro. Da sieht man doch schon, in welche Richtung es geht", sagt er.

Dabei besteht ein gewaltiger Sanierungsbedarf bei den Bädern. "Wir stecken mitten im Sanierungsstau", bestätigt Werner Steierberg, Bereichsleiter Bäder im Sport- und Bäderamt. Das Familienbad am Plärrer wurde zwar in den vergangenen Jahren für 4,3 Millionen Euro erneuert. Doch fertig ist es noch lange nicht. Das Gaststättengebäude, das aus den 30er Jahren stammt, hat statische Probleme. Es gibt Setzungen im Untergrund. Ein Wärmeraum und Duschen sind im ehemaligen Bademeisterhaus geplant. "Doch dieser Bauabschnitt ist zurückgestellt", so Steierberg.

Neues Becken im Sportbad steht in den Sternen

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Wann das Sportbad für rund 1,35 Millionen Euro ein neues Schwimmbecken und einen Sprungturm samt eigenem Becken erhält, steht in den Sternen. Der Projektbeschluss für dieses Vorhaben stammt aus dem Jahr 2008. Auch die Statik des Lehrschwimmbeckens im Hallenbad an der Schwimmschulstraße (für Schulen und Vereine) lässt zu wünschen übrig: Behelfsmäßig stützen dort Balken den Betonboden des Beckens. Steierberg: "Der Beton kann dort sonst das hohe Gewicht des Wassers nicht mehr tragen."

Haunstetter Naturfreibad wird wohl im Mai nicht eröffnet

Die Liste der Maßnahmen ist damit noch lange nicht beendet. Während im Bärenkeller-Freibad diesen Winter die Frostaufbrüche am Becken repariert und im Fribbe das Planschbecken erneuert wurde, wird das Haunstetter Naturfreibad nach der Winterpause wohl gar nicht mehr eröffnet. Rund 300 000 Euro würde eine Teilsanierung kosten. Nur damit wäre ein sicheres Betreten der Anlage möglich. Eine Rundumerneuerung kostet nach Schätzungen des Bäderamtes 600 000 Euro und mehr. Zu viel für die Stadt.

Der ungebremste Sparwille im Bäderetat ist Wasser auf die Mühlen der Opposition. "Schüler und vor allem auch ältere Menschen wären in ihrem Freizeitverhalten beschnitten. Wenn ein Bad seine Pforten schließt, müsste ein anderes einspringen und Schul- und Vereinsgruppen aufnehmen", so Leichtle.

Es gebe hierfür aber nirgends freie Kapazitäten. Kämmerer Hermann Weber bestätigt, dass für dieses Jahr keine Investitionen geplant sind. "Aber es wurde auch nichts Gravierendes angemeldet", so Weber. Nicht einmal der sonst übliche 500 000-Euro-Etat ist drin. Somit darf es in diesem Jahr auch zu keinen größeren Reparaturen kommen. "Wenn eine Umwälzpumpe kaputt geht und es kein Geld für eine neue Anschaffung gibt, muss das Bad stillgelegt werden", sagt Steierberg.

Derzeit befindet sich sein Büro im Bundesleistungszentrum am Eiskanal, das im Herbst abgerissen wird. Im Mai soll das Sport- und Bäderamt in die Räumlichkeiten des Alten Stadtbads ziehen. 90 000 Euro sind im Entwurf des Haushaltsplans für den Umzug vorgesehen, wirft Karl-Heinz Schneider, stellvertretender SPD-Fraktionschef, ein. Dass das bei einem Verkauf des Bades ein kurzes Gastspiel sein könnte, sieht Kämmerer Weber anders. "Die Räume können vielleicht beim neuen Besitzer angemietet werden."

Themen Folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

Lesen Sie dazu auch
Copy%20of%20_WYS1842.tif
Augsburg

Plus Gastronomen-Brüder Seferi sind wieder auf Expansionskurs

ad__web-mobil-starterpaket-099@940x235.jpg

Webseite und App freischalten!

Die schnellsten Lokalnachrichten - live,aktuell und multimedial.
Alle Online-Inhalte auf allen Endgeräten zu jeder Zeit, mtl. kündbar.
Damit sind Sie daheim und im Büro immer auf dem Laufenden.

Zum Web & Mobil Starterpaket