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Augsburg

17.05.2018

Mathematik ist mehr als Ausrechnen

Mathewettbewerb GS Hochzoll-Süd, v.l. Magdalena, Felix, Terry, Christine, Laura, Sharusad, Pia, Leyla, Tanay
Bild: Annette Zoepf

Die Werner-Egk-Grundschule holt sich den 1. Platz im Umgang mit Zahlen, Ziffern und Einheiten im Team-Wettbewerb.

Einmal angenommen: Alle Schüler ihrer Schule würden ihre Schulranzen zu einem Turm stapeln – wären diese höher als das Schulgebäude der Grundschule Hochzoll-Süd? Man kann das jetzt erraten, schätzen oder ausrechnen. Drei Drittklässler aus fünf verschiedenen Augsburger Grundschulen, die sich am vergangenen Dienstagnachmittag in der Grundschule Hochzoll-Süd getroffen haben, haben dies ausgerechnet.

Sie mussten aber auch gut schätzen und vergleichen können. Jeweils in Dreierteams machten sie mit beim Schwäbischen Team-Wettbewerb Mathematik – zunächst auf Augsburg-Ebene. Schon in ihren eigenen Grundschulen hatten sie zuvor im Wettkampf mit anderen dritten Klassen den Sieg davon getragen. Ausgelobt wir dieser Wettbewerb von der Regierung von Schwaben, unterstützt von den schwäbischen Raiffeisen-Volksbanken.

Die drei Siegerteams aus der Werner-Egk-Grundschule (1. Platz), aus der Grundschule Inningen (2. Platz) und der Grundschule Hochzoll-Süd (3. Platz) sind glücklich und aufgekratzt. Fürs Pressefoto versuchen sie, ihre Schulranzen tatsächlich zu stapeln, was nur bedingt gelingt, weil aus dem Mini-Turm immer wieder eine Schultasche rauskippt. Beim Rechnen aber, für das sie an diesem Nachmittag eine Stunde Zeit hatten, gab es für sie keine Probleme.

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Vielfältig gefordert

Diese Rechenaufgabe, die den Teams gestellt wurde, forderte die Kinder auf verschiedene Weise. So wie es der Mathematikunterricht in der Grundschule heute vorsieht. Schulrätin Prisca Satzger-Pucher, die den Mathe-Wettbewerb in Augsburg betreut, erläutert, dass es nach dem seit einigen Jahren neuen Lehrplan im Mathematik-Unterricht darum geht, dass mehr Kompetenzen als bisher gefordert werden – etwa, dass Größen miteinander verglichen werden, oder dass Dinge abgeschätzt werden. „Das ist auch etwas, was man im Alltag gut gebrauchen kann“, so die Schulrätin. Eine klassische Matheaufgabe sei etwa: Vor einer Eisdiele steht eine große Eistüte. Wie groß müsste der Mensch sein, der sie in der Hand hält?

So etwas gefällt den Schülern, vor allem natürlich denen, die beim Mathewettbewerb mitgemacht haben. „Ich mag Rechnen, es fällt mir irgendwie leicht“, sagt ein Mädchen. Anfangs sei ihr die Aufgabe mit den Schulranzen zwar schwer erschienen, aber gemeinsam mit den anderen beiden im Team sei’s dann doch gut gelaufen. Die anderen Kinder stimmen ihr bei. Ein Bub meint, dass er gerne knobelt und fügt hinzu: „Beim Rechnen kann man wenigstens keine Rechtschreibfehler machen.“ Bewertet wurde bei diesem Test nicht unbedingt das Ergebnis, sondern der Weg, den die Kinder im Team gewählt haben.

Dabei erwiesen sie sich als höchst pfiffig: Um etwa abzuschätzen, ob die gestapelten Schulranzen höher als das Schulgebäude sind, mussten sie erst mal rausbekommen, wie hoch ein Stockwerk ist. Und auch der Zwischenraum zwischen den Stockwerken. Als Vergleichswert half ihnen etwa die Höhe der Türe zur Aula.

Gestapelte Schulranzen

Und wie viele Schulranzen muss man dafür stapeln? Wie hoch ist ein Schulranzen? Wenn ein Schulheft 20 Zentimeter hoch ist, dann könnte ein Schulranzen zwischen 45 und 50 Zentimeter hoch sein. Und wie viele Klassen gibt’s in der eigenen Schule? Das macht dann im Schnitt so und so viele Schüler… Am Ende mussten die Schüler ihren Rechenweg auf ein Plakat skizzieren und ihn der Jury und den anderen präsentieren. Sprachliche Kompetenz war hier also auch gefragt.

Die besten Mathe-Teams in Schwaben werden demnächst zur letzten Runde des Wettbewerbs im Rokoko-Saal der Regierung von Schwaben aufeinandertreffen.

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