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25.06.2009

Lausige Zeiten an Schulen

Oberhausen/Augsburg Oft wird das Thema schamhaft verschwiegen. Wer spricht schon gerne darüber, dass sich lästige Biester in seinen Haaren niedergelassen haben? Sandra Mildner ist das Thema Kopfläuse nicht peinlich. Im Gegenteil: Die Mutter, deren Kind die Martinschule in Oberhausen besucht, würde sich ein offensiveres Vorgehen der Bildungsstätte in dieser Angelegenheit wünschen. "Ich wollte Informationsflyer aufhängen, durfte nicht und fühle mich sabotiert."

Grund für ihr Vorgehen war ein aktueller Kopflaus-Befall nach den Pfingstferien. Dass die Schule daraufhin nur klassenintern informiert habe, ist Sandra Mildner zu wenig: "Läuse betreffen die ganze Schule. Die Kinder treffen sich in der Pause und haben teilweise auch klassenübergreifenden Unterricht."

Laut Rektor Walter Falke wird das Thema an der Martinschule keineswegs unter den Teppich gekehrt. "Sobald in einer Klasse nur eine Spur von Läusen deutlich wird, werden alle Eltern der jeweiligen Klasse mit einem Merkblatt informiert." Der Kopflausbefall werde zudem dem Gesundheitsamt gemeldet. Und das betroffene Kind dürfe erst wieder in die Schule, wenn es nissenfrei sei. Falke hat, wie er sagt, generell gegen zusätzliche Elterninformationen nichts einzuwenden. Im jüngsten Fall seien die Flugblätter allerdings außerhalb des Schulgeländes am Zaun angebracht worden und für jeden Passanten sichtbar. Das sei ihm dann zu weit gegangen.

Für das staatliche Schulamt sind die lästigen Blutsauger ein immer wiederkehrendes Thema. Laut Leiter Gerhard Nickmann sind alle Bildungsstätten mit den entsprechenden Merkblättern ausgestattet und gehen kompetent mit dem Problem um. Gleichwohl könne er verstehen, dass sich Eltern Sorgen machen. Auch Dr. Ulrich Storr wird als Chef des Gesundheitsamtes regelmäßig mit den lausigen Gästen konfrontiert. Es gebe das ganze Jahr immer wieder Fälle in Schulen und vor allem Kindertagesstätten, eine Häufung zu bestimmten Jahreszeiten sei aber nicht festzustellen.

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Eines stellt Storr klar: "Läuse sind kein Hygieneproblem." Die Übertragung erfolge von Kopf zu Kopf, vor allem Kinder seien betroffen. Aus diesem Grund appelliert er an betroffene Familien, die unliebsamen Parasiten nicht aus Scham zu verheimlichen.

Ein entsprechendes Arzneimittel

Ein Anliegen ist es Storr auch, dass die Merkblätter genau durchgelesen und die Anweisungen exakt befolgt werden. Um die Tierchen rasch loszuwerden, sei die Behandlung mit einem entsprechenden Arzneimittel erforderlich, sagt er. Darüber hinaus sollte benutzte Kleidung möglichst heiß gewaschen werden. Gegenstände, die von Läusen befallen sind, können mindestens drei Tage in einen Plastiksack gepackt werden. Dann sind alle Blutsauger vertrocknet.

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