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Augsburg

16.11.2017

Mietspiegel ist beschlossene Sache

Augsburg erhält einen Mietspiegel. Über das Zahlenwerk wird allerdings politisch noch diskutiert.
Bild: Silvio Wyszengrad

Streit um den Mietspiegel: Die Zu- und Abschläge bei Mieten für einzelne Stadtteile sorgen weiter für Diskussionen, doch in Kürze wird das Zahlenwerk gültig sein.

Der Mietspiegel ist beschlossene Sache: Voraussichtlich noch in diesem Jahr wird die Stadt den 13-seitigen Leitfaden veröffentlichen, mit dem Mieter und Vermieter ermitteln können, welche Miete für eine Wohnung angemessen ist.

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Wie berichtet hatte es im Vorfeld Kontroversen über die Einteilung von Stadtteilen hinsichtlich Zu- und Abschlägen gegeben. Massive Kritik kam vom Haus- und Grundbesitzerverein. Hintergrund ist, dass das Hochfeld etwa gleichauf mit der Innenstadt liegt oder der in sozialer Hinsicht eher schwierige Stadtteil Links der Wertach in dieselbe Kategorie wie die bürgerlichen Viertel Hammerschmiede und Firnhaberau fällt. Auch dass Bergheim und Inningen mit Abschlägen belegt werden, stieß in der Sozialausschuss-Sitzung am Mittwoch teils auf Erstaunen. Er zweifle nicht an der statistischen Richtigkeit, so der CSU-Stadtrat, „aber ein Augsburger kann das erst mal nicht nachvollziehen“.

Sozialreferent Stefan Kiefer (SPD) und das von der Stadt beauftragte Unternehmen EMA betonen, dass die Mietzonen-Einteilung keine Aussage über die Wohnqualität im Stadtteil treffe. Zumindest im Mietbereich hänge die Wohnqualität nicht mit den Preisen zusammen, so Bernhard Schmidt, Geschäftsführer von EMA. Viertel mit schlechterem Ansehen könnten durchaus teuer sein. Eine Erklärung sei eine hohe Fluktuation, die häufig mit Mieterhöhungen einhergeht.

Mietspiegel ist beschlossene Sache

Dass Bergheim oder Inningen mit einem Abschlag belegt werden, muss am Ende auch nicht bedeuten, dass es dort in absoluten Zahlen niedrige Mieten gibt. In den eher ländlich geprägten Stadtteilen sind viele Häuser Einfamilien- oder Reihenhäuser. Das rechtfertigt, zusammen mit einer guten Ausstattung, Zuschläge bei der Miete. „Wenn, dann muss man alle Kriterien betrachten“, so Kiefer. „Wichtig ist, dass der Mietspiegel die Mieten am Ende korrekt abbildet, und das tut er“, so Kiefer. Auch etliche andere Städte ermittelten den Mietspiegel nach dieser Systematik.

Nach eineinhalbstündiger Debatte beschloss der Ausschuss den Mietspiegel mit zehn zu vier Stimmen. Die Fraktionen agierten nicht geschlossen, der Kita-Koalitionskrach spiele offenbar keine Rolle. Aus der CSU gab es zwei Gegenstimmen (Hedwig Müller und Klaus-Dieter Huber) und aus der SPD eine (Ulrich Wagner). Auch Beate Schabert-Zeidler (Pro Augsburg) stimmte dagegen. Hauptgrund waren die Mietzonen.

Karte: So hoch sind die Mieten in Augsburg

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16.11.2017

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