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Augsburger Friedensfest

08.08.2012

Margot Käßmann kritisiert Rüstungsexporte

Die Theologin Margot Käßmann predigt am Mittwoch in Augsburg. In Augsburg wird das Friedensfest gefeiert, mit dem an den Religionsfrieden gedacht wird.
Bild: Stefan Puchner/dpa

Wo ließe sich passender zur Gewaltlosigkeit aufrufen als beim Augsburger Friedensfest? Margot Käßmann hat genau das getan.

Die frühere Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Margot Käßmann, hat die deutschen Rüstungsexporte scharf kritisiert. "Wir können doch nicht noch verdienen an den Kriegen, die wir dann beklagen", sagte die 54-Jährige am Mittwoch bei einem ökumenischen Gottesdienst in Augsburg. Käßmann forderte anlässlich des Augsburger Friedensfestes, gegen Unrecht und Gewalt aufzubegehren. "Wir können mitbauen an der gerechten Welt Gottes", betonte sie. Gewalt führe zu Zerstörung.

"Wir wissen, dass wer heute für Gewaltlosigkeit eintritt, als naiv angesehen wird", sagte Käßmann. "Es wird unterstellt, die Realität von Macht und Politik nicht zu begreifen." Es sei traurig, "wenn eine Welt nicht mehr daran glaubt, dass sie veränderbar ist". Überall gebe es aber Menschen, die es wagten, "von einer anderen Welt zu träumen" - auch wenn sie von den Mächtigen dafür belächelt würden.

"Viele, die kleine Schritte gehen, können das Gesicht der Welt verändern", sagte Käßmann. Das "Hohe Friedensfest" ist in Augsburg ein städtischer Feiertag. Er erinnert an den Augsburger Religionsfrieden von 1555. Käßmann kam als Lutherbotschafterin für das Reformationsjahr 2017 in Bayerns drittgrößte Stadt.

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Hunderte Augsburger und Besucher trafen sich nach dem ökumenischen Gottesdienst zur traditionellen Friedenstafel unter freiem Himmel und teilten mitgebrachte Speisen und Getränke. Auch Käßmann kam zur Eröffnung der Tafel. Konfessionelle Unterschiede dürften nicht "Öl ins Feuer politischer Konflikte gießen", sagte sie. Vielmehr sollten sie dazu beitragen, Konflikte zu lösen und friedlich miteinander zu leben.

Programm des Augsburger Friedensfestes

Traditionell findet auch heuer die Friedenstafel statt, wegen der Baustellen in der Innenstadt allerdings im Annahof. Das Konzept bleibt: Jeder bringt etwas zu essen mit und teilt mit seinen Nachbarn. Die Friedenstafel wird etwa von 11.30 bis 14.30 Uhr dauern.

Kinder könnte es in den Botanischen Garten oder in den Zoo ziehen, dort beginnt um 13 Uhr das Kinderfriedensfest. Bis 18 Uhr können sich die Kleinen austoben, etwa mit Erlebnisstationen und Wissenstests. Wer hingegen mehr über Geschichte erfahren will, nimmt an der Führung durch die Heilig-Kreuz-Kirche teil (14.30 Uhr), wo am Vormittag um 10 Uhr der Familiengottesdienst abgehalten wird.

Der Festtag endet mit dem Festkonzert ab 20 Uhr in der St. Anna-Kirche, bei der unter anderem Werke von Friedrich Hartmann Graf auf dem Programm stehen.

AZ/dpa

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