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22.03.2017

Maschine hilft bei der Reanimation

Ein tragbares Thorax-Kompressions-Gerät im Wert von 15000 Euro für die Kreisklinik Günzburg hat der Verein zur Förderung der Klinik gespendet. Bei den Wahlen übernahm Chefarzt Dr. Hans Ulrich Sauer als Nachfolger von Dr. Clemens von Gottberg den Vorsitz. Das Bild zeigt von links: Dr. Ralf Strassner, Dr. Clemens von Gottberg, Chefarzt Dr. Hans Ulrich Sauer, Thomas Lang, Direktor Pflegemanagement Andreas Mugler, Herbert Klement und Alois Brunhuber.
Bild: Irmgard Lorenz/Kreisklinik Günzburg

Günzburg Wenn das Herz eines Patienten oder Verunglückten nicht mehr schlägt, ist harter körperlicher Einsatz gefragt. Mindestens 100 Mal pro Minute muss der Brustkorb zur Wiederbelebung fünf bis sechs Zentimeter tief gedrückt werden, möglichst gleichmäßig. Helfer in der Kreisklinik Günzburg und im Herzkatheter-Labor bekommen bei derartigen Einsätzen jetzt Unterstützung. Der Förderverein der Klinik hat ein Thorax-Kompressions-Gerät gespendet. „Eine sehr spendable Anschaffung“, sagt dazu Dr. Clemens von Gottberg, der scheidende Vorsitzende des Fördervereins.

15 000 Euro hat der Reanimations-Assistent gekostet, der im Notfall zwei bis drei Helfer ersetzen und ihnen Hände und Kopf für andere wichtige Tätigkeiten frei machen kann. Und die Maschine bringt bei der Wiederbelebung einen weiteren wesentlichen Vorteil: Ihr Akku hält bis zu einer Stunde, sie kann ohne Unterbrechung arbeiten, während bei menschlichen Helfern nach etwa zwei Minuten kräftezehrender Herzdruckmassage die Kraft nachlässt. Dann muss ein Kollege ran. Oft dauern Reanimationen bis zu einer Stunde. „Jede Unterbrechung dabei ist sehr schlecht“, sagte der Chefarzt der Fachabteilung Kardiologie Dr. Hans Ulrich Sauer, der bei der Versammlung des Fördervereins das neue Gerät vorstellte.

In solch prekären Situationen ist das tragbare Thorax-Kompressions-Gerät für das medizinische Personal eine wertvolle Hilfe. Stationiert wird es in der Kreisklinik Günzburg in der Nähe des Herzkatheter-Labors, weil dort fast 40 Prozent der Patienten als Notfall kommen. Während die Maschine mit einer Art Stempel gleichmäßig die Herzdruckmassage übernimmt, können die Kardiologen mit ihrem Team, zu dem in solchen Fällen auch die Anästhesisten gehören, beispielsweise verstopfte Herzgefäße wieder eröffnen und so den Blutkreislauf des Patienten wieder in Gang bringen.

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Auch Röntgenuntersuchungen sind trotz des laufenden Reanimationsassistenten möglich. Dass während des Röntgens die Maschine die Herzdruckmassage übernimmt, erspart den Helfern so manche Strahlendosis. „Arbeitsschutz“, sagt Dr. Sauer dazu. Von der Spende profitieren sowohl die Patienten als auch die Mitarbeiter der Klinik. Dass der Verein zur Förderung der Klinik eine solch großzügige Spende machen kann, verdankt er seinen gut 70 Mitgliedern und einem „sehr, sehr schönen Spendenaufkommen“, wie Dr. Clemens von Gottberg sagt. Er hat 2008 den Vorsitz des damals gegründeten Vereins übernommen. „Das waren gute Jahre für mich als Ausklang aus dem Berufsleben“, sagt der ehemalige Chirurgie-Chefarzt, der mit über 70 Jahren das Amt an den einstimmig gewählten Dr. Hans Ulrich Sauer abgegeben hat. Zweiter Vorsitzender bleibt Dr. Ralf Strassner, Dritter Vorsitzender Alois Brunhuber. Schriftführer ist wie bisher Herbert Klement. Die Kasse übernimmt die Betriebswirtin Gudrun Egner vom bisherigen Schatzmeister Thomas Lang, der mit den Spendengeldern äußerst sparsam gewirtschaftet hat.

Bei insgesamt 7195 Euro Einnahmen im vergangenen Jahr wurden gerade einmal 4,90 Euro für Büromaterial ausgegeben. Ein weiterer Wunsch auf der „Riesen-Liste von Wünschen“ (Klinikvorstand Dr. Volker Rehbein) könnte dank des Vereins zur Förderung der Klinik Günzburg schon bald in Erfüllung gehen. (zg)

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