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14.02.2015

Literatur in einem Satz

Zehn Augsburger Aphorismen

Als Literatur in einem Satz hat der Augsburger Literaturwissenschaftler Mathias Mayer Aphorismen in seiner Vorlesung im Wintersemester 2014/2015 bezeichnet. Aphorismen sind die dichteste Form der Darstellung, in der Denker, Schriftsteller und Wissenschaftler sich ausdrücken. Menschliche Weisheit komme in ihnen auf die denkbar kürzeste Weise zum Ausdruck, sagt Mayer. Im Lauf der Aphorismus-Vorlesung kamen große Aphoristiker zu Wort: unter anderem Johann Wolfgang von Goethe, Georg Christoph Lichtenberg, Marie von Ebner-Eschenbach, Friedrich Nietzsche, Hugo von Hofmannsthal und Elias Canetti. Allesamt Meister darin, Wesentliches kurz, prägnant und geistreich zu äußern.

Mayers Studenten wurden gegen Ende der Vorlesung aber auch selbst aufgefordert, Aphorismen zu schreiben. „Die Resonanz war überwältigend“, sagt Mayer. Weit über 100 Rückmeldungen habe er erhalten, manche lieferten gleich mehrere Aphorismen. Im Anschluss wurden unter den vielen Beiträgen die zehn besten ausgewählt, die wir an dieser Stelle veröffentlichen. Um es mit Mathias Mayer zu sagen: zehn Mal gegenwärtige Augsburger-Literatur in einem Satz.

Robert Abraham: Jeder will die Antworten auf die Fragen unserer Zeit wissen, aber niemand will sie hören.

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Enise Coskun: Der mutigste aller Kämpfer ist derjenige, der es mit den eigenen Schwächen aufnimmt.

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Nicole Heinrich: Bösartigkeit hängt davon ab, auf welcher Seite du stehst.

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Susanne Koopmann: Altern bringt jedermann zunehmend in Lebensgefahr.

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Anne Lindemann: Die meistgehasste Erfindung der Menschheit wird wohl der Wecker sein.

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Lukas Masuch: Wäre jeder Kopf der Hydra ein Mensch, so hätte Herkules nur abwarten müssen.

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Isabella Orfeld: Könntest du jeden Rat befolgen, den du anderen erteilst?

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Veronika Raila: Gesundheit macht blind, Krankheit öffnet die Augen.

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Carola Schaffarczyk: Wer eine Schublade öffnet, muss sie zu gegebener Zeit wieder schließen.

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Iryna Wöhnl: Die Zweibeinigkeit ist noch lange kein Grund zur Überbewertung. (rim)

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