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Augsburg

25.11.2019

Messer in Tram gezückt: Fahrgast zeigte Zivilcourage

In einer Straßembahn der Linie 1 wurde ein junger mann von einem Unbekannten mit einem Messer bedroht. Archivbild
Bild: Bernd Hohlen

Als ein Unbekannter einen Mann in der Straßenbahn bedrohte, schritt ein 66-Jähriger ein. Was die Polizei zu dem couragierten Einsatz sagt.

Dieser brutale Vorfall in einer Straßenbahn hat für Aufsehen gesorgt: Ein Unbekannter bedrohte am Freitagabend in der Linie 1 einen jungen Mann mit einem Messer. Ein 66 Jahre alter Fahrgast kam ihm zur Hilfe. Die Polizei weiß, wie man sich als Zeuge in so einer brenzligen Situation verhalten sollte.

„Der Mann hat sich sehr couragiert gezeigt“, sagt Polizeisprecher Thomas Jakob im Nachhinein über den 66-Jährigen. Dieser hatte offenbar nicht lange überlegt, als er dem jungen Mann zur Hilfe eilte. Der Übergriff geschah am vergangenen Freitag gegen 20.20 Uhr in der Straßenbahn, die von Göggingen in Richtung Innenstadt fuhr.

Augsburger Polizeisprecher redet von erheblicher Zivilcourage

Ein unbekannter Mann ging laut Polizei auf den 21-Jährigen Fahrgast zu und begann ohne einen erkennbaren Grund ein Gerangel mit ihm. Der Angreifer zückte dabei ein Messer. Er bedrohte mit der Waffe den jungen Mann, der bei der Auseinandersetzung zu Boden gestürzt war. Beherzt schritt der Zeuge ein. Ob er dabei verbal oder mit Körpereinsatz vorging, könne man aus ermittlungstaktischen Gründen nicht sagen, so Polizeisprecher Jakob. „Fakt ist aber, dass er erhebliche Zivilcourage zeigte.“

Messer in Tram gezückt: Fahrgast zeigte Zivilcourage

Ob der Angreifer letztendlich aufgrund des Einschreitens des Zeugen an der Haltestelle Bgm.-Aurnhammer-Straße die Straßenbahn verließ, sei spekulativ. Allerdings habe der 66-Jährige auf den Täter eingewirkt, das 21-jährige Opfer habe sich zur Wehr gesetzt. Bei Auseinandersetzungen, in denen Messer zum Einsatz kommen, sollte man vorsichtig agieren, appelliert Thomas Jakob. „Das Wichtigste ist, nicht unmittelbar den Kontakt zu dem Täter zu suchen, sondern ausreichend Abstand zu gewinnen.“ Schließlich wisse man nie, ob ein Bewaffneter auch zusteche. Jakob räumt ein, dass dies in der Tram für den beherzten Helfer natürlich schwierig gewesen sei. Der Vorfall habe sich auf beengtem Raum abgespielt.

Schnellstmöglich die Polizei informieren

Der Polizeisprecher rät Zeugen und Betroffenen nur verbal auf einen Bewaffneten einzuwirken und schnellstmöglich die Polizei über den Notruf 110 zu informieren. Es sei immer ratsam, sich in solchen Situationen defensiv zu verhalten.

Noch sucht die Polizei nach dem Unbekannten, der circa 20 Jahre alt, etwa 1,75 Meter groß und athletisch-schlank sein soll. Auch wenn es keine Zeugenhinweise geben sollte, die Polizei verspricht sich von der Auswertung der Videoüberwachung in der Straßenbahn eine Hilfe in der Ermittlung des unbekannten Mannes.

Hinweise erbittet die Polizei weiterhin unter der Telefonnummer 0821/323-2710.

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