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22.04.2020

Mit Kindern in den Urlaub: Warum Singen im Auto hilft

Wenn Eltern mit ihren kleinen Kindern in den Urlaub fahren, sollten sie einiges beachten, damit die Reise für alle stressfrei wird.
Bild: Jochen Lübke, dpa (Symbolbild)

Gute Vorbereitung ist das A und O, wenn Familien verreisen. Dr. Christian Uebler, Oberarzt im Josefinum, erklärt, wie lange Kinder quengelig sind und warum Singen im Auto hilft.

Wo sollte der ideale Familienurlaub hingehen?

Für das Reiseland kann man keine allgemein gültigen Empfehlungen geben. Die entscheidende Frage ist: Wie ist der Weg dorthin und wie ist die Anreise gut vorzubereiten? Auch vom Fliegen ist nicht generell abzuraten. Allerdings kann ich sagen: Je kleiner das Kind ist, desto anstrengender ist eine lange Fahrtstrecke und desto weniger kommen die Kinder mit einer Umstellung des gewohnten Rhythmus zurecht. Deshalb sollte der gewohnte Bio-Rhythmus von Schlafenszeiten und Mahlzeiten aufrechterhalten werden. Gerade Familien mit Babys entscheiden sich darum häufig für ein Urlaubsziel innerhalb Deutschlands oder reisen gerne mit dem Zug. Denn die Bahn hat gerade für Kinder den unschlagbaren Vorteil, dass die kleinen Urlauber sich dort freier bewegen können als im Auto oder Flugzeug.

Mit kleinen Kindern sollte man also eher nicht auf Fernreise gehen?

Eine Reise in eine andere Zeitzone ist desto schwieriger, je kleiner die Kinder sind. Generell kann es bis zu 14 Tage dauern, bis sich Kinder an eine neue Zeitzone gewöhnt haben. Darum müssen Eltern einfach mit quengeligen und unausgeschlafenen Kindern rechnen. Das kann natürlich die Qualität des Urlaubs beeinträchtigen. Ähnliches gilt für die Klimazone des Reiseziels: Extremer Hitze sollten Kinder nicht ausgesetzt werden. In heißen Reiseländern sollten Kinder sich möglichst in Räumen mit für Kindern geeigneten Temperaturen aufhalten können.

Dr. Christian Uebler, Oberarzt in der KJF Fachklinik Josefinum, gibt Tipps, wie Familien stressfrei in den Urlaub kommen.
Bild: KJF/Jacklin

Wie sollten Eltern die Anreise gestalten?

Eltern sollten sich vorher Gedanken darüber machen, wie lange die ganze Reise dauert, wo Pausen eingelegt werden können und welche Uhrzeiten vernünftig sind, um Staus zu vermeiden und eventuell auch die Schlafenszeiten des Kindes zu integrieren. Man kann zum Beispiel eine Wegstrecke am frühen Morgen zurücklegen, dann eine lange Pause an einem schönen See abseits der Autobahn einlegen und am frühen Abend weiterfahren. Auf jeden Fall sollte der sonst übliche Tagesrhythmus erhalten bleiben und zu den Mahlzeiten sollte ein Stopp mit ausreichend Zeit zum Bewegen und Toben eingelegt werden. Bei kleinen Babys muss für regelmäßige Still- bzw. Füttermahlzeiten und fürs Wickeln sowieso angehalten werden. Eltern sollten im Auto auf jeden Fall immer für einen möglichen Stau mit ausreichend Essen und Trinken gerüstet sein. Und während der Fahrt wollen die Kleinen beschäftigt sein. Manche Kinder lieben Hörspiele, andere singen gerne mit Mama und Papa um die Wette, andere schauen vielleicht schon selbst Bücher an und lesen. Eltern sollten für die Unterhaltung an Bord einiges in petto haben.

Was gehört für Eltern unbedingt in die Reiseapotheke?

Kinder haben in Flugzeug und Auto häufig Probleme mit dem Druckausgleich im Ohr, weil sie diesen noch nicht so gut selbst regulieren können wie Erwachsene. Deshalb rate ich, auf jeden Fall abschwellende Nasentropfen sowie ein Schmerz- und Fiebermittel einzupacken, damit Ohrenschmerzen behandelt werden können. Außerdem sollten Eltern Pflaster und ein Desinfektionsspray mitnehmen. Übrigens: Bei allen Erkrankungen, mit denen man zu Hause zum Kinderarzt gegangen wäre, sollten Eltern auch im Urlaub mit dem Kind zum Mediziner. Und natürlich ist im Urlaub Sonnenschutz generell ein wichtiges Thema, weil die Kinderhaut viel empfindlicher auf die Sonne reagiert. Darum sind das Tragen eines Sonnenhutes und luftiger Kleidung sowie das wiederholte Eincremen mit Sonnenmilch unerlässlich. (AZ, kru)

Mehr hilfreiche Informationen finden Sie hier in unserem Ratgeber zum Thema Reise und in unserem Ratgeber zum Thema Familie.

Hinweis der Redaktion: Bei diesem Artikel handelt es sich um einen Beitrag aus unserem Online-Archiv.

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