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Bistum Augsburg

07.10.2019

Minister Gerd Müller: "Leichtathletik-WM zeigt, welcher Irrsinn möglich ist"

Gerd Müller (CSU), Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, sprach beim Jahresempfang des Augsburger Bistums Klartext.
Bild: Britta Pedersen, dpa

Exklusiv Bundesentwicklungsminister Gerd Müller warnt beim Jahresempfang des Augsburger Bistums vor der drohenden Apokalypse.

Die Sorge um die Erde, um die „Eine Welt“ war das Thema beim Jahresempfang des Bistums im Ulrichshaus. Und obwohl noch von Konrad Zdarsa – dem im Juli aus Altersgründen zurückgetretenen Augsburger Bischof – vorbereitet, hätte das Thema am Montagabend kaum aktueller sein können: An einem Tag, an dem bundesweit über den Entwurf des Klimaschutzgesetzes der Großen Koalition und die Proteste der Klimaaktivisten von Extinction Rebellion diskutiert wurde – genauso wie über die Pläne von CSU-Bundesinnenminister Horst Seehofer, 25 Prozent der im Mittelmeer geretteten Bootsflüchtlinge aufzunehmen.

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Es ging also, auf „Katholisch“ gesagt, um die Schöpfung. Und es ging um das „C“ für „christlich“ im Namen der CSU. Denn den Festvortrag mit dem Titel „Eine Welt – Unsere Verantwortung“ hielt vor rund 300 geladenen Gästen aus allen gesellschaftlichen Bereichen CSU-Bundesentwicklungsminister Gerd Müller.

Entwicklungsminister Gerd Müller: "Führen wir den Planeten an den Rand der Apokalypse?"

Bertram Meier, der als Diözesanadministrator das Bistum in der bischofslosen Zeit leitet, sprach daher auch von einem „Schulterschluss“ zwischen Kirche und Politik „in der Sorge um die Erde“. Meier bezeichnete sich dabei in seiner Begrüßungsrede – unter anderem hinsichtlich seiner Mitverantwortung für die „Eine-Welt-Arbeit“ – als den „Missionsminister des Bistums“. Als solcher begrüßte er Gerd Müller, und zwar so: "Meier grüßt Müller."

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Dieser wies in seinem Festvortrag auf die großen Probleme der Welt hin, auf die gegenwärtig 20 Millionen Klimaflüchtlinge, die Folgen des Klimawandels - und die Verantwortung eines jeden Christen. "Wir stehen an einer Weggabelung", sagte Müller. "Führen wir den Planeten an den Rand der Apokalypse oder besinnen wir uns?"

Müller lobte hierbei insbesondere die katholische Kirche als "die größte Entwicklungs- und Friedensorganisation der Welt": "Seien Sie stolz auf Ihre Kirche!", sagte der Minister mit Blick auf deren Engagement in aller Welt. Und er appellierte an die Kirche, denn als "Marktmacht" könne sie Einfluss ausüben, schon im Kleinen. "Jedes Pfarrhaus, jede katholische Einrichtung solle etwa auf fair gehandelten Kaffee umstellen.

Minister Gerd Müller: "Leichtathletik-WM in Katar zeigt, welcher Irrsinn möglich ist"

Für Gastgeber Bertram Meier war der Abend nicht nur „eine Art Heimspiel“, wie er sagte. Er betonte auch, dass die große Zahl der Gäste bei diesem bereits 20. Jahresempfang ein „starkes Zeichen“ sei: „Ihnen ist das Zusammenwirken mit der Kirche von Augsburg wichtig“, meinte er.

Für Gerd Müller, der aus Krumbach stammt und der katholischen Kirche eng verbunden ist, war es ebenfalls eine Art Heimspiel. Er nutzte es auch für heftige Kritik an der Leichtathletik-WM in Katar und der dortigen Fußball-WM in wenigen Jahren. "Die Leichtathletik-WM in Katar hat gezeigt, welcher Irrsinn möglich ist", sagte er mit Blick auf die Wüsten-Weltmeisterschaft vor leeren Rängen in den Stadien. Mit Blick auf die Fußball-WM meinte er: "Ich höre niemanden, der die Stimme erhebt gegen diesen Irrsinn."

Müller tat es - und erhielt dafür am Montagabend Applaus.

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