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05.06.2009

Leckerle für knurrende Hunde

Oberhausen "Zustellungsstützpunkt Nord", liest Paula. Sie dreht sich um: "Hier ist also die Post. Aber wo ist das Posthorn?" Paula forscht auf dem weiten Gelände nach dem Postsymbol. Plötzlich sieht sie eines, ruft freudig: "Huhu, Posthorn", und watschelt eilig darauf zu. Doch plötzlich ist es weg. Stattdessen guckt Paula in ein sonnengebräuntes Gesicht, das fröhlich "Hallo Paula, ich bin Eva Maria Geßner" zu ihr sagt.

Von Paula Print und Stephanie Knauer

"Wo ist mein Posthorn?", entgegnet die Zeitungsente verdattert. Jetzt guckt auch Eva Maria ganz erstaunt. Da fällt ihr ein: "Ach so - du meinst das, was hinten auf meiner Berufskleidung abgedruckt ist!" Eva Maria dreht sich um. Tatsächlich: Auf ihrem Rücken prangt ein wunderschönes Posthorn! Paula ist selig. "Du bist also ein echter Postbote", sagt sie bewundernd. "Postbotin", verbessert Eva Maria verschmitzt. "Dann kennst du bestimmt jeden Augsburger?", behauptet Paula. "Iwo!" Eva Maria schüttelt den Kopf: "Ich kenne meinen Bezirk ganz gut. Das ist der Teil von Augsburg, in dem ich die Briefe austrage." "Liest du die Briefe?", fragt Paula listig. "Niemals", wehrt Eva Maria ab. "Das ist streng geheim. Außerdem hätte ich dafür gar keine Zeit." "Ist denn das bisschen Briefe-Einwerfen so stressig?", fragt Paula ungläubig. Da plustert sich Eva Maria auf: "Ein Postbote muss viel mehr können als nur Post einwerfen." "Was denn?", bohrt Paula. "Zum Beispiel sortieren meine Kollegen und ich ab halb sieben Uhr morgens ganz viele Briefe, Zeitungen und Prospekte den Straßen nach in unsere Postfächer ein. Und zwar den Inhalt von ganzen drei Kursen, also Postlastwagen."

Graue Blechkästen zum Zwischenlagern

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Paula macht große Entenaugen: "Wann stehst du denn auf?" "Um vier Uhr", seufzt Eva Maria. "Deshalb bin ich am Donnerstag immer extrem grantig." "Und was tust du noch?", fragt Paula. Eva Maria fährt fort: "Dann trage ich die geordnete Post mit dem Fahrrad aus - bei Wind und Wetter." Paula runzelt die Entenstirn: "Die ist doch am Anfang bestimmt sehr schwer?" "Ein Spaziergang ist es nicht", gibt Eva Maria zu. "Aber es gibt auf unserer Route graue Blechkästen zum Zwischenlagern. Schlimmer sind die Menschen. Neulich", flüstert sie Paula ins Ohr, "da hat jemand glatt einen abgenagten Knochen aus dem Fenster geworfen!" Empört richtet sich die Postbotin auf: "Fast hätte der mich getroffen!" Sofort gelobt sich Paula im Stillen, nie wieder einen Kaugummi aus dem Fenster zu werfen. Er könnte ja ihren Postboten treffen. Dann bekommt sie vielleicht keine bunten Postkarten mehr.

Frische Luft und viel Bewegung

Schuldbewusst wechselt die Zeitungsente das Thema: "Habt ihr Briefträger eigentlich wirklich so viel Angst vor Hunden?" "Ja, wenn sie knurren", gesteht Eva Maria. "Ich hab immer Leckerle dabei. Die haben mir schon oft sehr geholfen." "Du hast ja einen aufregenden Beruf", stellt Paula fest. "Aber ich habe ihn noch keinen Tag bereut", betont Eva Maria: "Ich bin an der frischen Luft, hab viel Bewegung und bin eigentlich mein eigener Herr." "Herrin", korrigiert Paula naseweis. Eva Maria Geßner lacht, streckt Paula ihre rechte Hand entgegen und schüttelt ihren Flügel: "Tschüs, Paula. Ich muss jetzt noch Post austragen." Schnell schwingt sie sich auf ihr Post-Fahrrad und ist verschwunden.

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