Schülerprojekt

08.02.2014

Mackie Messer rappt

„Rapucation“ schafft einen neuen Zugang zur Dreigroschenoper

Polly Peachum und Macheath im Gefühlswirrwarr – die Stoffe der „Beggar’s Opera“ von John Gay verlieren nicht an Aktualität. Davon ist Robin Haefs überzeugt. Zum Brechtfestival hat er sich mit seiner Initiative „Rapucation“ den Inhalten angenommen. Heraus kam die Produktion „MC Messer“. Die Schauspieler: Augsburger Schüler. Die Darstellungsform: Rap.

„Wir haben das Stück in die heutige Zeit transferiert“, erklärt „Rapucation“-Leiter Haefs. So hat die Gruppe die Geschichte in ein Flüchtlingslager verlegt. „Es gibt viele Parallelen zur Jetzt-Zeit. Migrationshintergrund, Probleme mit dem eigenen Stand. Unsere Darsteller können sich mit diesen Sachen identifizieren.“ Das sei wichtig. Primäres Ziel sei, etwas zu lernen. Haefs will den Schülern nicht nur Brecht und die Dreigroschenoper näherbringen. „Es geht um soziale Kompetenzen, um das Miteinander und darum, Einblicke in das Theaterwesen zu bekommen.“ Die Gruppe will das alles mithilfe von Rap-Songs schaffen. Der Name lässt es vermuten: „Rapucation“ bedeutet so viel wie „Lernen mit Rap“.

Brechts historische Vorlage wird vertont

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„Ich bin selber Rapper. Dadurch, dass ich die Sprache der Jugendlichen spreche, fühlen sie sich ernst genommen“, sagt der Projektleiter. In mehreren Probephasen hat sein Team mit rund 30 Schülern das Stück einstudiert. Da Haefs „gar nicht erst versucht“ habe, die Rechte des Brecht-Stücks zu bekommen, bedienen sie sich der historischen Vorlage von John Gay.

Für die Rap-Adaption eigne sich auch Brecht sehr gut. „Die Sprache ist wütend, sehr ansprechend. Man kann viele Emotionen vermitteln.“ Haefs glaubt, dass er mit seinen Produktionen eine Nische gefunden hat. „2013 waren wir auch schon sehr erfolgreich beim Festival dabei.“ Laut Haefs sei der deutsche Rap noch nicht so weit, dass ihn die Gesellschaft anerkenne. Mit seiner Initiative will er bei der Jugend anfangen. (beb)

Aufführungen von „MC Messer“ auf der Augsburger Brechtbühne am Samstag, 8. Februar, 19 Uhr sowie am Sonntag, 9. Februar, 11 und 16 Uhr

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