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Augsburg

20.02.2019

Lagerhallen sollen Wohnungen weichen

Diese Lagerhalle im Dierig-Gewerbepark wird abgerissen. Sie befindet sich in dem Bereich, wo künftig bis zu 200 Wohnungen und ein Parkhaus für die gewerblichen Mieter und ihre Kunden entstehen.
Bild: Annette Zoepf

Auf dem Dierig-Areal in Pfersee-Nord sind bis zu 200 Wohneinheiten zur Miete geplant. Der Investor ist nicht glücklich, dass sich das Bebauungsplanverfahren so lange hinzieht.

Wohnbauflächen sind äußerst gefragt, teilweise werden sogar Gewerbeareale umgewidmet. Auch der Dierig-Konzern möchte an seinem Stammsitz im Norden Pfersees diesen Weg beschreiten. In seinem Dienstleistungszentrum sollen bis zu 200 Wohnungen entstehen. Publik machte der Vorstand diese Pläne bereits 2015, damals war von einem Baubeginn im Jahr 2018 die Rede.

Die Hallen, die den Neubauten weichen müssen, stehen aber immer noch und dienen Dierig und Mietern als Lagerfläche. Vorstandsvorsitzender Christian Dierig ist darüber nicht glücklich: „An uns liegt es nicht, dass das so lange dauert“, sagt er. Sein Vorstandskollege Benjamin Dierig, der die Immobiliensparte betreut, spricht von zwei Jahren Zeitverlust. Es sei ein Segen, „dass uns das Grundstück gehört, sonst hätten wir auch noch hohe finanzielle Verluste“.

Stadt: Investor kann Bauantrag einreichen

Baureferent Gerd Merkle verweist auf das aufwendige Bebauungsplanverfahren, bei dem zwischen der Christian-Dierig- und der Eberlestraße eine rund acht Hektar große Fläche neu überplant wird. Dies reiche von Grün- und Verkehrsflächen bis hin zu Wohn-, Misch- und Gewerbegebiet. Die entsprechenden Regelungen wurden laut Merkle in einem städtebaulichen Vertrag zwischen Dierig und der Stadt fixiert. Derzeit würden die Unterlagen von den Planern der Firma Dierig vorbereitet. „Sobald diese der Stadt vorliegen, kann der Bebauungsplan zur Rechtskraft geführt werden“, so der Baureferent. Er rechnet mit einem Beschluss in diesem Frühjahr. Unabhängig davon könnten bereits jetzt vom Investor Bauanträge eingereicht werden.

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Die Verantwortlichen wollen nicht darüber spekulieren, wann die Hallen abgerissen werden. Fakt ist, dass nach dem Abbruch, aber vor dem Bau der Wohnungen ein Parkhaus entsteht. Dieses ist für die gewerblichen Mieter und ihre Kunden bestimmt. Benjamin Dierig kalkuliert mit einem Baubeginn Mitte 2020.

Mit den Zusammenbruch der Textilindustrie schuf sich die Dierig-Holding mit der Immobilienbranche ein   zweites Standbein. Seit 1998 gibt es eine eigene Immobiliensparte, die unter anderem das Schlachthof-Gelände entwickelt hat. 2018 stieg die Dierig Holding AG zudem bei Peter Wagner Immobilien ein.

Dierig will ausschließlich Mietwohnungen bauen

Am Rande des Dienstleistungszentrums errichtete die Holding vor längerem das Pflegezentrum Christian-Dierig-Haus und veräußerte Grundstücke an Wohnbauträger. Mit den geplanten Wohnungen in Pfersee wolle man, so Christian Dierig, „das Portfolio nochmals erweitern“. Bei den bis zu 200 Einheiten werde es sich ausschließlich um Mietwohnungen handeln, ein Teil davon gefördert. „Wir bauen sie selbst und behalten sie auch.“

Dierig schließt Kita nicht rigoros aus

Immer wieder wird der Wunsch nach dem Bau einer Kindertagesstätte geäußert, vor allem seitens der Bürgeraktion Pfersee. Sie sieht die „soziale Komponente“ auf dem Dierig-Areal mit dem Pflegezentrum und einer Wohneinrichtung für minderjährige Flüchtlinge nicht erfüllt. Aktuell ist laut Benjamin Dierig kein Kitabau geplant, „wir wollen ihn aber nicht rigoros ausschließen“. Vor einigen Jahren sei man nahe an diesem Thema dran gewesen, als Mieter auf dem Areal ein Bildungshaus verwirklichen wollten. Dieses Projekt habe sich jedoch zerschlagen.

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