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Augsburg

18.05.2018

Marktsonntag: Umfrage sorgt für Ärger

Die Aktionsgemeinschaft Lechhausen ist von ihrem Marktsonntag flankierend zur Kirchweih überzeugt und hat sich um Verlängerung der Genehmigung beworben: Peter Fischer, Serverino Deplano, Barbara Spottke und Walter Wölfle (v. li.) sitzen auf der Blücherstraße vor St. Pankratius schon einmal zur Probe.
Bild: Annette Zoepf

Ordnungsreferent Dirk Wurm will die Veranstaltung der Geschäftsleute im Herbst „rechtlich absichern“.

Die Aktionsgemeinschaft Lechhausen vertraut auf das Renommee ihres Marktsonntags. Das bestätigen der Vorsitzende Peter Fischer und sein Vorstandskollege Walter Wölfle. Um so unverständlicher ist für beide, dass Ordnungsreferent Dirk Wurm die Veranstaltung nun „rechtlich absichern“ will. Wie sie sagen, soll das mittels einer Umfrage geschehen, die sie zwar nicht verhindern wollen, bei der sie aber genau hinsehen werden. Denn ihnen sei nicht ganz klar, wie ein Ergebnis formuliert sein könnte, das über Wohl und Wehe der Lechhauser Sonntagsöffnung am dritten Sonntag im Oktober entscheidet.

Zum Hintergrund: Gewerkschaft und Katholische Arbeitnehmerbewegung (KAB) sind erklärtermaßen Gegner von Marktsonntagen. Während sie sagen, jede Sonntagsöffnung störe das familiäre Miteinander, sagen die Vertreter der Aktionsgemeinschaft: Unser Marktsonntag ist als „Familienfest“ gedacht. Bei Wölfle beispielsweise half in der Vergangenheit immer die gesamte Familie zusammen, sodass keine weiteren Mitarbeiter während der fünfstündigen Veranstaltung benötigt wurden.

Auf der sicheren Seite

Nach einem Verwaltungsgerichtsurteil sind in Augsburg vier Marktsonntage erlaubt, sofern sie in Verbindung mit einer traditionellen beziehungsweise identitätsprägenden Veranstaltung stehen. In Lechhausen ist das mit der Kirchweih und dem immer gleichen Datum – am dritten Sonntag im Oktober – der Fall, weshalb sich die Aktionsgemeinschaft auf der sicheren Seite wähnt. Oberhausen, dessen Genehmigung ein Jahr später ausläuft, veranstaltet seinen Marktsonntag flankierend zum Herbst-Plärrer.

Zwei der kommunalen Marktsonntage wurden jetzt per Verwaltungsgerichtsentscheid untersagt. Es handelt sich um den am Europa-Tag und den zum Turamichele-Tag. Das sieht Wölfle darin begründet, dass die Grenzen immer mehr aufgeweicht wurden. In Lechhausen hingegen habe man stets darauf geachtet, dass St. Pankratius und das Festzelt in der Klausstraße der Mittelpunkt blieben. Natürlich habe es immer wieder Bemühungen von weiter entfernten Unternehmen gegeben, am Marktsonntag ebenfalls zu öffnen. Dies habe die Aktionsgemeinschaft jedoch ablehnen müssen. Selbst auf den Plakaten, die an den Straßenrändern für die Veranstaltung werben, werde groß auf die Kirchweih hingewiesen, während das Datum des Marktsonntags eine untergeordnete Rolle spiele.

„Wir hätten uns eine kraftvolle Unterstützung der Stadt erhofft“, sagt Peter Fischer über die jetzige Vorgehensweise des Ordnungsreferenten. Dass jetzt eine Umfrage ermitteln soll, wie stark der Lechhauser Marktsonntag ist, hält er ebenso wie sein Vorstandskollege Walter Wölfle als „an den Haaren herbeigezogen“. Schließlich ziehe die Veranstaltung – sogar bei trübem Wetter – Tausende Besucher an. Wölfle geht sogar noch weiter und sagt, er empfinde es „als Watsch’n“, die allenfalls Aufregung und Verunsicherung schüre. Die Marktsonntagsplanung für den kommenden Herbst sei in vollem Gange. Es werde sowohl die bewährten Standards als auch eine neue Attraktion geben.

Der Vorsitzende der Aktionsgemeinschaft hatte eigenen Worten nach bereits vor zweieinhalb Jahren den Antrag auf Verlängerung der Marktsonntagsgenehmigung für Lechhausen gestellt. „Wohlwissend“, wie er sagt. Außerdem habe er gegenüber der Stadt in einem Schreiben das aktionsgemeinschaftliche „Unverständnis zum Ausdruck gebracht“. Denn schließlich habe man seit 25 Jahren immer um den kulturellen Zusammenhang mit der Traditionsveranstaltung Kirchweih gewusst. „Wir haben es immer so gesehen“, sagt Walter Wölfle, „dass der Marktsonntag ein Fest für die ganze Familie sein muss.“

Bewerbung eingereicht

Selbstbewusst misst sich Lechhausen jetzt mit anderen Stadtteilen. Mit dem Slogan „Bei uns sitzen Sie länger, besser und öfter“, reichte die Aktionsgemeinschaft am 15. Mai ihre Bewerbung für die von Bürgermeisterin Eva Weber ausgelobte Stadtteil-Challenge ein. Der Plan ist, die Neuburger Straße zum Marktsonntag mit kreativen Sitzgelegenheiten zu möblieren. Nicht nur Geschäftsleute, sondern auch Vereine und Privatleute seien aufgerufen, entsprechendes Mobiliar zu gestalten.

Vorstellen können sich Fischer und Wölfle, dass die besten Stücke nach der Kirchweih dauerhaft in den Stadtteil integriert werden. Das Preisgeld ist gestaffelt von 2500, 1500 und 1000 Euro. Würde sie einen Teil davon gewinnen, würde ihn die Aktionsgemeinschaft für Lechhauser Zwecke verwenden.

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