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12.05.2020

Mann verletzt Polizist in der Wertachstraße

Der 31-Jährige rastet aus, doch nur wenige Menschen helfen

Dieser Polizeieinsatz am Samstag in der Wertachstraße sorgte nicht nur für Aufsehen, sondern kurzzeitig auch für Verkehrsbehinderungen. Es war kurz nach 14 Uhr, als bei der Polizei in Augsburg mehrere Notrufe eingingen. Grund war ein psychisch auffälliger Mann. Dieser war auf offener Straße völlig ausgerastet. Laut Polizei warf er seine Sachen auf die Fahrbahn und lief mit einem Koran in der Hand auf den Straßenbahngleisen umher.

Während der 31-Jährige umherirrte, schrie er laut. Mehrere Autos mussten wegen ihm anhalten. Als die erste Polizeistreife eintraf, griff der laut Polizei hochgradig aggressive Mann die Beamten sofort an. Einer von ihnen wurde dabei an der Schulter verletzt. Erst mit Unterstützung weiterer Einsatzkräfte und mit Einsatz von Pfefferspray konnte er überwältigt werden. Der Einsatz auf der Fahrbahn der Wertachstraße hatte kurzfristig auch Auswirkung auf den öffentlichen Nahverkehr. Die Straßenbahn der Linie 2 konnte nicht weiterfahren.

Nach Angaben eines Polizeisprechers zeigte der Mann massive psychische Auffälligkeiten. Er kam ins Bezirkskrankenhaus. Der verletzte Beamte wurde zur ambulanten Behandlung in die Uniklinik gebracht. Er ist bis auf Weiteres dienstunfähig. Gegen den Beschuldigten wird nun wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte, tätlichem Angriff auf Vollstreckungsbeamte und Körperverletzung ermittelt.

Passant Stephan Hille wurde Augenzeuge des Vorfalls am Samstagnachmittag. Wie er unserer Redaktion erzählt, habe er für den verletzten Polizisten den Rettungsdienst gerufen, während dieser über Funk Verstärkung anforderte. Bemerkenswert, so Hille, sei die hohe Zahl an „Gaffern“ gewesen. „Niemand sonst war bereit, dem verletzten Polizisten zu helfen, lediglich Geschäftsansässige und ich.“ Dafür sei viel fotografiert und gefilmt worden, was auch die Polizei verärgert habe. Die Polizei habe den Passanten angeboten, Fotos machen zu können, wenn sie wollten. „Reagiert hat niemand darauf. Man hat die Polizei überhört, ignoriert.“

Im Nachhinein könnte es für die Polizei jedoch von Nutzen sein, dass gefilmt wurde. Die Polizei bittet nämlich Zeugen, die den Vorfall gefilmt haben, sich bei der Polizeiinspektion-Mitte unter der Telefonnummer 0821/323-2110 zu melden.

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