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Augsburg

21.09.2019

Lindauer Oberbürgermeister will in Augsburger Stadtrat

Fraktionschef Florian Freund (Platz 3, von links), die Augsburger SPD-Vorsitzende Ulrike Bahr, Anna Rasehorn (Listenplatz 2) und OB-Kandidat Dirk Wurm (Platz 1) sind mit dem Ergebnis der Delegiertenversammlung zufrieden.
Bild: Peter Fastl

Die Stadtratsliste der SPD steht. Dabei gab es manche Überraschungen. Die wohl größte: der Lindauer Oberbürgermeister will in Augsburg Stadtrat werden.

Die Augsburger SPD hat am Samstag ihre Stadtratsliste aufgestellt. Dabei gab es manche Überraschungen, sowohl bei den Platzierungen als auch bei den Personalien. Ein derzeit noch amtierender Oberbürgermeister einer anderen Stadt will für die SPD in den Augsburger Stadtrat ziehen.

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Fraktionsvorsitzender Florian Freund zeigte sich mit der Stadtratsliste hoch zufrieden. „Wir haben eine gute Mischung aus erfahrenen und neuen Köpfen. Was junge Kandidaten angeht, müssen wir uns nicht verstecken“, sagte er schon im Vorfeld der Delegiertenversammlung im Annahof. Innerhalb von drei Stunden stand die Liste der Kandidaten fest, die Freund gemeinsam mit der SPD-Vorsitzenden Ulrike Bahr erstellt und mit Oberbürgermeister-Kandidat Dirk Wurm abgestimmt hatte. Dabei kam es nur zu wenigen Veränderungen.

SPD-Liste: Auf Platz 5 steht bereits der erste nicht amtierende Stadtrat

Kaum überraschend führt demnach OB-Kandidat Dirk Wurm die Liste an. Als ein „junges, weibliches Gesicht“, so Freund, folgt die 28-jährige Stadträtin und ehemalige Juso-Vorsitzende Anna Rasehorn. Freund selbst nimmt Platz 3 ein, gefolgt von Stadträtin Margarete Heinrich. Bereits auf Platz 5 folgt der erste nicht amtierende Stadtrat: Es ist Gregor Lang aus Hochzoll, der tief in der ehrenamtlichen Arbeit verwurzelt sei. Stadträtin Sieglinde Wisniewski steht auf Listenplatz 6, gefolgt von dem 25-jährigen Benjamin Adam aus Pfersee. Adam wird als Nachwuchstalent der Augsburger SPD gehandelt. Er kandidierte im vergangenen Jahr für das Europaparlament. Dritter Bürgermeister Stefan Kiefer steht überraschend „nur“ auf Platz 13.

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Stefan Kiefer war eine Verjüngung der Stadtratsliste wichtig.
Bild: Peter Fastl

Der Sozialreferent der SPD hat diesen Listenplatz für sich sogar selber vorgeschlagen. Er kenne die Nöte einer Aufstellung, meinte Kiefer dazu. „Wenn alle Amtierenden sich an den vorderen Plätzen festkrallen, ist das für die anderen Kandidaten demotivierend“, ist seine Überzeugung. Kiefer hatte dies im Vorfeld mit Florian Freund besprochen. Dass der hintere Platz etwas mit dem Finanzdebakel im städtischen Jugendamt zu tun hatte, das seinem Referat unterstellt ist, weist Kiefer von sich. „Wenn die Partei der Meinung wäre, ich sei ein Klotz am Bein, stünde ich nicht auf der Liste.“ Fraktionsvorsitzender Freund rechnet seinem Parteikollegen diesen Zug, wie er sagt, hoch an. „Stefan Kiefer wollte auf den vorderen Plätzen eine Verjüngung.“ Die Listenaufstellung sorgte für zwei Überraschungen.

Derzeitiger Oberbürgermeister von Lindau auf SPD-Stadtratsliste

Auf Platz 15 ist Gerhard Ecker zu finden, der derzeitige Oberbürgermeister der Stadt Lindau. Der SPD-Politiker und gebürtige Augsburger hatte bereits im März verkündet, im Frühjahr 2020 seinen Posten in Lindau vorzeitig zu räumen. Der 62-Jährige ließ sich bei der Delegiertenversammlung der Augsburger SPD entschuldigen. Er hielt sich in seiner Funktion als Oberbürgermeister in einer Partnerstadt Lindaus auf.

