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Augsburg

19.09.2013

Maxstraße wird mindestens zwei Jahre später fertig

Die Bürger wünschten sich eine reguläre Straßenbahnlinie durch die Maximilianstraße, der Stadtrat daraufhin auch. Versprochen wurde sie bis 2016. Doch weil die archäologischen Untersuchungen nun intensiver ausfallen als gedacht, wird die Kaisermeile mindestens bis 2018 zur Baustelle..
Bild: Anne Wall

Bevor die Tramgleise für den Linienbetrieb erneuert werden, müssen die Archäologen graben. Die Arbeiten dauern mindestens bis 2018

Der Abschluss der Sanierung der Maximilianstraße wird sich wohl um mehrere Jahre verzögern. Nachdem die Gehwege inzwischen größtenteils verbreitert wurden, wollte die Stadt ursprünglich bis Ende 2015 auch die Fahrbahn umbauen und erneuern. Doch daraus wird nichts: Die Stadtarchäologen kündigten jetzt an, mindestens zwei Jahre für Grabungen zu benötigen – die Sicherung archäologischer Funde nicht eingerechnet. Bis dahin kann auch die mittlerweile beschlossene Max-Tram nicht fahren.

Die Straßenbahnlinie erfordert aufwendigere Grabungen

Denn die Straßenbahnlinie ist es, die aufwendigere Grabungen erforderlich macht, erläutert Baureferent Gerd Merkle (CSU). Die Stadt wollte ursprünglich nur die starke Wölbung der Straße verkleinern und den Abschnitten am Herkulesbrunnen und am Ulrichsplatz eine etwas platzähnlichere Erscheinung verpassen. Außerdem sollte die Prachtmeile neu gepflastert werden.

Doch als der Stadtrat nach hitzigen Diskussionen im Frühjahr beschloss, dass in der Maximilianstraße künftig eine Straßenbahn im Linienbetrieb fahren soll, änderte das einiges. Die jetzigen Gleise sind – auch wenn der Kö-Ersatzverkehr darüberrollt – nur als Betriebsgleise zum Aus- und Einrücken morgens und abends gedacht. Um sie für den dauerhaften Linienbetrieb fit zu machen, müsste ein unterirdisches Dämpfungssystem eingebaut werden. Je nach Ausführung muss man dazu bis zu eineinhalb Meter in den Boden graben.

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In der Mitte der Maximilianstraße sind interessante Funde zu erwarten

In der Mitte der Maximilianstraße sind interessante Funde zu erwarten. Dort standen früher Tanz- und Siegelhaus sowie der Weinstadel. Laut Sebastian Gairhos, Leiter der Stadtarchäologie, stand auch der Merkurbrunnen früher etwas weiter in der Straßenmitte. Von dort aus müsste es ihm zufolge noch Zuleitungen aus der Zeit des Baus der Wassertürme geben.

Rund um das frühere Kloster von St. Moritz vermuten Experten eine Art Wirtschaftshof, dann kommen die Fundamente des Tanzhauses sowie historische Zuleitungen des Herkulesbrunnens, die Heilig-Grab-Kapelle, das Siegelhaus mit dem Weinstadel, unter dem Keller vermutet werden. Um den Ulrichsplatz herum dürfte es ein Gräberfeld geben, am Milchberg kreuzt die Straße die alte Via Claudia, und und und. „Und das sind nur die Dinge, von denen wir schon wissen. Man wird noch deutlich mehr finden. Das wäre ein Längsschnitt auf 900 Metern Länge durch das historische Augsburg“, sagt Gairhos.

Veranschlagt sind dafür Zusatzkosten von 2,8 bis drei Millionen Euro

Auf einer Breite von acht Metern müsste die Stadtarchäologie abschnittsweise die Maximilianstraße im Gleisbereich umpflügen, bevor gebaut werden kann. Dies dürfte zwei bis drei Jahre dauern. Veranschlagt sind dafür Zusatzkosten von 2,8 bis drei Millionen Euro – diese sollen die Stadtwerke tragen, die ohnehin schon mit spitzem Stift rechnen, wie sie die Gleise für die Max-Tram – die Rede war bisher von 7,5 Millionen Euro – ohne Zuschuss finanzieren sollen.

Der frühere Stadtwerke-Chef Norbert Walter war – im Gegensatz zu vielen Bürgern – kein Freund der Linie, musste sich vom Stadtrat aber eines anderen belehren lassen. Dass ab 2016 eine Linie durch die Maximilianstraße rollt, scheint nun vorläufig erledigt. Bei den Stadtwerken arbeitet man momentan an einem Konzept, wie der Gleisbau mit den geringsten Eingriffen in die Archäologie zu machen wäre.

Dass die Straße ab 2014 für vier Jahre auf ganzer Länge zur Baustelle wird, soll nicht passieren, so Merkle. Die Archäologen würden abschnittsweise eine Grube samt Zelt aufschlagen, um den Straßenverkehr nicht zu stark zu beeinträchtigen. Ist ein größerer Abschnitt untersucht, könnte parallel mit Bauarbeiten begonnen werden.

Beschlossen ist die Sanierung der Fahrbahn der Maximilianstraße vom Stadtrat ohnehin noch nicht, wenn auch grundsätzlich gewünscht. Ob vor der Kommunalwahl 2014 noch ein konkreter Beschluss kommt, ist unklar. Damit es keinen vollständigen Stillstand gibt, schlägt Merkle vor, den Gehweg-Lückenschluss rund um den Herkulesbrunnen 2014 in Angriff zu nehmen. Ebenso könnten die Radfahrspuren mit geschnittenem Pflaster schon kommendes Jahr erstellt werden. Heute berät der Bauausschuss des Stadtrats das Thema.

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