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Augsburg

25.09.2018

Mädchen in Asylheim vergewaltigt? Dritter Verdächtiger in Haft

Tatort einer Vergewaltigung? Ein Asylheim in der Augsburger Proviantbachstraße.
Bild: Silvio Wyszengrad

In einem Augsburger Asylheim ist eine 15-Jährige offenbar von mehreren Männern vergewaltigt worden. Jetzt sitzen drei Verdächtige in Haft.

Was die Polizei vermutet hatte, scheint sich jetzt zu bestätigen: Ein 15-jähriges Mädchen ist in einem Augsburger Flüchtlingsheim wohl von mehreren Männern vergewaltigt worden. Bereits seit Juli sitzen zwei junge Männer deshalb in Untersuchungshaft. Nun ist ein dritter Tatverdächtiger verhaftet worden. Er wurde mit Hilfe eines DNA-Tests ermittelt.

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Die Schülerin wurde den Ermittlungen zufolge in einem Raum der Asylunterkunft in der Proviantbachstraße in Augsburg missbraucht. Sie hatte einen 17-jährigen Afghanen kennengelernt und sich mit ihm Anfang Juli getroffen. Der 17-Jährige lebte nach Informationen unserer Redaktion nicht in dem Heim. Er ging aber mit dem Mädchen in das Zimmer eines 20-jährigen Landsmanns. Dort wurde eine Haschisch-Zigarette geraucht. Was danach geschah, weiß die 15-Jährige nicht mehr – weil sie wegen des Drogenkonsums einen „Filmriss“ erlitt. Sie wurde später auf der Straße von Passanten aufgegriffen und wegen ihres verwirrten Zustands in die Kinderklinik gebracht. Die Untersuchung dort ergab Hinweise auf einen Missbrauch.

Vergewaltigungsvorwürfe: Mehrere Verdächtige sitzen in Haft

Der 17-jährige Afghane wurde kurz nach der Tat festgenommen. Weil seine Familienverhältnisse schwierig sind, soll seinen Eltern schon vor der mutmaßlichen Tat das Sorgerecht entzogen worden sein. Ebenfalls in Haft sitzt seit mehreren Wochen auch der 20-Jährige, in dessen Zimmer sich der Übergriff abgespielt haben soll. Ihm wird Beihilfe vorgeworfen.

Weil die Ermittler DNA-Spuren haben, die auf weitere Tatverdächtige hindeuten, wurden Mitte September zahlreichen Bewohnern zweier Asylheime DNA-Proben abgenommen. Zahlreiche Asylbewerber hatten damals eine Speichelprobe abgegeben - auch der nun Verhaftete. Denn die sogenannte Reihenuntersuchung ergab nun bei ihm einen Treffer.

Ein Polizeisprecher teilt mit: "Zwischenzeitlich konnte ein weiterer 20-jähriger Afghane als dringend Tatverdächtiger ermittelt werden." Er wurde am Montag in einem Friedberger Flüchtlingsheim festgenommen und noch am gleichen Tag dem Ermittlungsrichter beim Amtsgericht Augsburg vorgeführt. Das Gericht setzte den von der Staatsanwaltschaft erwirkten Haftbefehl wegen des Verdachts der Vergewaltigung in Vollzug.

Keiner der Betroffenen hatte den Test verweigert

Der DNA-Test in den Heimen Mitte September war reibungslos abgelaufen. Die Stimmung war demnach in beiden Heimen ruhig. Es gab keine Widerstände. Die Polizei war frühmorgens, gegen 5 Uhr, mit einem größeren Aufgebot in die Unterkünfte gekommen. Rechtlich ist es bei einem Massen-Gentest möglich, die Abgabe der Probe zu verweigern. Von diesem Recht hatte aber keiner der betroffenen Asylbewerber Gebrauch gemacht.

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