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Jazzchor Freiburg

26.03.2013

Mit Leidenschaft

Moderne Vokalkunst auf hohem Niveau – die reine Freude

Im Gögginger Kurhaus sang er zum ersten Mal und war beeindruckt von Glanz und Eleganz der Gründerzeit-Architektur. Doch wie viel Glanz brachte erst der Jazzchor Freiburg bei seinem A-cappella-Konzert ins Parktheater, das an diesem Abend ein Generationen umspannendes Publikum füllte. Ein guter Ruf, von zahlreichen Auszeichnungen untermauert (etwa 1. Preisträger der Chorolympiade in Korea 2002, Europäischer Kulturpreis 2006), war dem Chor vorausgeeilt.

Tonale Perfektion traf beim zweistündigen Konzert des 21-köpfigen Ensembles auf spürbare Freude am Musizieren. Eine Mixtur, die einen dynamisch perfekt austarierten, mit Leidenschaft agierenden Klangkörper ergibt, den auch Bobby McFerrin zur Zusammenarbeit für sein Vocabularies-Projekt 2011 wählte.

Der Facettenreichtum, den die anspruchsvollen Arrangements des Jazzchors Freiburg zutage förderten, war immens. Wenn auch immer wieder wohlbekannte Bigband-Jazzliteratur wie etwa „Shiny Stockings“ oder „Cute“ in das Repertoire einfloss, vermochte der Jazzchor unter der Leitung von Bertrand Gröger mit Jazzchorälen oder den mannigfachen Ausflügen in die Welt der Weltmusik (eben McFerrin, aber auch Astor Piazzolla und viele mehr) nicht minder zu überzeugen. Sensationell die Sprünge, die vom lautmalerischen Forte-Chaos in die engelsgleiche Pianissimo-Harmonie führen konnten. Überzeugend auch die Darbietungen georgischer (sechs Männer) und bulgarischer (acht Frauen) solistischer Sangeskunst.

Auch das Schlagzeug formt ausschließlich eine Stimme

Weil er zumeist mit Begleitband konzertiert, ist es eher eine Seltenheit, den Jazzchor Freiburg a cappella zu erleben. Ein glücklicher Umstand, der den Besuchern des Parktheaters mit Julian Knörzer einen großartigen Beatboxer bescherte. Hi-Hat, Snare, Bassdrum und Becken klangen aus seinem Munde authentisch, begleiteten den Chor in zweckdienlicher Zurückhaltung mit modernen Grooves von feinster Präzision. Nur für sein Solo gab er die Zurückhaltung auf und feuerte es in atemberaubender Technik ab.

Der Jazzchor Freiburg dürfte mit zum Besten gehören, was Deutschland in Sachen A-cappella-Worldjazz derzeit zu bieten hat. Ihn zu erleben ist reine Freude. Eine Freude, die im anhaltenden Jubel des Publikums ihren Ausdruck fand. (eric)

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