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16.09.2019

Mehr als Impfen: Das sollten Sie vor Reisen beachten

Die richtigen Impfungen können beim Reisen wichtig sein. Es sollte aber noch mehr beachtet werden.
Bild: Sophia Kembowski, dpa (Symbolbild)

Die richtige Vorbereitung erspart unliebsame "Urlaubsmitbringsel". Eine Medizinerin berichtet, was gerade ältere Menschen vor und bei Fernreisen beachten sollten.


Auf einer Fernreise neue Länder und fremde Kulturen kennenzulernen, ist für die meisten Menschen ein unvergessliches Erlebnis. Doch das kann gründlich verdorben werden, wenn man während der Reise krank wird. In tropischen Ländern droht die Ansteckung unter anderem mit Denguefieber, Gelbfieber oder Malaria.

Um sich dagegen zu schützen, empfiehlt es sich, spätestens sechs bis acht Wochen vor der Abfahrt einen Reisemediziner aufzusuchen. Was darüber hinaus zu beachten ist, erklärt die Oberärztin an der III. Medizinischen Klinik des Uniklinikums, Dr. Viktoria Schneitler, an diesem Montagabend in der Ärztlichen Vortragsreihe in Stadtbergen.

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Ein Reisemediziner weiß, welche Krankheiten in dem Land, das man besuchen möchte, besonders vorkommen. Vor allem muss rechtzeitig ein Impfschutz aufgebaut werden, was einige Wochen dauern kann. Manche Krankenkassen bezahlen die Impfungen, andere nicht oder nur anteilig. Problematisch sind aus Sicht von Schneitler Last-Minute-Reisen, bei denen es für einige Impfungen häufig zu spät ist.

Auch dann sollte man sich aber noch beim Arzt vorstellen, sodass gegebenenfalls während des Urlaubes ein Impfschutz aufgebaut wird (zum Beispiel gegen Hepatitis A) und man noch zu Krankheiten wie Malaria und Repellentien beraten werden kann. Auch wenn man nicht in heiße Weltgegenden reist, lohnt es sich nach ihren Worten, vorher einen Blick in den Impfpass zu werfen, denn zumindest die letzte Tetanus- oder Grippeimpfung sollte noch wirksam sein.

Blutverdünner können Impfungen schwierig machen

Einen näheren Blick wird die Referentin auf Fernreisende im Rentenalter werfen. Ihr Immunsystem ist meist nicht mehr voll wirksam; bei ihnen empfiehlt sich daher auch eine Impfung gegen Zoster und Pneumokokken (die Lungenentzündung hervorrufen können). Sind die Betroffenen auf blutverdünnende Medikamente angewiesen, ist allerdings eine Impfung erschwert und der Impferfolg nicht garantiert.

Das kann zu Problemen führen, denn in manche Länder darf man nur einreisen, wenn man gegen Gelbfieber geimpft ist. Es gibt die Möglichkeit, ein sogenanntes Exemption Certificate auszustellen, aber diese Freistellungsbescheinigung wird bei Einreise nicht immer anerkannt. Für die Vorbeugung gegen Gelbfieber gibt es in Deutschland bestimmte Impfstellen; zu ihnen gehört auch die Augsburger Uniklinik.

Als Risikogruppe sieht Schneitler auch junge Leute, die mit geringem Budget reisen und Unterkünfte wählen, in denen die hygienischen Bedingungen weniger gut sind. Sie wird im Vortrag Hinweise etwa zum Umgang mit Trinkwasser in exotischen Ländern geben.

Schneitler hat, bevor sie nach Augsburg kam, an der Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie, Infektiologie und Tropenmedizin der Uniklinik Düsseldorf gearbeitet. Sie verfügt zudem über ein Diplom des Hamburger Bernhard-Nocht-Instituts für Tropenmedizin.

Termin: Die Veranstaltung findet am Montag, 16. September, um 19.30 Uhr im Bürgersaal Stadtbergen statt.

Ärztliche Vortragsreihe in Stadtbergen: Unsere bisherigen Beiträge

In Stadtbergen bei Augsburg ist im September die 56. Ärztliche Vortragsreihe der Volkshochschule angelaufen. Referenten der Augsburger Uniklinik und des Bezirkskrankenhauses berichten in für Laien verständlicher Sprache über neue Entwicklungen in Diagnostik und Therapie. Wir berichten stets im Vorfeld der Arztvorträge. Hier die bisherigen Beiträge:


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