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Augsburg

25.08.2016

Liegt Augsburgs nächste Partnerstadt im syrischen Kriegsgebiet?

Augsburg hat schon sieben Partnerstädte - das syrische Qamishli könnte die achte werden.
Bild: Julia Sewerin

Sieben Partnerstädte hat Augsburg schon. Das syrische Qamishli könnte die achte werden. Was OB Kurt Gribl zu der möglichen Partnerschaft sagt, die im Kriegsgebiet liegt.

Es wäre eine Städtepartnerschaft, die es in dieser Form bislang nicht für Augsburg gegeben hat. Die Stadt Qamishli (auch Kamishli) liegt im mehrheitlich von Kurden bewohnten Grenzgebiet zur Türkei im Nord-Osten Syriens. Sie liegt somit im Kriegsgebiet. Zuletzt fanden Ende Juli verheerende Bombenanschläge statt, die mindestens 67 Menschenleben und sehr viele Verletzte gefordert haben und dem Islamischen Staat zugerechnet werden.

Augsburgs Oberbürgermeister Kurt Gribl sagt: „Schon daraus ist zu ersehen, dass es sich um eine Partnerschaft handeln würde, die mit bisherigen Städtepartnerschaften nicht vergleichbar wäre.“ Sieben Städtepartnerschaften pflegt Augsburg gegenwärtig. Qamishli wäre somit die achte Stadt.

Die CSU-Stadtratsfraktion hat den Antrag gestellt zu prüfen, ob mit Qamishli eine Verbindung aufgebaut werden könne. Erste Schritte sind eingeleitet. Vor dem Hintergrund eines Vortrages von Bundesentwicklungsminister Gerd Müller bei der Vollversammlung des Bayerischen Städtetages im Juli 2016 in Memmingen, in dem für Entwicklungspartnerschaften in Ländern mit Flüchtlingsaufkommen geworben wurde, hat Gribl zwischenzeitlich den Minister angeschrieben.

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Oberbürgermeister Gribl: Noch viele Fragen offen

Gribl nimmt Bezug zum Antrag der CSU-Fraktion. Im Schreiben ans Ministerium werden eine Einschätzung der Lage vor Ort sowie mögliche, seitens des Ministeriums vorstellbare Unterstützungen angefragt. „Auch wird dann zu klären sein, welche Hilfsmaßnahmen und wie überhaupt Beziehungen zu Qamishli aufgebaut und unterhalten werden könnten“, so Gribl.

Auch dies sei eine besondere Aufgabenstellung, die mit bisherigen Städtepartnerschaften nicht vergleichbar wäre. Gegenstand der Anfrage an den Minister ist zudem die Möglichkeit von Fördermitteln seitens des Bundes. Die politischen Gremien in Augsburg haben sich noch nicht mit dem Thema befasst. Vieles ist derzeit offen. Dies bestätigt der Rathauschef: „Zum jetzigen Zeitpunkt können zum personellen Aufwand und sonstigen Kosten keine Aussagen getroffen werden. Die Angelegenheit ist im Klärungsstadium.“

Qamishli liegt in einem von Kurden besetzen Gebiet

Qamishli ist eine multiethnische Stadt im Gouvernement Al-Hasaka im Nordosten Syriens an der Grenze zur Türkei. Al-Hasaka ist zwar die Distrikthauptstadt, dennoch ist Qamishli mit rund 200000 Einwohnern (Schätzung 2003) etwas größer. Die Bevölkerung setzt sich aus Kurden, Arabern, Armeniern und einer relativ hohen Zahl von Assyrern/Aramäern zusammen. Als Folge des Bürgerkrieges liegt Qamishli in einem von Kurden beherrschten Gebiet mit dem kurdischen Namen Rojava, in dem sich de facto eigenständige politische Strukturen entwickelt haben.

Am längsten währt Augsburgs Städtepartnerschaft mit Inverness (Schottland), sie wurde im Jahr 1956 initiiert. Weitere Partnerstädte sind Jinan (China), Bourges (Frankreich), Nagahama, Amagasaki (beide Japan), Dayton (USA) und Liberec/Reichenberg (Tschechien).

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