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Augsburg

10.02.2020

Leuchtturmprojekt unterstützt Mittelschüler bei der Berufswahl

Präsentierten das „Leuchtturm-Projekt“ Berufsorientierung Augsburg (BOA) an der Hans-Adlhoch-Mittelschule in Pfersee: v. l. Hermann Köhler, Kultusminister Michael Piazolo, Elsa Koller-Knedlik und Friederike Schneider.
Bild: Silvio Wyszengrad

Das Augsburger Modell für berufsorientierte Maßnahmen wird vom Freistaat als Leuchtturm-Projekt anerkannt und gefördert. Wie Schüler davon profitieren.

Vielen Schülern fällt der Übergang vom Schulalltag ins Berufsleben schwer. Gerade Augsburger Mittelschüler sind vor große Herausforderungen gestellt, wenn es darum geht, einen Ausbildungsberuf zu wählen, sich dafür zu bewerben und das Ziel konsequent zu verfolgen. Auf der anderen Seite bemängelt die Wirtschaft den hohen Facharbeitermangel. Seit Jahren bieten berufsorientierende Maßnahmen an den 14 Augsburger Mittelschulen den Schülern Unterstützung, um den Missstand zu ändern.

Dank der Fachkräfte konnten bislang pro Jahr zwischen 300 und 400 Schüler der Abschlussklassen in Ausbildungsverhältnisse vermittelt werden. Nun wurde die Maßnahme auf neue Beine gestellt: Unter dem Namen Berufsorientierung Augsburg (BOA) setzen Arbeitsagentur, Staatliches Schulamt und die Mittelschulen ab kommendem Schuljahr zusammen mit dem Freistaat dieses „Leuchtturm-Projekt“ um. Der bayerische Kultusminister Michael Piazolo kam am Montag zur Hans-Adlhoch-Mittelschule nach Pfersee, um mit den Kooperationspartnern die Bedeutung des Projekts zu unterstreichen. Leuchtturm-Projekte wären im regionalen Raum verortet und würden das normale Angebot der Mittelschulen erweitern. Die Staatsregierung stelle dafür allen Regierungsbezirken eigens Mittel zur Verfügung.

Augsburger Leuchtturmprojekt hilft gegen Fachkräftemangel

„Die Mittelschüler sind die Jüngsten, wenn sie die Entscheidung treffen müssen, welche berufliche Richtung sie einschlagen wollen“, sagte der Augsburger Bildungsreferent Hermann Köhler. Ihre Talente wären den jungen Menschen oft noch gar nicht bewusst – eine ihnen zur Seite gestellte Fachkraft deshalb sinnvoll. „Sie dient den jungen Menschen als Chancengeber. Der Fachkräftemangel ist in aller Munde. Die Wirtschaft kann auf keinen Abgänger verzichten“, sagte der Bildungsreferent.

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Elsa Koller-Knedlik, Leiterin der Agentur für Arbeit Augsburg, unterstrich die Wichtigkeit, die Mittelschüler nicht „hängen zu lassen“, sondern in ihrem persönlichen Weg zu unterstützen. „Augsburg hat einen sehr hohen Migrationsanteil. Nicht jede Familie kann ihren Kindern die Unterstützung bieten, die sie benötigen.“ Die berufsorientierenden Maßnahmen stellten die Vielfalt der Ausbildungsberufe dar und zeigen Perspektiven auf. „Wenn man junge Menschen fragt, dann wollen sie Manager oder Influencer werden. Wir wollen Möglichkeiten aufzeigen, die für die nächsten fünf bis zehn Jahre funktionieren und Spaß machen“, sagte Elsa Koller-Knedlik. Im durchlässigen Berufssystem habe jeder schließlich die Chance, sich stetig weiterzubilden und zu entwickeln.

Das sagt Kultusminister Michael Piazolo zu dem Augsburger Modell

Kultusminister Michael Piazolo unterstrich die Langfristigkeit des Leuchtturm-Projektes. „So etwas plant man über viele Jahre hinweg. Die Schüler sollen nachhaltig unterstützt werden.“ Die Interessen aus der Wirtschaft und Politik seien gleichermaßen gegeben, wie das Interesse der Mittelschulen. Letztere sollten nicht in Vergessenheit geraten. Zudem sei das Projekt ein wichtiger Baustein für eine gelungene Integration.

Marcel Büschel, Fachkraft für Berufsorientierungsmaßnahmen an Mittelschulen (BOM), an der Hans-Adlhoch-Mittelschule berichtete aus seinem Alltag. So stünden für die Schüler der 7. bis zur 9. Jahrgangsstufe unter anderem Betriebserkundungen, Projekttage und Bewerbertrainings auf dem Programm. BOM-Fachkraft Friederike Schneider betonte, dass es ihre Aufgabe sei, den Schülern den Realitätsspiegel vorzuhalten und Wege aufzuzeigen.

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