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Augsburg

10.01.2019

Mit 90 Jahren läuft Ex-Bürgermeister 4000 Schritte am Lech

Ludwig Kotter ist auch mit 90 Jahren noch aktiv. Er geht gerne zum Nordic Walking am Lech.
Bild: Silvio Wyszengrad

Der frühere Bürgermeister Ludwig Kotter feiert einen runden Geburtstag. Er ist viel beschäftigt und kann so einige Kulturtipps geben.

Ludwig Kotter führt gerne Statistik. Deshalb weiß er ganz genau, wie oft er im Jahr 2018 beim Nordic Walking am Lech unterwegs war: an exakt 228 Tagen. Seine Laufstrecke war jedes Mal 4000 Schritte lang. Das zeigte sein Schrittzähler an. Für einen Mann in seinem vorgerückten Alter ist das eine sehr beachtliche Leistung. Doch „alt“ kann man ihn wirklich nicht nennen, auch wenn er nun seinen 90. Geburtstag feiert.

Wer Ludwig Kotter noch aus seinen Zeiten als Augsburger CSU-Stadtrat, Kulturreferent und Bürgermeister kennt, erinnert sich gerne an seine leidenschaftliche und engagierte Art, in der er die politischen Geschicke seiner Heimatstadt mit gestaltet hat. Sein Temperament, sein weiter Horizont und sein Humor machen ihn bis heute zu einem angenehmen und anregenden Gesprächspartner, der gerne auch einmal über sich selbst lachen und obendrein gute Kulturtipps geben kann.

Was die Kotters zum Lachen bringt

Gemeinsam lachen, das tut Ludwig Kotter sehr gerne zusammen mit seiner Ehefrau Ute. Beispielsweise wenn es um die körperliche Fitness geht, die im Alter in der Regel nachlässt. Beide seien sie nicht mehr so gut zu Fuß wie früher, erzählt er. Aber wenn sie nun beide „hatschend“ unterwegs seien, wie er es formuliert, sei das für sie manchmal auch ein Grund zur Heiterkeit. Weil ein Knie nicht mehr so mitmacht wie früher, fallen bei Ludwig Kotter die Nordic-Walking-Runden inzwischen etwas kürzer aus. Seine Walking-Stöcke nimmt er nicht nur an den Lech mit, sondern seit einigen Monaten auch, wenn er in der Stadt unterwegs ist. Er sagt: „Ich bilde mir ein, das sieht sportlicher aus.“

Doch auch wenn sich das Alter körperlich stärker bemerkbar macht, sein aktives Leben und seine vielfältigen Interessen lässt sich Ludwig Kotter nach wie vor nicht nehmen. Kulturerlebnisse und Reisen stehen bei ihm ebenso auf der Agenda wie Hausreparaturen oder gelegentliche Treffen mit politischen Weggefährten. Welcher Kinofilm hat ihm im vergangenen Jahr am besten gefallen? „3 Tage in Quiberon“, sagt Kotter ohne Zögern. Der Film ist inspiriert von Begebenheiten im Leben der Schauspielerin Romy Schneider, was Kotter sehr interessant fand. Auf welches Augsburger Theaterstück im noch jungen Jahr freut er sich schon besonders? Auf „Europe Central“ im Gaswerk, sagt Kotter. Interessant findet er den politischen Hintergrund des Stücks, in dem es um totalitäre Systeme geht.

Sie sind seit 61 Jahren verheiratet

Auch kleinere Urlaubsreisen unternimmt der 90-Jährige noch gerne. Die nächste werde ihn und seine Frau nach Bad Wörishofen führen, verrät er. Besonders wichtig ist ihm aber vor allem seine Familie. Mit seiner zehn Jahre jüngeren Frau Ute sei er inzwischen 61 Jahre verheiratet, sagt Kotter. Mit ihr teilt er bis heute sehr viele seiner Interessen. Und richtiggehend stolz ist er darauf, dass er zwei kleine Urenkelinnen bekommen hat.

Zum runden Geburtstag soll es bei den Kotters ein größeres Familientreffen geben. „Man muss erst ein gewisses Alter erreichen, um den eigentlichen, tieferen Sinn des Lebens zu verstehen“, meint Ludwig Kotter fast schon ein wenig philo-sophisch. Für ihn gehören dazu seine Frau, die Kinder, Enkel und Urenkelinnen. Und wenn nach der Familienfeier wieder Zeit ist, dann steht für ihn natürlich bald die nächste Walking-Tour auf dem Programm – am Lech entlang mit Schrittzähler.

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