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Kriegshaber

25.04.2013

Lebenshilfe auf dem Linde-Areal

Mitten in Kriegshaber entsteht ein Wohnprojekt für Menschen mit und ohne Handicaps. Ab 2014 soll gebaut werden

Einst stellte die Firma Linde auf dem Areal zwischen Friedhof, Spectrum-Club und Ulmer Straße Industriegase und Kühlungssysteme her. Bald sollen dort Menschen mit und ohne Handicaps leben. Dazu hat die städtische Wohnungsbaugesellschaft (WBG) den Verein Lebenshilfe mit ins Boot geholt. „Die Lebenshilfe ist auf uns zugekommen“, sagt WBG-Chef Edgar Mathe. Derzeit laufen die Planungen für das Fünf-Millionen-Projekt auf dem rund 4000 Quadratmeter großen Grundstück im Zent-rum Kriegshabers. Baubeginn soll im kommenden Jahr sein.

Seit der Umsiedelung der Firma Linde ist das hinter einer unattraktiven Mauer verborgene Brachland den Stadtteilbewohnern ein Dorn im Auge. Ende 2012 wurde bekannt, dass die WBG das Gelände erwerben und baureif machen will. Jetzt haben sich die Pläne, die jüngst der Aufsichtsrat der Wohnungsbaugesellschaft billigte, konkretisiert.

Im Mittelpunkt des Neubauprojekts stehen drei Wohnhäuser. Im hinteren Teil will die WBG zwei Häuser mit insgesamt 28 Wohnungen zwischen zwei und vier Zimmern für ihre Mieter-Klientel errichten. Zur Ulmer Straße hin ist das sogenannte Servicehaus unter Regie der Lebenshilfe geplant. Neben zwei Wohngruppen mit jeweils sechs Zimmern sollen dort auch sechs Zwei-Zimmer-Wohnungen sowie Pflege- und Personalräume untergebracht werden. Zur Synagoge hin könnte sich Mathe eine Gartenanlage vorstellen. Das Vorhaben komplettieren Stellplätze im Freien und in einer Tiefgarage sowie Begegnungsräume, die Menschen mit und ohne Handicaps zusammenbringen sollen.

Lebenshilfe auf dem Linde-Areal

Thomas Kranzfelder von der Lebenshilfe kann Näheres zum Servicehaus sagen. Nach seinen Worten sollen dort Menschen unterschiedlichen Alters leben, die überwiegend geistig beeinträchtigt seien. Für die eher Selbstständigen seien die kleinen Wohnungen gedacht, in denen die Bewohner ambulant betreut werden. „In den beiden Wohngruppen ist eine intensive Betreuung möglich. Bei Bedarf kommen auch ambulante Pflegedienste hinzu“, sagt Kranzfelder.

Die Lebenshilfe betreibt zusammen mit der Wohnungsbaugesellschaft des Landkreises Augsburg in Haunstetten eine Wohnanlage für Menschen mit und ohne Behinderung. Das Vorhaben im Zentrum Kriegshabers ist für ihn ein wichtiger Schritt zur Eingliederung von Personen mit Handicaps. „Hier wird Inklusion im Wohngebiet und nicht auf der grünen Wiese gelebt.“ Während in anderen Teilen Deutschlands bedingt durch den Rückgang der klassischen Wohnheime diese Wohnformen bereits häufiger vertreten seien, hinke der Süden Deutschlands hier noch hinterher, bedauert Kranzfelder.

Bis zum Baubeginn laufen auf dem Gelände noch diverse Vorarbeiten. Laut Mathe müssen Altlasten und Keller verfüllt und ein Tank ausgebaut werden. Auch die Mauer, die später einmal abgerissen wird, soll ansehnlicher gestaltet werden. „Aber zunächst sichern wir den dort beheimateten Nepomuk und restaurieren ihn“, verspricht Mathe. Die Heiligenfigur soll auch in der neuen Wohnanlage einen Ehrenplatz bekommen. Nicht mehr im Paket enthalten ist der Bau einer Kindertagesstätte. Der Bedarf an Betreuungsplatzen soll andernorts im Stadtteil gedeckt werden.

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