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Augsburger Geschichte

06.11.2019

Luftfahrtstadt Augsburg: Der Messerschmitt-Jäger "Me 109"

Großserienfertigung der „Me 109“. Nur dank der rationellen Produktion konnte der immens hohe Bedarf im Zweiten Weltkrieg gedeckt werden.
Bild: Airbus Corporate Heritage

Plus Einsatz auf allen Kriegsschauplätzen: Der Messerschmitt-Jäger "Me 109" ist mit 32.461 Maschinen das meistgebaute Jagdflugzeug der Geschichte.

Kurz nach der Machtübernahme des NS-Regimes im Jahr 1933 vergab das Reichs-Luftfahrtministerium an Flugzeugbau-Unternehmen Entwicklungsaufträge für einen „leichten Jäger“. Das Konstruktionsbüro von Willy Messerschmitt in Augsburg wurde dabei ignoriert. Da deutsche Aufträge ausblieben, ließ Messerschmitt für Rumänien das sechssitzige Verkehrsflugzeug „M 36“ entwickeln. Daraufhin wurde auch er am Projekt „leichter Jäger“ beteiligt. Ab April 1934 entstand er auf den Zeichenbrettern, am 28. Mai 1935 flog der Prototyp einer „Bf 109“ zum ersten Mal. Er war in den „Bayerischen Flugzeugwerken“ in Augsburg entstanden.

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Von hochrangigen deutschen Luftfahrt-„Experten“ beargwöhnt, bewies der Ganzmetall-Tiefdecker mit geschlossener Kabine und Einziehfahrwerk beim Vergleichsfliegen mit den Konkurrenten seine exzellenten Flugeigenschaften. Auch die für eine Serienfertigung taugliche Konstruktion in materialsparender Schalen-Leichtbauweise überzeugte. 1936 bestellte das Reichs-Luftfahrtministerium 654 „Bf 109“. Die erste Serie mit einem 680-PS-Motor erreichte 460 km/h Höchstgeschwindigkeit. 140 „Bf 109“ kamen bei der Legion Condor 1937/38 im Spanischen Bürgerkrieg zum Einsatz. Sie erwiesen sich gegenüber Jagdflugzeugen anderer Staaten deutlich überlegen.

Im spanischen Bürgerkrieg erprobt

Nach der „Erprobung“ im Spanischen Bürgerkrieg folgten bei jeder nachfolgenden Baureihe Änderungen: Stärkere Motoren (bis zu 1475 PS), Steigerung der Höchstgeschwindigkeit (630 bis 700 km/h), effizientere Bewaffnung, größere Standardtanks und abwerfbare Zusatztanks, Rückenpanzerung, Steighöhe bis 12.000 Meter, eine dafür nötige Druckkabine und anders mehr. Das Fluggewicht verdoppelte sich von ursprünglich 1900 kg auf bis zu 3800 kg.

Die Bezeichnung „Me 109“ trug die „Bf 109“ ab 1938. Bis 1945 wurde sie in etwa 100 Varianten vom Kampfflugzeug über den Aufklärer bis zum Bomber (viermal 50 kg oder eine 250-kg-Bombe) gebaut. Um die von der Militärführung angeforderten Stückzahlen zu erreichen, wurde die „Me 109“ ab 1938 nicht nur in diversen Messerschmittwerken, sondern auch bei anderen Flugzeugherstellern gefertigt.

Die Arbeitszeit an der Großserie "F" wurde kleiner

Die „Me 109“ wurde zum Standard-Jagdflugzeug der deutschen Luftwaffe sowie einiger ausländischer Luftwaffen wie Italien und Ungarn. Die Verluste im Krieg waren gewaltig. Manche Maschine kehrte vom ersten Einsatz mit einem frisch ausgebildeten Piloten nicht mehr zurück. Um schnellen Ersatz zu gewährleisten, wurde die Bauzeit gedrückt. Betrug sie bei der „E“-Serie noch 9000 Stunden, war sie bei der ab 1941 im Großserienbau produzierten „F“-Serie auf 6000 Stunden pro Maschine gesunken. 1944 wurde mit 13786 „Me 109“ die höchste Jahresproduktion erreicht. Bis Kriegsende entstanden 32461 „Me 109“.

Die „Me 109“ war weltweit das meistgebaute Jagdflugzeug des Zweiten Weltkriegs. Sie ist noch immer das am häufigsten zitierte und bekannteste Messerschmitt-Flugzeug. Die Fertigung dokumentiert der Bildband „Me 109 - der siegreiche deutsche Jäger“ mit 71 Fotos. Der Fotoband erschien ab 1941 in etlichen Auflagen und wurde Tausende Male verschenkt. Davon zeugen Beschriftungen auf dem Vorblatt wie „Zur Erinnerung an den Werkbesuch bei der Messerschmitt AG“ (mit Datum).

Auf vielen Fotos überliefert

Die „Me 109“ ist nicht nur auf Tausenden Fotos überliefert, sie ist auch das heute am häufigsten in Museen in aller Welt gezeigte Flugzeug aus der Messerschmitt-Produktion. Bei der letzten Baureihe, der „Me 109 K“, war das Leistungs- und Geschwindigkeitspotential des einmotorigen Propeller-Flugzeugs ausgereizt. Da half auch Anfang 1945 ein Zusatz-Kraftstoff auf Wasser-Methanol-Basis nur mehr wenig. Damit sollten die Motorleistung kurzzeitig auf 2000 PS gesteigert und bis 725 Stundenkilometer erreicht werden. Schon 1944 hatten NS-Strategen fast 1000 Stundenkilometer schnellen Jagdflugzeugen mit Turbinen- oder Raketenantrieb höhere Priorität eingeräumt. Für den „Endsieg“ setzten sie auf diese „Wunderwaffen“. - Darüber mehr im nächsten „Augsburg-Album“. Darin ist eine angebliche „Wunderwaffe“, der Düsenjäger „Me 262“, das Thema.

Frühere Folgen des Augsburg-Albums finden Sie hier in unserem Special.

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