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Augsburg

31.01.2019

Lechhausen bekommt Kindergarten mit 50 Plätzen

Warum Amtsleiterin Eva-Maria Hermanns auch mit Fluchtwegen und Personal planen muss.

Mit einem weiteren Neubau in der Steinernen Furt wird sich die Lage in puncto Kinderbetreuung in Lechhausen laut Eva Maria Hermanns „ein gutes Stück weit entspannen“. Wie die Leiterin der städtischen Kindertagesstätten sagt, ist die Verwaltung gerade dabei, ein altes Gebäude für die Nutzung zu ertüchtigen. Weil es den Status eines „Sonderbaus“ habe, brauche es als solcher allerdings noch einen zweiten baulichen Fluchtweg. Dies soll über eine Fluchttreppe gewährleistet werden. Im hinteren Bereich der Immobilie gebe es schöne Grünflächen, die dem Nachwuchs Spielräume im Freien bieten. Es entsteht damit im Stadtteil ein reiner Kindergarten mit 50 Plätzen.

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„Faktisch alles beim Alten“ ist laut Hermanns hingegen in der Lützowstraße, wo man sich mit einem besonderen Arrangement mit der Birkenauschule behelfe. Nachdem der Kindergarten wegen eines undichten Daches nicht mehr nutzbar war, stellte die Stadt Container auf dem Schulgelände auf, um die entstandene Lücke bei der Kinderbetreuung schnell zu schließen. Auch wenn jetzt Geld für den Neubau aus dem Haushalt übertragen wurde und man in den Startlöchern stehe, werden die Container in der Soldnerstraße nicht aufgegeben. Der Abbruch des Altbaus stehe kurz bevor, sodass an der gleichen Stelle der Neubau errichtet werden kann. Schon im vergangenen Jahr war es nicht ganz leicht für die Leiterin der städtischen Kindertagesstätten, den Platzbedarf für den Augsburger Nachwuchs zu decken. Schließlich haben die Eltern seit 2013 einen Anspruch auf eine Unterbringung. Vor allem in Lechhausen und Oberhausen wurde es laut Eva-Maria Hermanns eng. Jetzt wurde ihrer Auskunft nach am Kobelweg (Kriegshaber) ein Objekt angemietet, mit dem das Amt nun ins Baugenehmigungsverfahren für eine Großtagespflege gehe. Sie soll mit zehn Plätzen voraussichtlich im Mai, spätestens Juni an den Start gehen. Zehn weitere Plätze sind in einer zweiten Gruppe bis zum Jahresende geplant.

Die Waschmaschine ist bestellt

Eine weitere Großtagespflege entsteht laut Hermanns in der Schertlinstaße im Hochfeld. Auf einem Gelände hinter dem Restaurant Manyo, auf dem einmal eine Buchbinderei ansässig war, sollen zehn weitere Plätze entstehen, die schon im April mit der Betreuung beginnen werden. „Die Waschmaschine ist bestellt, die Küche eingebaut“, sagt Hermanns zum gegenwärtigen Stand der Vorbereitungen. Obwohl sich die Zahl der Plätze nach Einschätzung der Verantwortlichen „extrem nach oben entwickelt“ hat, spüren die Eltern nach wie vor den Nachfragedruck.

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Die Bedarfsplaner mit ihrer neuen Leiterin Inka Wischmeier betreuen rund 150 Einrichtungen, das Amt von Eva-Maria Hermanns etwa 35. Dennoch betont Hermanns, dass man nicht miteinander in Konkurrenz stehe. „Wir sind alle gemeinsam auf dem Markt“, sagt sie, „und um familienfreundliche Lösungen bemüht.“ Im März, wenn der Abgleich untereinander erfolge, werde man schauen, dass man die Verteilung wieder entsprechend verträglich hinbekomme. Dazu gehöre etwa, jüngere Geschwisterkinder nicht von älteren zu trennen und wenn irgend möglich im gleichen Kindergarten unterzubringen.

Stellen schwer zu besetzen

Eva-Maria Hermanns hat gegenwärtig aber nicht nur mit fehlenden Plätzen, sondern auch mit dem Fachkräftemangel zu kämpfen. Wie auch aus einzelnen Kindertagesstätten berichtet wird, sind manche Stellen auch deshalb nicht schnell zu besetzen, weil es etwa in Horten einer speziellen Qualifikation bedarf, um eine zuverlässige Hausaufgabenbetreuung zu gewährleisten. Um den Beruf des Erziehers oder Kinderpflegers wieder attraktiver zu gestalten, sagt Hermanns, „müssen wir uns etwas einfallen lassen“. Die Bezahlung sei sicher ein Ansatz.

Momentan gestalte sich die Entlohnung wie folgt: Das zweijährige Vorpraktikum als Mittelschüler werde mit 480 Euro im ersten Jahr, mit 530 im zweiten bezahlt. Im folgenden mit Schule kombinierten Berufspraktikum gebe es zwei Jahre lang „nix“. Erst im fünften Jahr werden nach Tarifvertrag 1552 Euro bezahlt. Abiturienten und Fachabiturienten erhalten im dritten Jahr etwa 1300 Euro. „Fünf Jahre sind eine richtig lange Ausbildung“, so die Amtsleiterin, die glaubt, „dass es da etwas anderes braucht.“

In der Reischlestraße soll es für die Beschäftigten der städtischen Kitas eine Betriebskita mit 25 Kindergarten- und zwölf Krippenplätzen geben. Die Vereinbarung von Familie und Beruf sei auch für sie ein Problem. Augsburg ist einer der ältesten Kita-Träger. Seine Erfahrung geht auf das Jahr 1834 zurück.

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