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13.10.2009

Lieber Dan Brown als Herta Müller

Ab heute dreht sich die Welt in Frankfurt wieder um einen absoluten Dauerbrenner: das Buch. Kaum jemand hat Lesen nicht schon einmal als Hobby in den Lebenslauf geschrieben. Wir wollten zum Start der Frankfurter Buchmesse von prominenten Augsburgern wissen, in welchen Werken sie denn gerade schmökern.

Irmgard Neumann, Präsidentin des Augsburger Amtsgerichts, bricht derzeit mit ihren Lesegewohnheiten. "Eigentlich lese ich am liebsten Krimis. Zum Beispiel von Agatha Christie", sagt sie. Ob die Sache mit den Krimis nun eine Berufskrankheit ist, das könne sie beim besten Willen nicht sagen. Derzeit steckt Neumann aber mitten in der Gesamtausgabe von William Somerset Maugham. "Leider bleibt im Alltag oft wenig Zeit. Dafür fresse ich die Bücher dann im Urlaub regelrecht".

Zu wenig Zeit fürs Lesen hat derzeit auch der Leiter der Stadtbücherei, Manfred Lutzenberger. "Bei mir liegt schon seit Monaten Landleben von John Updike auf dem Tisch. Aber ich komme einfach nicht dazu, es fertig zu lesen." Lutzenberger weiß allerdings schon, was er sich danach vornehmen will. "Ich muss zu meiner Schande gestehen, dass ich noch nichts von Herta Müller gelesen habe. Das möchte ich nachholen."

Volker Klüpfel, einer der geistigen Väter des Allgäu-Kommissars Kluftinger, ist da anderer Meinung. "Das ist mir jetzt schon ein bisschen peinlich. Ich würde ja gerne sagen ich lese Herta Müller, aber eigentlich lese ich gerade den Neuen von Dan Brown", sagt er. Das Werk der neuen Nobelpreisträgerin hat er sich trotzdem nicht vorgenommen. "Ich lasse mir nur ungern von einem Nobelpreiskomitee vorschreiben, was ich lese." Auch der Kluftinger selbst würde wohl weder zu Herta Müller noch zu experimenteller Lyrik oder einen Krimi greifen. "Ich kann mir vorstellen, dass er gerne was Nettes über die Heimat liest."

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Das verlorene Symbol von Dan Brown steht auch bei FCA-Spieler Uwe Möhrle ganz oben auf der Liste. Mit dem druckfrischen Historienthriller in der Sporttasche, will Möhrle zu den anstehenden Auswärtsspielen reisen. "Wir fahren oft sehr lange mit dem Bus. Da hat man dann schon mal Zeit, ein gutes Buch zu lesen", sagt Möhrle.

Triathletin Katja Mayer fährt am Wochenende gleich selbst auf die Buchmesse, um sich dort inspirieren zu lassen. "Das Letzte, was ich gelesen habe, war Schloss aus Glas von Jeannette Walls. Darin geht es um eine starke Frau", sagt die Powerfrau Mayer.

Ein Pflichttermin ist die Buchmesse für Bernd Wißner vom gleichnamigen Augsburger Verlag. Im Moment schmökert er in seiner Freizeit im Dreigroschenheft. "Ansonsten habe ich als Verleger täglich so viel zu lesen, dass ich das Lesen aus Freude fast gar nicht mehr hinbekomme."

Bischof Walter Mixa liest derzeit übrigens Im Auge des Sturms, eine Biografie über Papst Gregor. (gau)

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