Gerhard Ecker ist noch Oberbürgermeister von Lindau und steht auf Platz 15 der Augsburger SPD-Stadtratsliste.
Bild: Anne Wall

Ecker ließ ausrichten, dass er vor allem aus familiären Gründen mit seiner Ehefrau nach Augsburg zurückkehren wolle. Er habe sich sehr über die Anfrage von Uli Bahr und Dirk Wurm gefreut. Ecker ist in der Augsburger Stadtpolitik kein Unbekannter. Zwischen 2001 und 2012 war er in der Fuggerstadt zunächst Stadtdirektor, dann unter Oberbürgermeister Paul Wengert als Referent unter anderem für Finanzen und Sport zuständig und später noch einmal Stadtdirektor. Acht Jahre Vollgas als OB seien ihm genug. Künftig wolle er engagiert im Ehrenamt arbeiten. In einer anderen Funktion kann er das sofort tun – Ecker rückt im Bezirkstag für den Augsburger Wolfgang Bähner nach. In der SPD-Spitze freut man sich auf die Expertise des gebürtigen Hochzollers. Als ein zweiter Coup wird Tatjana Dörfler betrachtet.

Die Kanzlerin der Hochschule Augsburg soll künftig vor allem für bildungspolitische Fragen zuständig sein. Auch Dörfler konnte am Samstag nicht dabei sein. In einer Videobotschaft verkündete die Mutter dreier Kinder, dass es ihr um Bildung als ein umfassendes Thema gehe sowie um die Digitalisierung. Dabei sei ihr die Frage wichtig: „Wie schaffen wir es alle Menschen mitzunehmen?“


Hochschulkanzlerin Tatjana Dörfler steht auf Platz 10 der SPD-Stadtratsliste.
Bild: Bernd Hohlen

Bei der Abstimmung um Platz 18 unterlag Stadträtin Gabriele Thoma der langjährigen Juso-Vorsitzenden Silke Högg. Thoma hatte schon im Vorfeld ihre Enttäuschung über diesen Listenplatz kund getan. Als sie Högg deutlich unterlag, erklärte sie anschließend den Verzicht auf ihre Kandidatur, was Fraktionsvorsitzender Florian Freund bedauerte.

Sowohl OB-Kandidat Dirk Wurm, als auch Ulrike Bahr und Florian Freund sind überzeugt, ein interessantes Personal anzubieten. „Mit der SPD können sich die Bürgerinnen und Bürger sicher sein, dass ein Spiegelbild der Stadtgesellschaft aus jung, mittelalt und alt, aus Männern und Frauen aus ganz unterschiedlichen Berufen und mit ganz unterschiedlichen Erfahrungen die Stadt gemeinsam mit allen Bürgerinnen und Bürgern gestalten.“

Die SPD hatte bei der Wahl 2014 zunächst 13 Sitze im Stadtrat geholt. Durch den Wechsel von Christian Moravcik von den Grünen zur SPD stieg die Zahl auf 14; Moravcik steht auf Platz elf der Liste. Vier Männer sind im Übrigen nicht mehr angetreten. Wie bereits berichtet, handelt es sich um den stellvertretenden Fraktionschef Stefan Quarg sowie die Fraktionskollegen Dieter Benkard, Ulrich Wagner und Hüseyin Yalcin.

Wahlkampf: Im Oktober startet die SPD mit Dirk Wurm eine Tour durch die Augsburger Stadtteile. Unter dem Slogan „Wurm wills wissen“ sucht der OB-Kandidat vor Ort die Gespräche mit den Bürgern. Starttermin ist Mittwoch, 2. Oktober im Restaurant Hecht in der Rosenaustraße.

Und so sieht die Stadtratsliste der SPD aus:

1 Dirk Wurm
2 Anna Rasehorn
3 Dr. Florian Freund
4 Margarete Heinrich
5 Gregor Lang
6 Sieglinde Wisniewski
7 Benjamin Adam
8 Jutta Fiener
9 Tim Kattner
10 Tatjana Dörfler
11 Christian Moravcik
12 Birgit Ritter
13 Dr. Stefan Kiefer
14 Angelika Lonnemann
15 Dr. Gerhard Ecker
16 Olivia Haußmann
17 Cenk Anadolu
18 Silke Högg
19 Ibrahim Yarasir
20 Lara Hammer
21 Vincent Bentele
22 Barbara Löll
23 William Martin
24 Angela Steinecker
25 Daniel Manzeneder
26 Sandra Willadt
27 Klaus Kirchner
28 Dr. Birgit Geppert
29 Manuel Sontheimer
30 Ulrike Bahr
31 Patrick Probst
32 Christine Mayer
33 Vladyslav Klymov
34 Katrin Höh
35 Philipp Ressel
36 Marijana Bicvic
37 Elias Puhle
38 Nicole Seiler
39 Willi Leichtle
40 Ramona Ziegler
41 Romolo Subrizi
42 Anna Grau
43 Paul Kesselring
44 Ingrid Schaletzky
45 Jens Böttner
46 Susanne Sorgenfrei
47 Philipp Miller
48 Céline Douce
49 Peter Hammer
50 Petra Fischer
51 Peter Fink
52 Christoph Smija
53 Kenan Inan
54 Christoph Wachinger
55 Hasan Gezer
56 Frank Löw
57 Volkmar Thumser
58 Husam Alqawasma
59 Manuel Rodriguez
60 Eckard Rasehorn
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