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Corona-Hotspots: Andere Bundesländer verhängen Beherbergungsverbot für Münchner und Würzburger

31.10.2009

Mann des Worts

Er hat den Salzburger Stier erhalten, ist mit dem Bayerischen Kabarettpreis ausgezeichnet worden, und so wunderte es auch nicht, dass Mathias Tretters Programm vom "Staatsfeind Nr. 11" zahlreiche Besucher in die Kresslesmühle lockte. Diese amüsierten sich über weite Strecken gut, auch wenn Tretter nicht immer komisch war.

Der gebürtige Würzburger und Wahl-Leipziger versteht sich als politischer Kabarettist. Und so spottet er denn auch munter drauflos. Er benötigt keine Requisiten, steht im leicht abgetragenen Anzug auf der leeren Bühne und hüpft von Pointe zu Pointe. Tretter verlässt sich ganz auf seinen Text und setzt nur hie und da intensivere Gestik oder Mimik ein. Auf diese Weise verkündet er seine persönlichen Erfahrungen und Erlebnisse mit dem Wahlkampf und den Parteien, mit Managern und den Ossis.

Dabei ist nicht jeder Gag neu und nicht jede Pointe komisch. Eigentlich sollten die als schwul geouteten Politiker auf den Kleinkunstbühnen durch sein, doch prompt gibt es ein paar Lacher, wenn Tretter meint, dass Wowereit in jedem Fall hinter Gabriel stehe.

Seine Parodien könnte Tretter hingegen intensivieren, da Angela Merkel nicht nur als IM-Cinderella bestens ankam. Schön auch, wenn aus dem vermeintlich nichtssagenden Geplappere über Soft-Skill-Seminare und 68er-Studenten unvermittelt eine Pointe ins Publikum schießt, die so nicht zu erwarten war. Wie viel Witz liegt doch darin, wenn Tretter sagt: "Deutschland und der Humor, das ist ein enges Feld."

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