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Augsburg

17.10.2016

Mehr Notfall-Einsätze wegen Drogen am Haller-Platz

Ein Großteil der Einsätze auf dem Haller-Platz ist auf die Drogen- und Alkoholikerszene zurückzuführen.
Bild: Anne Wall (Symbol)

Vor dem Oberhauser Bahnhof war bis September 160 Mal der Rettungsdienst im Einsatz. Warum nahm die Zahl im Vergleich zum Vorjahr so deutlich zu?

Die Zahl der Rettungseinsätze am Oberhauser Bahnhofsvorplatz ist in diesem Jahr steil nach oben gegangen. Vier bis fünf Mal pro Woche ist der Rettungsdienst dort zugange. Bis September dieses Jahres wurden 160 Mal Rettungswagen an den Oberhauser Bahnhof beordert, im gesamten vergangenen Jahr waren es 118 derartige Einsätze, so Ordnungsreferent Dirk Wurm (SPD) jetzt auf Anfrage von WSA-Stadtrat Peter Grab. Der Großteil der Einsätze ist auf die dortige Drogen- und Alkoholiker-Szene zurückzuführen.

Laut Drogenhilfe Schwaben sind vor allem die „neuen Drogen“ wie Badesalze und Kräutermischungen die Ursache für die vermehrte Zahl der Einsätze. Wie berichtet zählt die Drogenhilfe auch eine steigende Anzahl an Todesopfern. Das liegt auch an diesen Drogen, die schwierig zu dosieren sind und deren Wirkung nicht absehbar ist. Zudem spritzen sich die Süchtigen die „Badesalze“ teils halbstündlich, was das Risiko erhöht. „Das Konsumverhalten hat sich total verändert“, so Gerlinde Mair, Leiterin der Drogenhilfe. Mancher Nutzer lande bis zu dreimal pro Woche in der Notaufnahme.

Grab hat unterdessen mehrere Anträge an die Stadtverwaltung gestellt mit dem Ziel, den Bahnhofsvorplatz im Stadtrat auf die Tagesordnung zu setzen. Grab fordert sogar eine Sondersitzung des zuständiges Ausschusses. Die Anwohner hätten endlich ein Recht auf Verbesserungen, egal ob es tatsächlich ein Sicherheitsdefizit gibt oder ein gefühltes Sicherheitsmanko. Man warte nach wie vor auf einen umfangreichen Konzeptvorschlag der Stadtverwaltung, um die Situation zu verbessern.

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Wie berichtet gibt es seit Jahren Proteste von Anwohnern. Die Stadt reagierte zuletzt darauf, indem sie einen wenig frequentierten Spielplatz am Bahnhofsplatz auflöste und für die Süchtigen als Treffpunkt zur Verfügung stellte. So verlagerte sich ein Teil der Szene von der Mitte zum Rand des Platzes hin. Überlegungen der Stadt, Räumlichkeiten mit sozialer Betreuung in dem Gebiet anzumieten („Trinkerstube“), verliefen bisher im Sande.

Belebung des Platzes funktioniert

Immerhin gibt es Bemühungen, den Platz zu beleben: das Festival „Sommer im Kiez“ mit Musik und Public Viewing durch Gastronom Stefan „Bob“ Meitinger und die Aktionstage „Nimm Platz“ der Stadt mit einer Friedenstafel und einer Bürgerwerkstatt zur künftigen Nutzung des Platzes. Auch kommendes Jahr möchte die Stadt dort ein Programm bieten. „Es hat sich einiges geändert. Man sollte Oberhausen auch nicht immer schlecht reden“, sagt der Oberhauser SPD-Stadtrat Dieter Benkard, der jahrelang selbst auf die Probleme hinwies. Voraussichtlich im Dezember will Wurm ein umfassendes Konzept vorlegen, wie es auf dem Platz weitergehen soll.

Die Polizei sieht den Bahnhofsvorplatz nicht als Kriminalitätsschwerpunkt. Streifen seien sowohl im Rahmen des täglichen Dienstes als auch bei Schwerpunktkontrollen vor Ort. Zuletzt habe man eine leichte Steigerung bei Drogen-Vergehen festgestellt. „Zugenommen haben Anrufe besorgter Bürger, die die Polizei über Angehörige der Rauschgift- und Trinkerszene in einer hilflosen Lage informieren“, so Sprecherin Manuela Ambrosch. Absolute Zahlen zu Einsätzen auf dem Haller-Platz könne man momentan nicht liefern, so die Polizei.

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