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Bund und Länder wollen Feiern in öffentlichen Räumen auf 50 Teilnehmer beschränken
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08.10.2009

Lange um kleinere Klassen gekämpft

Haunstetten Erstaunt waren nicht nur die Zuhörer bei der Informationsveranstaltung der CSU im Trachtenheim, als Gäste über die Bedingungen an der Johann-Strauß-Grundschule klagten (wir berichteten). Von der Kritik wurden auch Rektorin Margit Vogt und Elternbeiratsvorsitzende Jacqueline Sagasser überrascht und stimmten einer Besichtigung vor Ort zu.

Der Unmut einer Teilnehmerin bei der Veranstaltung mit Oberbürgermeister Kurt Gribl und Baureferent Gerd Merkle richtete sich zum einen gegen einen angeblich zu kleinen Raum für die Klasse 1 e sowie Probleme mit Schimmel an der Schule. Sie erklärte, mehrere Eltern forderten die Aufteilung der 1 e auf die vier anderen ersten Klassen.

Falsche Wahrnehmung am ersten Schultag

Sagasser vermutet, dass es am ersten Schultag bei einigen zu einer falschen Wahrnehmung kam. "Wenn die Schulanfänger mit ihrer großen Tüte, ihren Eltern und die Verwandten in dem Zimmer stehen, wird es natürlich eng." Dass der Raum den Vorschriften entspricht, bestätigte Gisela Klaus, zuständige Schulrätin für Haunstetten und Göggingen: "Das Zimmer hat eine Größe von 58 Quadratmetern. Auf dieser Fläche dürfen bis zu 30 Kinder unterrichtet werden." In dieser Klasse seien es 20.

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Die Forderung, die Klasse aufzulösen, stieß bei Klaus, Vogt und Sagasser auf strikte Ablehnung. Die Schulrätin verwies darauf, dass die bayerischen Großstädte wegen des höheren Migrantenanteils sehr lange um kleinere Klassen gekämpft haben und dies heuer vom Kultusministerium bewilligt wurde.

"An der Johann-Strauß-Grundschule lag die Zahl knapp über der festgelegten Grenze von 25 Schülern, weswegen wir eine zusätzliche Klasse eröffnen durften. Glücklicherweise stand sogar noch ein Raum zur Verfügung, sodass es keine Umsetzungsprobleme gab", sagte Klaus. Vogt verwies auf die verbesserte Betreuungsmöglichkeit und die größeren Lernforschritt bei kleineren Klassen.

Laut Sagasser gab es bei einem Elternabend, der in der Zwischenzeit stattgefunden hat, keine Kritik mehr. Die Aufregung hatte sich gelegt. "Ich kann nur an die Eltern appellieren, bei Problemen auf uns zuzukommen. Wir sind immer gesprächsbereit. Es besteht ein sehr gutes Klima zwischen Eltern, Lehrern und Schulleitung."

Der Schimmel im Licht- und Lüftungsschacht wurde laut Sagasser in den Ferien beseitigt. Dies bestätigt auch Manfred Steuer, stellvertretender Leiter des städtischen Schulamtes. "In der Bildungseinrichtung wurden alle Entlüftungsschächte grundsaniert. Laut einem erstellten Gutachten liegt keine Gefahr vor." Die Schule kämpft laut Steuer aber mit einem anderen Problem: einem Marder. Wegen dessen Hinterlassenschaften riecht es im Theaterraum unangenehm. Dort werde die Decke demnächst herausgenommen, gereinigt und die Isolierung erneuert, sagte er.

Darüber hinaus wurden in den Sommerferien für einige tausend Euro undichte Stellen am Dach ausgebessert, das vor einigen Jahren bereits für 106 000 Euro saniert worden war.

Übelkeit aufgrund des schlimmen Geruchs

Eine andere Teilnehmerin im Trachtenheim kritisierte den Zustand der Sanitäranlagen. "Es stinkt so übel, dass die Kinder die Toiletten nicht mehr benutzen wollen und sich teils übergeben", sagte sie. In der Tat roch es beim Termin vor Ort unangenehm, aber nicht so schlimm, dass es nicht zu ertragen wäre. Bei der Schulleitung kennt man das Problem. "Wir haben die Wasserfrequenz der Toiletten schon erhöht und mit der Putzfirma entsprechende Reinigungsmittel gekauft", so Vogt. Sagasser verwies zudem auf die Haltung der Stadt, die sie unterstützt. So sagte Baureferent Merkle im Trachtenheim: "Schimmel und Brandschutz sind momentan wichtiger als Sanitäranlagen."

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