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Augsburg

14.06.2017

Metzgerei  erweitert  Produktion

In einem eigenen Reiferaum lassen die Metzgermeister Peter (links) und Benjamin Happacher künftig ihr Rindfleisch den Geschmack von Meersalz annehmen und lufttrocknen. 
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In einem eigenen Reiferaum lassen die Metzgermeister Peter (links) und Benjamin Happacher künftig ihr Rindfleisch den Geschmack von Meersalz annehmen und lufttrocknen. 
Bild: Philipp Kinne

Der Familienbetrieb Happacher im Spickel investiert für die nächste Generation. Dabei stellt er sich auch auf den bewussteren Umgang der Verbraucher mit Lebensmitteln ein.

Was ist bei Peter Happacher los? Das fragen sich nach Auskunft des Spickler Metzgermeisters und seines Sohnes momentan viele Passanten, die an der Siebentischstraße vorbei kommen. Wo sich oft der Verkehr staut, weil sich ein- und ausmündende Fahrzeuge gegenseitig behindern, macht ein Bauzaun Parker und Kunden neugierig. In den kommenden Wochen und Monaten wird unter Regie des Spickler Architekturbüros Stephan Stöckle umgebaut und Platz geschaffen. Letztmals war das 2006 der Fall.

Geschmack von Meersalz

Unter anderem entsteht ein „Fleisch-Reife-Raum“ mit Salzwand, die dafür sorgt, dass das Raumklima trocken ist und sich der Geschmack von Meersalz auf das Fleisch überträgt. Untergebracht werden dort die Hinterviertel, also Lenden und Keulen von Rindern, die im Fachjargon aufgrund ihrer charakteristischen Form auch „Pistole“ genannt werden. Außerdem werde ein Zerlegeraum entstehen. In der Folge soll sich der Laden, wo sich gerade an den Wochenenden oder zur Mittagszeit die Kundschaft staut, um rund 20 Quadratmeter vergrößern. Während sich das Ladengeschäft um die jetzige Küche erweitert, rutschen Büro und Aufenthaltsraum aufs Dach des Anbaus.

Der Platznot geschuldet

Insgesamt gewinnen Happachers rund 300 Quadratmeter Nutzfläche hinzu. Wie der Junior sagt, herrschte zuletzt vor allem in der Produktion Platznot. Auch für die Mittagszeit, in der es sich mit dem Imbiss am schlimmsten ballte, sei eine Lösung gefunden. Künftig werde „Leberkäs’ to go“ über eine Durchreiche auf den Parkplatz verkauft.

Der „Gourmat“, der von der westlichen Seite des Geschäftshauses in eine Nische auf der östlichen Seite verlegt wurde, komme nach Abschluss der Bauarbeiten wieder an den ursprünglichen Platz zurück. Wahrscheinlich werde es sogar einen zweiten Automaten geben, der im Stadtteil die Versorgung mit Fleisch und Wurst nach Ladenschluss sicherstellt. „Wenn wir Glück haben“, sagt Peter Happacher, 53, „sind wir im September fertig.“ Seiner Auskunft nach wird jedoch auch eine 14-tägige Schließung des Ladens nicht ausbleiben können. Dann nämlich, wenn im Parterre der Durchbruch kommt, um die Räumlichkeiten entsprechend neu zu sortieren.

Noah ist vier Monate alt

Vor allem aber sehen es die Mitglieder des Familienbetriebs als Investition in die Zukunft. Benjamin Happacher, 24, und seine Frau Leyla, 23, wurden vor vier Monaten Eltern. Auch wenn sie jetzt noch nicht absehen können, ob Sohn Noah einmal ebenfalls ins Fleischerhandwerk einsteigen möchte, so ist für die nachfolgende Generation der Weg bereitet. Peter und Benjamin Happacher hoffen, dass ihnen ihre engagierten 20 Mitarbeiter lange erhalten bleiben. Denn gutes Personal sei heute auch in ihrer Branche nicht leicht zu finden.

Wenig Vakuum-Verpacktes

„Dry Aged“ ist bei Happachers keine Modeerscheinung, es gehöre seit zehn Jahren zum Standard. Vakuumverpacktes Fleisch werden vom bewussten Verbraucher inzwischen seltener nachgefragt. Doch gutes Fleisch, das wissen die Metzgermeister auch, „ist nur die halbe Miete“. Man müsse es auch zubereiten können, sagen sie. Bewusste Ernährung wird ihrer Erfahrung nach auch von Fernsehköchen befeuert.

Mit der Entwicklung ihres Unternehmens sind Happachers nach eigener Aussage zufrieden. Eigentlich hatten sie sich zu einem Umbau in zwei Bauabschnitten entschlossen, dann aber doch die große Lösung zur schnelleren Entspannung der Enge angepeilt.

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