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Augsburg

14.11.2015

Maxstraße: Brutale Angriffe auf Polizei

Auf Streifenfahrt in der Maximilianstraße: Im Oktober wollten dort Schläger zwei Beamten die Pistole wegnehmen.
Bild: Ruth Plössel

Im Augsburger Nachtleben ist die Zahl der Gewalttaten gesunken. Doch die einzelnen Fälle werden immer heftiger. In einer Oktobernacht spielten sich Kampfszenen ab.

Dieses Datum hat Hauptkommissar Robert Kurz sofort parat. Die Geschehnisse in der Nacht zum Sonntag, 11. Oktober, beschäftigten ihn jetzt, mehrere Wochen später, noch immer. Man kann das nicht einfach abhaken, zur Tagesordnung übergehen. In jener Nacht, gegen 3.20 Uhr, wollen zwei Polizisten am Moritzplatz einen Streit schlichten. Doch die Situation eskaliert, die Beamten werden attackiert. Am Ende sind mehrere Polizeibeamte verletzt, durch Tritte und Bisse.

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Oft geraten auch Polizisten ins Visier der Schläger

Die nächtliche Schlägerei am Moritzplatz ist aus Sicht der Polizisten ein trauriger Höhepunkt zahlreicher ähnlicher Einsätze, die es in den vergangenen Monaten gab. Zwar ist die Zahl der Gewalttaten im Nachtleben in der Innenstadt seit Jahren rückläufig. „Doch die Brutalität nimmt leider zu“, sagt Werner Bayer, der Leiter der Polizeiinspektion Mitte.

Die Statistik zeigt das: Zwischen Januar und September zählte die Polizei in diesem Jahr bislang rund 190 einfache Körperverletzungen, die sich in der Partyszene in der Innenstadt abgespielt haben. Im selben Zeitraum des Vorjahres waren es noch 270 Fälle. Bei den gefährlichen Körperverletzungen gab es dagegen einen deutlichen Anstieg – von 30 auf jetzt 46 Gewalttaten.

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Oft geraten dabei auch die Polizisten ins Visier der Schläger. So wie im Oktober am Moritzplatz. Eigentlich stritten sich dort mehrere Männer, Spätaussiedler aus Kasachstan, um eine Frau. Doch als die Polizisten aus ihrem Auto stiegen, gingen zwei Männer sofort auf die Beamten los. „Die Kollegen mussten richtig kämpfen“, erzählt Robert Kurz. „Anfangs hatten sich nicht mal Zeit, per Funk Hilfe zu rufen.“ Der Hauptkommissar leitet die sogenannte B-Schicht der Innenstadtinspektion. Das Revier arbeitet im Drei-Schicht-Betrieb. Zuletzt hatte die B-Schicht immer wieder harte Einsätze im Nachtleben.

Revierchef sieht generelle Tendenz zu mehr Rücksichtslosigkeit

Die Frage, warum die Brutalität zunimmt, beschäftigt die Polizisten. „Eine einfach Erklärung gibt es vermutlich gar nicht“, sagt Revierchef Werner Bayer. Er sieht eine generelle Tendenz in der Gesellschaft zu mehr Rücksichtslosigkeit und sinkendem Respekt anderen gegenüber. Speziell im Nachtleben spielen auch neue chemische Drogen eine Rolle. Sogenannte Badesalze sind aufgrund einer Gesetzeslücke im Internet legal zu kaufen. Sie sind aber nicht nur gesundheitlich bedenklich. Wer Badesalze nimmt, wird in vielen Fällen schneller aggressiv und spürt weniger Schmerz. Bei der Moritzplatz-Schlägerei wehrten sich die Polizisten mit Schlagstöcken gegen die Angreifer. Das zeigte keine Wirkung. Ein Täter versuchte sogar noch, sich die Pistole eines Beamten zu greifen. Erst Pfefferspray half.

