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Raum Augsburg

03.12.2015

Linie 3 soll im 15-Minuten-Takt nach Königsbrunn fahren

Symbolisch führt von der momentanen Endhaltestelle der Linie 3 "Haunstetten West" in der Inninger Straße schon einmal ein Gleisstutzen in Richtung Königsbrunn
Bild: Silvio Wyszengrad

Kommunalpolitiker haben am Mittag das Konzept für die Straßenbahn-Verlängerung vorgestellt. Landkreis und Königsbrunn beteiligten sich jährlich mit 900.000 Euro.

Die politischen Spitzen der Städte Augsburg und Königsbrunn sowie des Landkreises Augsburg haben am Mittag wie erwartet eine Einigung in Sachen Straßenbahnlinie 3 nach Königsbrunn bekannt gegeben. Angesichts der jahrzehntelangen Gespräche und Planungen sprach Landrat Martin Sailer von einem "historischen Tag". Der Entwurf eines Vertrags sieht vor, dass der Landkreis Augsburg pro Jahr gut 600.000 Euro zu den Betriebskosten dazuschießt, die Stadt Königsbrunn gut 300000 Euro. Das Verhandlungsergebnis soll nun den Stadträten und dem Kreisrat vorgelegt werden. Sailer sagt, er gehe von einer breiten Zustimmung aus. "Alle Parteien hatten das Projekt im Wahlprogramm."

Erste Schätzung: 34 Millionen Euro Kosten

Die Stadtwerke Augsburg würden die 4,6 Kilometer lange Strecke von der Inninger Straße in Augsburg bis zur Königsbrunner Königstherme bauen und finanzieren. Eine erste Schätzung geht von rund 34 Millionen Euro Kosten aus. Die Stadtwerke hoffen auf eine 80-Prozent-Förderung durch Bund und Freistaat. Die Strecke zwischen Haunstetten-West und Königsbrunn Zentrum wäre mit sechs Zwischenhalten ausgestattet. Als Fahrzeit sind rund zehn Minuten einkalkuliert. Von Königsbrunn-Zentrum bis zum Königsplatz würde man eine knappe halbe Stunde Fahrzeit brauchen, so Stadtwerke-Geschäftsführer Walter Casazza. Dies ist etwa so viel wie aktuell der Schnellbus benötigt. Die Straßenbahn zwischen Haunstetten und Königsbrunn soll im Viertelstundentakt fahren und würde damit viermal so häufig wie der Bus verkehren. Die Stadtwerke gehen von rund 10000 Fahrgästen täglich aus.

Der Augsburger Oberbürgermeister Kurt Gribl betonte die Wichtigkeit von Mobilität im Wirtschaftsraum. Diese müsse grenzüberschreitend gedacht werden. Die seit 2010 laufenden Gespräche hätten im Vergleich zur Vergangenheit eine neue Qualität gehabt. "Es ging nicht nur um Verhandlungen, sondern auch darum, so genaue Untersuchungen anzustellen, dass man eine Lösung finden konnte, die keinen benachteiligt." Der Königsbrunner Bürgermeister Franz Feigl sagte es noch direkter: "Erstmalig habe alle Beteiligten in eine Richtung verhandelt."

Wann die Straßenbahn rollen wird, ist noch unklar. Neben den politischen Beschlüssen müssen Planung und Genehmigung vorangetrieben werden. Casazza wollte noch keine Jahreszahl nennen. Absehbar ist aber, dass mit mehreren Jahren Entwicklungs- und Bauzeit zu rechnen ist.

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03.12.2015

Hoffentlich ist den Verantwortlichen klar, dass damit auch eine neue Organisation des (Bus-)Zubringerverkehrs erforderlich ist. Vielleicht mit kleinen, aber häufig verkehrenden Bussen? Die Vertragslaufzeiten mit dem AVV sind lang!

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04.12.2015

Ich denke auch, dass es dann mehr inner-KöBrunner ÖPNV geben sollte (der ist ja eh nicht so der Burner im Moment), also keine x Buslinien mehr Augsburg <-> KöBrunn, dafür aber eben eine gute Anbindung an die Straßenbahnlinie über inner-KöBrunner Busverbindungen. Die Straßenbahn dürfte zeitlich vermutlich eh kaum zu toppen sein, wenn man wirklich nach Augsburg rein will. Im Haunstetter Grenzgebiet mag es da schon wieder anders aussehen, z. B. auf der alten B17. Drum evtl. noch eine Buslinie die den Weg über die Haunstetter Straße nimmt, als Fallback, falls mal was mit der Straßenbahn im Argen liegen sollte. Kommt ja schon mal vor, dass die Strecke eine Weile lange gesperrt ist, z. B. wegen Unfällen. So mancher übersieht ja schon mal eine Straßenbahn...

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