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Prozess

22.05.2015

Messerstecher verurteilt

Der Angeklagte fügte seinem Nebenbuhler lebensgefährliche Verletzungen zu. Deshalb muss er acht Jahre in Haft

Es war eine Dreiecksbeziehung, die in Eifersucht und Hass umschlug und beinahe tödlich geendet hätte. Daniel M., einer der beiden Liebhaber der Frau, muss jetzt für achteinhalb Jahre ins Gefängnis. Die 8. Strafkammer des Landgerichts hat den 30-Jährigen gestern des versuchten Totschlags und der gefährlichen Körperverletzung schuldig gesprochen. Wegen einer blutigen Auseinandersetzung, die sich an einem Sonntagmorgen 2013 auf offener Straße im Herrenbach abgespielt hat.

Bevor der Vorsitzende Richter Christoph Wiesner näher auf das Urteil einging, richtete er einige persönliche Worte an den Angeklagten. Beide kennen sich aus einem früheren Strafverfahren. Wegen gefährlicher Körperverletzung: 2009 hatten er und ein Freund am Königsplatz einen Passanten vor den einfahrenden Bus gestoßen, der Mann wurde dabei am Bein verletzt. 2012 schließlich zog Daniel M. zu seiner 22 Jahre alten Freundin, die bereits eine kleine Tochter hat. Im Oktober 2013 begann es, in der Beziehung zu kriseln, Daniel M. zog zu seiner Schwester. Es ist eine Beziehungspause, wie er damals glaubt. Bis ihn nachts auf seinem Mobiltelefon die Nachricht erreichte, sie habe sich endgültig für den Anderen entschieden, der bereits bei ihr eingezogen war. Daniel M. hielt sich in dieser Nacht in einer Diskothek auf. Er trank, warf Speed-Tabletten ein, telefonierte wie wild in der Gegend herum. Die Polizei registrierte später an die 80 Gespräche. In verschickten Textnachrichten hieß es drohend: „Ich bringe ihn jetzt um“, „Er stirbt noch heute.“

Gegen zehn Uhr am Morgen telefoniert er selbst mit seinem Nebenbuhler. Zeugen hören, wie sich beide angeschrien haben. Als Daniel M. kurz darauf vor dem Haus stand, verließ der Freund der Frau die Wohnung. Er sah das Messer in der Hand seines Gegners, ging jedoch weiter auf diesen zu. Die Männer beginnen zu raufen. „Ich wollte das wie Männer regeln“, sagte der Zeuge jetzt im Prozess aus. Der 30-Jährige wurde durch Stiche in die Brust, die auch seine Lunge trafen, lebensgefährlich verletzt. Er hatte Glück, dass in dem Moment ein Linienbus vorbei kam. Sein Fahrer legte ihm eine blutstillende Kompresse an, bis der Notarzt eintraf. Der Täter war geflohen.

Für das Gericht war die Tat juristisch ein versuchter Totschlag. Nicht so für Staatsanwältin Andrea Eisenbart. Sie plädierte auf versuchten Mord, ebenso wie Hans Christoph Sturm, der Anwalt des Opfers. Er forderte sogar eine lebenslange Freiheitsstrafe für den Angeklagten. Womit er bei Gericht ebenso wenig Gehör fand wie Ralf Schönauer. Der Verteidiger hatte für den Angeklagten eine deutlich mildere Strafe von vier Jahren gefordert.

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