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Augsburg

06.06.2016

Mamazone-Gründerin Ursula Goldmann-Posch stirbt an Krebs

Ursula Goldmann-Posch lässt sich nicht unterkriegen.
Bild: Bild: Manuela Rauch

Mamazone-Gründerin Ursula Goldmann-Posch half vielen Patientinnen mit Brustkrebs. Auch sie kämpfte bis zuletzt gegen ihren Krebs - verlor diesen Kampf aber am Samstag.

Ursula Goldmann-Posch hat gekämpft bis zuletzt: Vor knapp vier Wochen waren ihr die Stammzellen eines amerikanischen Spenders übertragen worden. „Ich hoffe, ich werde ihnen eine gute Gastgeberin sein können. Und umgekehrt, erhoffe ich mir auch von ihnen die Rettung meines kleinen Lebens“, postete Goldmann-Posch damals zuversichtlich auf Facebook.

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Die Hoffnung war vergebens: Am Samstag starb die 67-Jährige an den Folgen einer akuten Leukämie.

Ihre Kraft im Kampf gegen den Krebs hat tausenden von Frauen Mut gemacht. Als Ursula Goldmann-Posch 1996 an Brustkrebs erkrankte, gab sie den Mut nicht auf – sie beschloss vielmehr, auch anderen Betroffenen Zuversicht zu spenden: 1999 gründete die Medizinjournalistin in Augsburg den Verein Mamazone, der heute mit rund 2000 Mitgliedern die größte Brustkrebs-Selbsthilfegruppe in Deutschland ist.

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Ursula Goldmann-Posch half vielen Bustkrebs-Patientinnen

Goldmann-Posch setzte sich zum Ziel, Patientinnen über Brustkrebs zu informieren, sie sollten die Krankheit sowie mögliche Therapien verstehen lernen. Auf Initiative der Mamazone-Gründerin entstand unter anderem das Projekt Diplompatientin, ein Wissenschaftskongress, die bis heute jedes Jahr über Neuigkeiten rund um die Krankheit, Forschung und Therapie informiert. Auch mit zwei Stiftungen setzte die gebürtige Bozenerin Zeichen: Die weltweit einzige Tumorgewebebank PATH und die „Patienten Orientierte Nachsorge Stiftung“, in der sich Wissenschaftler für eine bessere Nachsorge einsetzen, gehen auf ihre Initiative zurück.

Noch vor Kurzem war Ursula Goldmann-Posch mit der Bayerischen Staatsmedaille für soziale Verdienste und dem „Busenfreund-Award 2015“ ausgezeichnet worden. Sie verstand sich nicht als Forscherin, sondern bezeichnete sich selbst als „Überlebenswissenschaftlerin“. Die Krankheit, der sie nun erlag, war eine Langzeitnebenwirkung ihrer Brustkrebstherapie. Ursula Goldmann-Posch sah ihr Leben und selbst den drohenden Tod mit einem Augenzwinkern: „... und wenn ich an meinem Krebs sterbe, ist mein Krebs tot und ich werde leben.“ Genau so mutig und lebensfroh werden ihr Mann, ihr Sohn und ihre Freunde sie in Erinnerung behalten.

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