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Augsburg

22.02.2019

Marode Wasserleitungen: Warum das Augsburger Wasser sauber ist

Das Wasserwerk am Lochbach wurde saniert.
Bild: Silvio Wyszengrad

Die Stadtwerke müssen aber ständig viel Geld ins Leitungsnetz investieren. Trotzdem gibt es noch ein Problem.

Viele Wasserleitungen in schwäbischen Kommunen sind marode, es gibt zunehmende Probleme mit der Hygiene. In Augsburg müssen sich Verbraucher keine Sorgen um die Qualität ihres Trinkwassers machen, wie die Stadtwerke auf Anfrage unserer Redaktion mitteilen. Um das rund 1000 Kilometer lange und teils historische Leitungsnetz der Stadt in Schuss zu halten, muss aber viel getan werden.

Die älteste Wasserleitung ist von 1879

„Für ein Jahrhunderte altes Netz sind unsere Leitungen sehr intakt, weil wir sie gut pflegen“, sagt Stadtwerke-Sprecher Jürgen Fergg. Das durchschnittliche Alter der Augsburger Wasserleitungen liegt bei 35,5 Jahren. Die älteste Leitung ist von 1879, sie entstand mit Inbetriebnahme des Hochablasswerks. Wobei das Alter einer Wasserleitung nicht unbedingt Aufschluss darüber gibt, ob sie noch gut in Schuss ist.

„Manche alten Gussleitungen sind von der Qualität und Beständigkeit besser, als manche Leitungen, die in den 1960er und 1970er verlegt worden sind“, sagt Fergg. Die Stadtwerke investieren nach seinen Angaben kontinuierlich in die Instandhaltung und Erneuerung des Leitungsnetzes, rund acht Millionen Euro jedes Jahr. Deshalb habe sich kein Sanierungsbedarf aufgestaut. Um Schäden schnell zu finden und diese zeitnah zu beheben, werde gezielt in die Netzüberwachung investiert. Anfällige Wasserleitungen werden auch vorbeugend ausgetauscht. Wasserrohrbrüche seien in Augsburg deshalb relativ selten, so Fergg.

Marode Wasserleitungen: Warum das Augsburger Wasser sauber ist

Ein Problem vieler Kommunen ist ein großer Wasserverlust im Netz. Die Augsburger Stadtwerke konnten diesen Verlust in den vergangenen zehn Jahren um mehr als 60 Prozent verringern. 2008 gingen 3,1 Millionen Kubikmeter Trinkwasser durch undichte Leitungen verloren, 2018 waren es noch 1,1 Millionen Kubikmeter. Das entspreche knapp acht Prozent Wasserverlust, so Fergg.“ Augsburg liege damit im unteren Mittelfeld.

"Wassertag" mit Führungen

In etlichen schwäbischen Kommunen gab es in den vergangenen Jahren auch zunehmende Hygieneprobleme. Zuletzt mussten Bürger immer wieder Wasser abkochen oder das Trinkwasser musste gechlort werden. Fergg sagt: „In Augsburg haben wir definitiv keine Hygieneprobleme, im Gegenteil, wir haben naturbelassenes Trinkwasser in guter Verpackung.“ Die Augsburger Stadtwerke seien inzwischen vielfach als Berater tätig, um in betroffenen Gemeinden die Trinkwasserqualität zu verbessern. Als Beispiele nennt der Sprecher Ustersbach und Gessertshausen.

Beim Wassertag am 24. März im historischen Wasserwerk am Hochablass und der neuen Anlage direkt gegenüber sowie einem neuen Horizontalfilterbrunnen kann jeder in die Augsburger Wasserversorgung eintauchen, ab 12 Uhr.

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