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Messe Intersana

28.10.2013

Männer wollen schön sein und gesund bleiben

Viele Männer suchen erst dann den Arzt auf, wenn es schon zu spät ist.

Wie sich das Körperbewusstsein des starken Geschlechts verändert hat, war am Wochenende in Augsburg zu beobachten.

Margot Werner widmete dem starken Geschlecht einen Song. Herbert Grönemeyer tat dies ebenfalls.

"Männer haben Muskeln, Männer sind furchtbar stark, Männer können alles, Männer kriegen ’n Herzinfarkt."

Männer werden also doch krank, auch wenn manche es nicht wahrhaben wollen. Männer und Gesundheit – es ist ein großes Thema, wie sich am Wochenende auf der Gesundheitsmesse Intersana gezeigt hat. Eine Spurensuche.

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Zahlen: 23000 Besucher kamen zur dreitägigen Messe. Geschätzt dürfte wohl jeder dritte Besucher männlich gewesen sein, sagt Veranstalterin Silvia Schüler. Als 2005 erstmals die Intersana in Augsburg stattgefunden hatte, war der männliche Anteil an Besuchern verschwindend gering. „Es waren die Schleppmänner“, sagt Schüler mit einem Augenzwinkern. Die Frauen nahmen die Männer an die Hand, „sie mussten mit“. Mittlerweile komme der Mann freiwillig.

Stiftung Männergesundheit: Erstmals gehört die Stiftung Männergesundheit mit Sitz in Berlin zu den Ausstellern. Am Stand in Halle 5 informieren Kerstin Lieb und Davida Drescher über die Stiftung, die 2006 gegründet wurde. Es gehe darum, das Gesundheitsbewusstsein zu stärken. „Für eine bessere Männergesundheit“, lautet das Schlagwort, wobei die Erfahrung oft anders aussehe. „Männer denken an alles, nur nicht an die Gesundheit“, heißt es in der Infobroschüre.

Männergesundheitsbericht: Seit 2010 legt die Stiftung einen Männergesundheitsbericht vor. Ergebnis: In gesundheitlichen Fragen benötigen Männer klare Aussagen und konkrete Handlungsempfehlungen. Die Stiftung geht daher in Betriebe, um aufzuklären, betreibt aber zudem medizinische Forschung.

Gesellschaft für Mann und Gesundheit: Auch dieser eingetragene Verein mit Sitz in Bad Homburg ist auf der Intersana dabei. Bruni Thomas berichtet über eine bundesweite Kampagne, bei der Männer ihren Testosteronwert bestimmen lassen können.

Ideengeber ist Professor Frank Sommer, der in Hamburg einen Lehrstuhl für Männergesundheit hat: „Frauen betreiben Vorsorgemedizin, Männer Reparaturmedizin. Sie gehen oft erst zum Arzt, wenn die Erkrankung schon ausgebrochen ist. Dabei ist der Gang zur Vorsorgeuntersuchung keineswegs ein Zeichen von Schwäche.“

Testosteron-Untersuchung: Am Samstag wird eine kostenlose Testosteron-Untersuchung angeboten. Der Stand ist direkt im Eingangsbereich aufgebaut. Männer können hier mehr über ihren Testosteronspiegel erfahren.

Testosteron ist das wichtigste Sexualhormon des Mannes. Liegt ein Mangel vor, kann dies ernsthafte Folgen für Gesundheit und Allgemeinbefinden haben, sagt der Augsburger Urologe Dr. Achim Martus. Er stellt fest, dass Ausstellungsbesucher das Angebot nutzen. Organisatorin Silvia Schüler sagt: „Vor ein paar Jahren wäre kein Mann zu diesem Stand gekommen.“

Schönheit: Natürliche Schönheit kommt von innen, heißt es. Man(n) kann ihr nachhelfen. Dr. Rolf Vohs von der Moser-Klinik sagt, dass mittlerweile 20 Prozent der Kunden bei Schönheitsoperationen Männer sind. Eigenhaarverpflanzung sei im Kommen. Fußballtrainer Jürgen Klopp und FDP-Politiker Christian Lindner haben die Werbetrommel gerührt. „Ein besseres Erscheinungsbild ist ein Wettbewerbsvorteil. Auch Männer sehen dies so“, sagt Vohs.

Stichwort Sehen: Die Nachfrage nach Augenlaser-Operationen steigt ebenfalls. 100000 sind es jährlich in Deutschland. Markus Bauer vom Unternehmen Euro Eyes Augen Klinik München sieht aber nicht allein ästhetische Gründe als ausschlaggebend an: „Viele Kunden, die Kontaktlinsen nicht mehr vertragen, wollen nicht mehr zu einer Brille zurück.“

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