In den vergangenen Jahren hatte die Polizei verstärkt nachts in der Innenstadt Präsenz gezeigt, um die Zahl der Gewalttaten zu senken. Das ist gelungen. Dieses Jahr waren allerdings wieder deutlich weniger Polizisten unterwegs – die Unterstützungskräfte von der Bereitschaftspolizei sind mit der Asylkrise beschäftigt. Die Polizeigewerkschaften haben erst kürzlich kritisiert, dass die Beamten durch den Personalmangel an ihre Belastungsgrenze kommen. Werner Bayer versichert, die Sicherheit sei trotzdem gewährleistet. „Der normale Besucher muss sich in der Maxstraße nachts keine Sorgen machen“, sagt er. Für die Polizisten ist die Arbeit allerdings unangenehmer. Sie müssen bei Schlägerei öfter mit weniger Beamten auskommen – und können schneller in die Defensive geraten.

Frauen beißen Polizisten die Hand

Zumal die Polizisten immer häufiger auch spontanen Angriffen von eigentlich unbeteiligten Zuschauern ausgesetzt sind. Am Moritzplatz sind es zwei Begleiterinnen der Schläger, die ausflippen und zwei Beamten in die Hand beißen. Sie müssen jetzt mehrfach ihr Blut auf Infektionen testen lassen. Mitte August richtet sich am Ulrichsplatz die Wut einer ganzen Menschenmenge gegen Polizisten, die dort einen jungen Mann festnehmen. Der Mann hat in einem Club versucht, in die Kasse zu greifen. Andere Nachtschwärmer mischen sich ein. So massiv, dass Sicherheitsleute des Clubs die Menge mit Absperrgittern zurückdrängen müssen. Auch der städtische Ordnungsdienst kommt immer wieder hinzu und hilft.

Inspektionschef Werner Bayer hat Respekt vor der Arbeit seiner Beamten. Es sei nicht einfach, in solchen Stresssituationen schnell die richtigen Entscheidungen zu reffen. Hauptkommissar Robert Kurz spricht hinterher mit seinen Leuten über die belastenden Einsätze. „Es ist wichtig, darüber zu reden“, sagt er. „So verarbeitet man es besser.“

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Die Diskussion ist geschlossen.

15.11.2015

Hahahahahaha ! An der Realität voll vorbei, Herr Moderator !

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14.11.2015

Spätaussiedler aus Kasachstan und unsere deutschen Bürger mit Migrationshintergrund sind und bleiben ein Problem nicht nur für unsere Polizei.

Auch wir Einheimischen werden gerne bedroht, zum Tanzen gehen in der Augsburger Innenstadt aber auch im Umland, nahezu unmöglich.

Aber für unsere Gutmenschen ist das ja völlig normal.

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14.11.2015

Was schreiben Sie denn da ? Das stimmt doch alles nicht ! Und Spätaussiedler sind doch keine Fremden, die sprechen zwar kein Wort Deutsch, haben aber meist einen deutschen Personalausweis. Also setzen Sie keine falschen Aussagen ins Forum: Einheimische werden bedroht und scheuen sich zum Tanzen zu gehen ? Wo leben Sie denn ?

Es ist alles friedlich, der Terror geht meist von Deutschen aus, das Mädel aus Hinterbieselbachsgreut beißt den Beamten in die Hand und der Sepp aus Hinterbrunsdorf frißt Badesalz, bevor er sich gegen die zwei Polizistinnen unanständig benimmt.

Merkt eigentlich noch irgend jemand, was in deutschen Städten wirklich los ist ?

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14.11.2015

Hallo@GünterZ,

ich habe Ihren Galgenhumor verstanden.

U. Wöhrle

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14.11.2015

Die Realität sieht aber anders aus, als die, die Sie hier formulieren. Es vergeht doch kein Wochenende in der dieser Partymeile ohne Schlägereien. Nun raten Sie mal, aus welchen Ländern oftmals die Beteiligten stammen. Ja, auch aus Deutschland/Augsburg und Umland, auch.

Ich unterstelle mal, dass Ihr Kommentar nicht sarkastisch gemeint war, anstonsten stimme ich Ihnen natürlich zu. :-)

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