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14.02.2013

Liebe, List und Laster

Operettennacht mit Orchester Frank Lippe

Wenn zwei sich streiten, singt umso schöner die Dritte – so ließ das Salonorchester Frank Lippe seine „Operettennacht in Venedig“ geschehen. Ein Sopran und zwei Männerstimmen servierten das Grundanliegen der leichten Muse: Liebe, List und Leidenschaft, Seitensprung und Balzgesang. Höhepunkte der Operette lockten viele Zuschauer ins ausverkaufte Parktheater.

Der Wiener Harald Volker Sommer, früher hier im Ensemble, schob in seiner Conference in freier Dramaturgie die Protagonisten durch die Hitliste der Operette, sodass daraus eine kleine Geschichte entstand: Für wen entscheidet sich Cathrin Lange (Sopran) – für den Tenor (Christopher Busietta) oder den Bariton (Manuel Wiencke)?

Wiencke war der reifere und auch bemühtere Liebesanwärter: Er will als Gutsbesitzer Gondremark nach strenger Jugend die Freuden des Lebens in Offenbachs „Pariser Leben“ nachholen und „Die Stadt mit ihren Reizen“ genießen, trickst sich mit samtener Romanze als Graf Erminio in Millöckers Räuber-Verwirrspiel „Gasparone“ eher aufwendig in die Gunst der Angebeteten, erleidet, gesanglich aufwallend, im „Bettelstudent“ als Oberst Ollendorf Balz-Rückschläge und relativiert sein Vorgehen mit „Ach ich hab’ sie ja nur auf die Schultern geküsst“; er bekennt, dass er nur „Ein armer Wandergesell“ und Künneckes „Vetter aus Dingsda“ ist. Doch er darf sich den flotten Danilo im Bemühen um „Die lustige Witwe“ mit Tenor Busietta teilen, der später im seligen „Lippen schweigen“ auf die Begehrte zusinkt.

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Das Publikum feierte die brillanten Stimmen

Cathrin Lange singt immer schöner, wenn sie umworben wird: mit temperamentvollem „Heja“ als Kálmáns „Csárdásfürstin“, sehnsüchtig wartend „Einer wird kommen“ auf den „Zarewitsch“, zagend mit feinen Zwischentönen als Lehárs „Friederike“ und der Frage „Warum hast du mich wachgeküsst?“. Tenor Busietta hat so nobel artikuliert, dass er mit den Lehár-Schwüren „Dein ist mein ganzes Herz“ und Paganinis „Niemand liebt dich so wie ich“ letztlich als Sieger dasteht. Zum Liebes-Reigen sind alle vereint, wenn Lehár im unverblümten berühmten Balztaumel „Weiber, Weiber“ sozusagen auf Brüderle-Modus schaltet, oder wenn der „Fledermaus“-Schluss „Im Feuerstrom der Reben“ champagnerselig endet. Das Publikum feierte die brillanten Stimmen, ebenso das Salonorchester: Eva Berschet, Agnes Bilowitzki (Violinen), Jakob Janeschitz-Kriegl (Cello), Herbert Engstler (Kontrabass), Jochen Schwarzmann (Klarinette) und Frank Lippe am Klavier, der das Material wieder effektvoll arrangiert hat.

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