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Augsburg

07.01.2019

Massive Schäden: Biber im Sparrenlech ärgert Anwohner

Eva Nagelmüller und weitere Anwohner am Sparrenlech haben Probleme mit Biber-Verbiss. Sie fordern Lösungen.
Bild: Silvio Wyszengrad

Ein Biber richtet erhebliche Schäden in den Gärten einer Augsburger Wohnanlage an. Betroffene Bürger fordern eine Lösung von der Stadt.

Mitten in der Stadt, am Sparrenlech hinter der City Galerie, hat sich ein Biber angesiedelt. Er fällt Bäume und Sträucher entlang des Kanals und in angrenzenden Gärten der Wohnanlage City Palais. Sehr zum Ärger von Anwohnern. Eva Nagelmüller klagt als Betroffene, der Biber habe inzwischen einen Schaden von mehreren Tausend Euro angerichtet. „Das ist nicht mehr zumutbar“, sagt die Anwohnerin. Schon seit Monaten sei sie deshalb mit der Stadt in Kontakt. Eine Lösung des Problems sei nicht in Sicht.

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Im renaturierten Teil des Sparrenlechs fühlt sich der Biber offenbar schon länger heimisch. Nach Beobachtungen von Anwohnern hat er dort seit knapp einem Jahr sein Revier bezogen. Das hat Folgen fürs Grün am Kanal. „Jede Nacht kommt er heraus und frisst weiter“, sagt Eva Nagelmüller. Die Spuren sind überall zu sehen: etwa an der Hecke des Gemeinschaftsgartens der Wohnanlage in Richtung Cinemaxx-Kino. Dort sind zahlreiche Gehölze angenagt oder ganz abgefressen. Die Zweige hat der Biber in den Kanal geschleift.

"Wir sind alle sehr tierlieb, aber irgendwo hört's auf"

Auch in einigen angrenzenden Privatgärten ist er unter den Zäunen durchgeschlüpft und hat von Bäumen und Sträuchern nicht mehr viel übrig gelassen. Sogar vor Gehölzen entlang des Kanals, die von der Stadt mit Draht gegen Verbiss gesichert wurden, macht der Biber nicht Halt. Auch sie hat er oberhalb der Sicherung angefressen.

„Wir sind alle sehr tierlieb, aber irgendwo hört's auf“, sagt Eva Nagelmüller, die nach eigenen Angaben auch für andere Anwohner spricht. Der Biber müsse von der Stadt umgesetzt werden, fordert sie. Schon seit Monaten sei sie deshalb mit den zuständigen Stellen in Kontakt. Doch dort fühlt sie sich mit ihrem Anliegen hingehalten. Eine wirkungsvolle Lösung gebe es bislang nicht, kritisiert sie.

In diesem Bereich der Stadt, in unmittelbarer Nähe zur City-Galerie, hat sich der Biber angesiedelt.

Stadt Augsburg: Biber stehen unter strengem Schutz

Bei der Stadt sieht man die Angelegenheit anders. Der Vorwurf, wonach die Verwaltung seit Monaten mit der Angelegenheit befasst sei und um keinen Lösungsvorschlag bemüht sei, treffe nicht zu, teilt die Pressestelle auf Anfrage unserer Redaktion mit. Anwohner des Sparrenlechs seien dahingehend beraten worden, ihre abgezäunten Privatgärten so abzusichern, dass sie dem Biber keinen Zutritt ermöglichen. Dazu hätten auch Informationsgespräche vor Ort stattgefunden.

Die im öffentlichen Raum gepflanzten Bäume am Kanal seien durch Schutzgitter so präpariert worden, dass sie für den Biber nicht zugänglich sind. Damit verbleibe als Bibernahrung ausschließlich der natürliche Gehölzaufwuchs an den Gewässerufern und die krautigen Vegetationsbestände.

Bei der Stadt verweist man darauf, dass Biber als Wildtiere unter strengen Schutz stehen. Damit sei es gesetzlich verboten, ihnen nachzustellen, sie zu fangen, zu verletzen oder zu töten. „Eine Ausnahme von diesen Verboten kann nur dann zugelassen werden, wenn keine zumutbaren Alternativen gegeben sind“, so die Pressestelle.

Wohl rund 120 Biber im Augsburger Stadtgebiet

Was das Stadtgebiet insgesamt angeht, habe sich die Biberpopulation in den vergangenen Jahren auf etwa 24 Biberreviere eingepegelt. Experten schätzen, dass es rund 120 Tiere sind. Die Verteilung der Biberreviere sei sowohl auf den Bereich der freien Landschaft als auch auf die Gewässerbiotope im bebauten Stadtgebiet verteilt.

Ansprechpartner für Bürger ist bei Problemen in der Regel der städtische Biberbeauftragte. Auf dieser Stelle hat es einen Wechsel gegeben. Richard Weiß hat als zuständiger Mann im August 2018 innerhalb des Amtes für Grünordnung, Naturschutz und Friedhofswesen die Stelle und damit den Aufgabenbereich gewechselt. Nach Angaben der Stadt ist die neue Biberbeauftragte seit November Monika Weber. Anwohnerin Eva Nagelmüller ist der Meinung, dass es am Sparrenlech weiter Handlungsbedarf für die Stadt gibt. Sie verweist auf einen anderen Fall. Auch am Schäfflerbach beim Textilmuseum habe es Probleme mit einem Biber gegeben. Dort sei das Tier von der Unteren Naturschutzbehörde umgesetzt worden.

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