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Konzert

21.06.2013

Lebensfreude aus Frankreich

Deutschlandpremiere: Manuel Mercier, Sänger der Les Malentendus.
Bild: eric

Les Malentendus gaben inder Ballonfabrik Deutschlandpremiere miteigenwilligen Chansons

„Welcome to our first concert in Germany.“ Mit diesen Worten, sichtlich hocherfreut, eröffnete Manuel Mercier, Sänger und Gitarrist der französischen Folk-Swing-Band Les Malentendus, das Konzert seines Quartetts in der Ballonfabrik. Tatsächlich war es das erste Konzert der Franzosen in Deutschland.

Les Malentendus („die Missverstandenen“) übertrafen alle Erwartungen und schossen gute 80 Minuten lang ein Feuerwerk an druckvoller, lebendiger Musik ab. Ihren Stil zu kategorisieren war hingegen nicht möglich. Hielt der Swing der dreißiger Jahre das Zepter in der Hand, wurde mit aggressiver Stimmlage und wüsten Soli dem Wohlfühlen gegengesteuert. Legten indes Zirkus-Pop oder Balkan-Beat die Grundstimmung, schlich sich die Absurdität eines Tom Waits mit ein.

Es war ein kunterbunter Reigen, der sich da aus den Instrumenten von Manuel Mercier (Gitarre, Gesang), Jean-Michel Manzano (Keyboards), Eric Leguichard (Kontrabass, Saxofon) und Jocelyn Lécuyer (Schlagzeug) schälte; eine geballte Ladung tanzbarer Mixturen, die keinen der Anwesenden ruhig sitzen ließ. Binnen weniger Minuten tanzte ausnahmslos jeder zu den wilden Beats des Quartetts, das nicht allein souverän mit den Instrumenten umging, sondern auch das Maximum aus ihnen herausholte.

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Die französischen Texte, dankenswerterweise vor ihrer Darbietung auf Englisch erklärt, erzählten von all den Dingen, die das Leben so bereithält. Das betraf insbesondere das Leben von Mastermind Mercier, der von der Suche nach seinem Platz in der Gesellschaft sang oder von der ehemaligen bezaubernden Nachbarin Mireille.

Aus Rennes stammen die vier Herren, die eigentlich ein Quintett sind. Wegen eines Trauerfalls in der Familie aber hatte der Tubist Erwan Thobie seine Teilnahme an der kleinen Tour absagen müssen. Gemerkt hat das niemand. Auch in kleiner Besetzung überzeugte das bretonische Wunderding, das getrost als die Zukunft des subkulturellen Chansons betitelt werden darf, und ließ die flimmernde Hitze der Nacht für einige Zeit vergessen.

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