1. Startseite
  2. Lokales (Augsburg)
  3. Markus Söder verspricht Millionen für Augsburger Synagoge

Augsburg

05.12.2019

Markus Söder verspricht Millionen für Augsburger Synagoge

Ministerpräsident Markus Söder sagte in der Augsburger Synagoge eine höhere Förderung zu.
Bild: Silvio Wyszengrad

Plus Bayerns Ministerpräsident Söder verkündet bei seinem Besuch in Augsburg eine Erhöhung der Zuschüsse. Diese sollen unter anderem mehr Sicherheit bringen.

Ein offener Ort soll eine Synagoge sein, sagt Alexander Mazo, Vorsitzender der israelitischen Kultusgemeinde in Augsburg. Doch spätestens seit dem Anschlag auf das jüdische Gotteshaus in Halle im Oktober sei klar, dass das in diesen Zeiten nicht mehr möglich sei.

Weiterlesen mit dem Plus+ Paket

  • Zugriff auf mehr als 200 neue Plus+Artikel pro Woche
  • Zugang zu lokalen Inhalten, die älter als 30 Tage sind
  • Artikel kommentieren und Newsletter verwalten
  • Jederzeit monatlich kündbar
Jetzt für nur 0,99 € testen

Weiterlesen mit dem Plus+ Paket

  • Zugriff auf mehr als 200 neue Plus+Artikel pro Woche
  • Zugang zu lokalen Inhalten, die älter als 30 Tage sind
  • Artikel kommentieren und Newsletter verwalten
  • Jederzeit monatlich kündbar
Jetzt für nur 0,99 € testen

Eine massive Holztür verhinderte dort ein Blutbad. In Augsburg ist der Eingangsbereich der Synagoge dagegen nur mit einem Gitter gesichert. Teile davon wurden nun mit einer Plane notdürftig blickdicht gemacht. Im Rahmen einer Generalsanierung der Synagoge soll die Sicherheit für die Gemeinde in den kommenden Jahren aber noch einmal deutlich erhöht werden. 26 Millionen soll die gesamte Sanierung kosten.

„Mit dem Sicherheitsaspekt haben wir schon begonnen“, sagt Architekt Martin Spaenle. Was seit dem Anschlag von Halle verändert wurde und was noch geplant ist, möchte er aus Sicherheitsgründen nicht im Detail verraten. Klar sei aber, dass die zentrale Schwachstelle des Gotteshauses in der Halderstraße der Eingang ist. Denn bislang kommen täglich rund 300 Besucher durch das Tor ins öffentliche jüdische Museum, das im Synagogenkomplex angesiedelt ist. „Die Besucherströme müssen getrennt werden. Dafür wollen wir eine Schleuse an den historischen Teil anbauen, durch die künftig das Museum betreten wird. Die Gemeindemitglieder werden weiter über den bisherigen Eingang in die Synagoge kommen.“

Markus Söder verspricht Millionen für Augsburger Synagoge

Videoüberwachung in Augsburger Synagoge soll optimiert werden

Die Videoüberwachung, die bereits in Teilen vorhanden ist, soll optimiert werden. Auch, um Hakenkreuzschmierereien, die sich in den vergangenen Monaten gehäuft haben, künftig zu verhindern. Daneben werden bei der Generalsanierung auch Schäden an der 102 Jahre alten Synagoge ausgebessert. Das Dach ist mittlerweile undicht, Museum und der Innenraum nicht barrierefrei, die Haustechnik und die Fenster müssen überholt werden.

Zehn Prozent der Bausumme von geschätzten 26 Millionen Euro muss die Kultusgemeinde selbst aufbringen. 13 Millionen trägt der Bund, die andere Hälfte kommt laut Spaenle aus mehreren Töpfen des Freistaates, etwa vom Entschädigungsfonds, vom Kultusministerium, von Bezirk und Stadt.

Wie Ministerpräsident Markus Söder beim Besuch der Synagoge am Freitag versicherte, bekenne sich der Freistaat klar zur Freiheit jüdischen Lebens. Darum habe man die Mittel von knapp über drei Millionen Euro auf 7,4 Millionen Euro aufgestockt, so dass die Finanzierung der Sanierung und der zusätzlichen Sicherheitsvorkehrungen gesichert sei.

Antisemitismus in der Bevölkerung wächst

Für Söder ein Signal angesichts des wachsenden Antisemitismus in der Bevölkerung. „Wir müssen dem viel entschlossener entgegentreten“, so der Ministerpräsident, der beim Rundgang durch die Augsburger Synagoge auch forderte, die Strafen für Antisemitismus und rechte Hetze im Internet zu verschärfen. „Ein Angriff auf Sie ist ein Angriff auf uns“, versicherte Söder. „Ich möchte mir nie vorwerfen lassen dass man so eine Entwicklung geahnt hat, ihr aber nicht rechtzeitig entgegengetreten ist.“

Hören Sie sich dazu auch unseren Podcast "Augsburg, meine Stadt" an.

Wir wollen wissen, was Sie denken: Die Augsburger Allgemeine arbeitet daher mit dem Meinungsforschungsinstitut Civey zusammen. Was es mit den repräsentativen Umfragen auf sich hat und warum Sie sich registrieren sollten, lesen Sie hier.

Themen folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

Das könnte Sie auch interessieren