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15.07.2010

Leseplanet verlockt zum Schmökern

Pfersee "Bücherei Pfersee" steht auf einem Schild im Vorgarten eines Wohnhauses mitten im Herzen des Stadtteils. Bunte, von Kinderhand gemalte Pfeile mit der Aufschrift "Hier geht's lang" führen den neugierigen Besucher die Treppe hinauf bis zum Dachboden. Oben angekommen öffnen Jonas und Jana die Tür und präsentieren stolz, was sie in monatelanger Arbeit aufgebaut haben: eine kleine Bücherei, in der es eigentlich alles gibt, was es auch in einer echten großen Bücherei gibt.

Da steht ein Empfangstisch, an dem man einen Leseausweis erwerben kann, da gibt es gemütliche Sitzsäcke, in die man zum Schmökern hineinsinken kann und da gibt es natürlich vor allem eins: eine ganze Reihe an Büchern. Für jedes Alter ist etwas dabei: für die Kinder etwa Klassiker wie Astrid Lindgrens "Pippi Langstrumpf" und für die Erwachsenen sämtliche Romane von Donna Leon. Sogar fremdsprachige Bücher bieten die drei Mitarbeiter Jonas (11), Jana (11) und Jim (10) an. Das Besondere daran ist, dass alles einen kindlichen Charme hat, so etwa die Schale mit den Süßigkeiten auf dem Empfangstisch, in dem ein alter Schokoladenosterhase auf einen neuen Besitzer wartet.

"Eigentlich bin ich kein richtiger Bücherwurm" sagt Jonas, der sich selbst als Manager bezeichnet. Wie andere Kinder seines Alters tobt auch er sich gerne im Garten aus, springt Trampolin oder planscht im Swimmingpool. Dennoch liebt er es, sich bei schlechtem Wetter auf dem Dachboden in Ruhe zurückziehen zu können und dort stundenlang zu lesen.

Gesamter Bestand ist im Computer katalogisiert

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Das kleine Unternehmen, das beinahe ganz in Eigenregie der engagierten Kinder entstand, hat Hand und Fuß: Die Bücher sind alle mit einem Bücherei-Aufkleber und einer Karteikarte versehen. In einem Computer sind alle Bücher und Zeitschriften katalogisiert. Ein professioneller Flyer erteilt außerdem Auskunft über die Öffnungszeiten und Aktionen wie etwa geplante Vorlesestunden oder einen Malwettbewerb. Und wer seine E-Mail-Adresse hinterlässt, erhält regelmäßig Informationen über die Bücherei, die sogar einen eigenen Namen hat: Leseplanet.

Bücher vom Taschengeld gekauft

Die anfänglichen Zweifel der Eltern sind inzwischen der Bewunderung für das engagierte Handeln ihrer Kinder gewichen. Die Nachwuchs-Bibliothekare haben alle Bücher selbst besorgt. Die Bestände stammen teilweise aus den eigenen Kinderzimmern, aus Bücherspenden oder wurden von den Dreien von ihrem eigenen Geld neu gekauft. Die Bücherei soll befreundeten oder bekannten Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen aus der Nachbarschaft die Möglichkeit bieten, sich Bücher auszuleihen oder sich bei einer Tasse Kaffee eine Auszeit vom Alltag zu gönnen.

Kontakt zum Leseplaneten und seinen Machern kann geknüpft werden unter der E-Mail-Adresse:

jjj_lesepla-net_augsburg@yahoo.de.

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