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Wirtschaft

01.09.2019

Marktsonntag: Oberhausen hat ihn, die Innenstadt will ihn wieder

Der Festumzug durch die Ulmer Straße gehört zum Programm des Marktsonntags in Oberhausen. Einmal im Jahr findet die Veranstaltung statt. 
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Der Festumzug durch die Ulmer Straße gehört zum Programm des Marktsonntags in Oberhausen. Einmal im Jahr findet die Veranstaltung statt. 
Bild: Annette Zoepf

Plus Die Diskussion um innerstädtische Marktsonntage in Augsburg lebt wieder auf. Das liegt an Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger.

Das Plärrergelände grenzt an den Stadtteil Oberhausen. Wenn Schwabens größtes Volksfest zweimal im Jahr läuft, bekommt zumindest ein Teil der Oberhauser Bürger davon einiges mit. Nächtlicher Lärm verbunden mit Musik aus den Bierzelten gehört eben auch zu einem Volksfest. Der Plärrer bietet Oberhausen andererseits den notwendigen Anlass, um einmal im Jahr einen Marktsonntag zu veranstalten. Die Ulmer Straße ist dann stets für den Durchgangsverkehr gesperrt. Geschäfte dürfen von 13 bis 18 Uhr öffnen. Standbetreiber sind bereits ab 11 Uhr im Einsatz. So kennt man den Marktsonntag in Oberhausen – und dies seit nahezu 30 Jahren. Die Arbeitsgemeinschaft (Arge) der Vereine und Organisationen ist Veranstalter. Hannelore Köppl, Vorsitzende der Arge Oberhausen, sagt: „Für mich ist der Marktsonntag nicht wegzudenken.“ Ein Großteil der Geschäftswelt mache mit, was viel über den Erfolg aussage.

Marktsonntag in Oberhausen: Anlass ist der Plärrer


Der Marktsonntag in Oberhausen kommt an: Tausende Besucher machten sich am zweiten Plärrer-Wochenende auf den Weg nach Oberhausen, um zu bummeln, mit Bekannten ins Gespräch zu kommen und sich ganz einfach zu vergnügen. Ein Höhepunkt der Veranstaltung ist der Festumzug, der sich zur Mittagszeit in Richtung Helmut-Haller-Platz bewegt. Vertreten sind neben den Händlern auch die Parteien und Bürgervereinigungen. Sie machen vor der Kommunalwahl Werbung in eigener Sache.

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Michael Schreiner (links) und Richard Mayr sammelten am AZ-Stand kreative Ideen für Gedichte.
Bild: Annette Zoepf

Auch unsere Zeitung ist vor Ort. Michael Schreiner und Richard Mayr von der Kulturredaktion, die im Stadtteil durch ihre Aktion „Kultur aus Oberhausen“ bekannt geworden sind, sammeln Ideen für ein kreatives Projekt. Bürger dürfen Stichworte aufschreiben, aus denen dann ein Gedicht entstehen wird. Es fallen Begriffe wie lebenswert, liebenswert und bombastisch, die mit dem Stadtteil verbunden werden.

Oberhausen hat mit seinem Marktsonntag fast schon ein Alleinstellungsmerkmal im Stadtgebiet. Derzeit gibt es ansonsten nur noch in Lechhausen einen Marktsonntag. Er ist in das Programm der Lechhauser Kirchweih einbezogen. Der Termin ist in diesem Jahr am 20. Oktober.

Marktsonntage in der Innenstadt: Das Gericht sagt nein

Oberhausen und Lechhausen bieten jeweils einmal im Jahr die Einkaufsmöglichkeit an einem Sonntag. In der Innenstadt ist dies nicht mehr der Fall. Früher gab es im Zentrum zwei Marktsonntage. Im Jahr 2017 hat der Bayerische Verwaltungsgerichtshof entschieden, dass in der Augsburger Innenstadt keine verkaufsoffenen Sonntage unter den bislang bestehenden Voraussetzungen stattfinden dürfen. Das von der Stadt ausgewiesene Gebiet wurde als zu groß eingestuft. Zudem seien der Europa-Tag und das Turamichele-Fest, die als Anlass für die Veranstaltungen benannt waren, nicht geeignet. Die Augsburger „Allianz für den freien Sonntag“, ein Verbund von Gewerkschaft und kirchlichen Arbeitnehmerorganisationen, hatte gegen den Marktsonntag geklagt.

Zwischenzeitlich gibt es in der Debatte um die Zukunft von Marktsonntagen in Bayern generell Bewegung. Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) würde die Regelungen zu verkaufsoffenen Sonntagen gerne lockern. Der Minister möchte durchsetzen, dass jedes Jahr drei bis vier verkaufsoffene Sonntage veranstaltet werden können – ohne zeitgleich stattfindende Veranstaltungen. Diese Überlegungen finden bei Heinz Stinglwagner Zustimmung. Der Citymanager arbeitet für die Gesellschaft Augsburg Marketing, die für die Organisation von Innenstadt-Marktsonntagen zuständig ist: „Wir befürworten nach wie vor die gesetzlich erlaubten vier verkaufsoffenen Sonntage.“

An Oberhausen und Lechhausen müsse nichts geändert werden, „wir wünschen uns aber auch die Rückkehr der zwei Marktsonntage für die Innenstadt im Rahmen einer vernünftigen gesetzlichen Regelung.“ Stinglwagner fordert eine Chancengleichheit zwischen den Städten: „Es kann nicht sein, dass in der einen Stadt der Marksonntag verboten wird, in der Nachbarstadt aber nicht.“ Innerstädtische Marktsonntage würden nach wie vor von Händlern gewünscht, sagt Ulrich Mayr. Er ist Vorsitzender des Innenstadtgewerbebeirats: „Es geht auch darum, die Innenstadt zu stärken im Hinblick auf das Umland und das Internet.“

Festzone Ulmer Straße: Die Plätze im Freien waren am Marktsonntag sehr begehrt.
Bild: Annette Zoepf

Citymanager Stinglwagner sagt: „Es ist auch zu sehen, dass eine Teilnahme an einem Marktsonntag immer freiwillig ist.“ Die meisten Angestellten im Handel bekämen zudem für die Sonntagsarbeit einen Freizeitausgleich oder finanzielle Zuschläge. Marktsonntage dienten auch dazu, die Innenstadt mit ihrem vielfältigen Angebot zu bewerben. So wie dies nach wie vor in Oberhausen und Lechhausen geschehe.

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