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Augsburg

21.07.2020

Millioneninvestition am Flughafen: Corona verzögert Zeitplan

Susanne Massari und Udo Massari vor dem Neubau der Firma Castro am Augsburger Flughafen.
Bild: Michael Hörmann

Plus Die Firma Castro baut am Flughafen Augsburg eine Produktionshalle mit Büros. Susanne und Udo Massari berichten über den Kraftakt in der Corona-Zeit.

Seit 28 Jahren gibt es die Firma Castro, die in der Herstellung von Metall- und Maschinenbauprodukten tätig ist. Das Betriebsgebäude steht in der Eberlestraße in Pfersee. Drei Stockwerke sind es. Alles ist beengt. Eine Expansion am Standort war nicht möglich. Mehrere Jahre lang suchte das Unternehmerehepaar Susanne und Udo Massari nach einer Alternative. Fündig wurden die beiden am Flughafen.

Hier fand im August die Grundsteinlegung für die neue Produktionshalle mit angegliederten Büros statt. Es handelt sich um eine Millioneninvestition des mittelständischen Unternehmens. 2,5 Millionen werden investiert. Anfangs lief alles planmäßig. Dann machte sich das Coronavirus weltweit breit und stürzte die Wirtschaft in die Krise. Wie fühlt es sich an, wenn Corona unternehmerische Pläne beeinflusst? Wenn man seine unternehmerische Hoffnung in ein Neubauprojekt steckt, das in Krisenzeiten errichtet wird?

Castro in Augsburg: Im Vorjahr wurden vier neue Mitarbeiter eingestellt

Susanne und Udo Massari sind guten Mutes. Bei einem Ortstermin am neuen Standort geben sie einen Einblick, wie ihr mittelständischer Betrieb mit den Folgen von Corona umgeht. Die Grundsteinlegung für den Neubau im Sommer 2019 sei zunächst Anstoß gewesen, mehr Mitarbeiter einzustellen. Vier neue Beschäftigte kamen, derzeit sind es 25 Mitarbeiter. Die Unternehmer sehen, wie sie sagen, gerade jetzt in Krisenzeiten ihre hohe Verantwortung für die Beschäftigten. Maschinenbau-Diplomingenieur Udo Massari ist umso mehr erfreut, dass die Firma Castro bislang ohne Kurzarbeit ausgekommen sei: „Wir hatten und haben genügend Aufträge.“ Die Produkte aus seinem Haus seien bei Kunden weiterhin gefragt. Die Geschäfte liefen folglich wie geplant.

Anders sah es beim Bauprojekt aus. Die Arbeiten am Bau gingen zwar voran, doch für die Massaris hatte eine schnelle Fertigstellung nicht mehr oberste Priorität. Susanne Massari berichtet: „Ursprünglich sollte der Umzug im Juni 2020 sein, jetzt wird es wohl eher Herbst.“ Das sei zu verschmerzen, weil man auch länger in der Eberlestraße bleiben könne: „Wir haben sehr lange an der neuen Produktionshalle geplant, da kommt es jetzt nicht auf ein paar Monate an.“

Das neue Gebäude am Flughafen ist 72 Meter lang

Die Vorfreude auf den Einzug ins neue Gebäude ist jedenfalls groß. Mit Kunden habe man die Baustelle bereits wiederholt besucht, sagt Susanne Massari. Das 72 Meter lange Gebäude, das 30 Meter breit und 15 Meter hoch ist, sticht ins Auge. Von der Mühlhauser Straße aus ist der Komplex gut wahrnehmbar. Die Besonderheit ist, dass die Büroräume im ersten Stock herausragen. Sie gehen über die Produktionshalle hinaus, ein Fluchtbalkon dient hier als zweiter Rettungsweg.

Große Teile der Planung stammen von Udo Massari selbst. Als Metall- und Maschinenbauer habe er entsprechende Vorkenntnisse, erläutert er. Sohn Lino, 20, ist beim Planungsprozess bereits miteingebunden. Ebenso unterstützt Tochter Lisa, 25, die Eltern beim Bauprojekt. Nicht ohne Stolz spricht Susanne Massari von einem „repräsentativen Bau“, der ihnen von Anfang an wichtig gewesen sei. Dass eine Millioneninvestition in ein Gebäude ein unternehmerisches Risiko darstelle, bestätigen die Eheleute. Eine Erfahrung haben sie mittlerweile aber auch gemacht: „Als kleine Firma wirst du durch einen solchen Bau ernster genommen.“

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Die Diskussion ist geschlossen.

22.07.2020

Im Artikel steht, dass die Firma 2,5 Mio in den Neubau am Flughafen investiert hat. Das ist ein 72 m langer, 30 m breiter und 15 m hoher Bau, mit Produktionshalle und Büros.

Das neue Fahrradparkhaus an der Westseite des Bahnhofstunnels soll mit 22 Mio veranschlagt sein. Wie das?

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22.07.2020

Na hoffentlich haben alle 25 Mitarbeiter ein Auto und müssen sich nicht über den Umzug in die Einöde nicht grün und blau ärgern. Diese Form der Zersiedelung der Landschaft, nur weil die Grundstücke so schön billig sind, ist keine wünschenswerte städtische Entwicklung.

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