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Kirche

02.01.2012

Mit Luthers Liedern durchs neue Jahr

Kantate in St. Anna eröffnete Themenreihe zur Reformation

Glauben ohne Singen? Für Stadtdekanin Susanne Kasch eine Unmöglichkeit. „Lieder heben uns in den Glauben hinein, sie bestärken, was wir im Innersten fühlen, lassen wahr werden, was noch nicht ganz da ist“, sagte Kasch in ihrer Neujahrspredigt in St. Anna. Mit Bachs Kantate „Nun danket alle Gott“ eröffneten der Madrigalchor und die Capella St. Anna unter Leitung von Michael Nonnenmacher das lutherische Musikjahr „366+1 – Kirche klingt“.

„Ab heute zieht sich im gesamten Jahr 2012 ein musikalisches Band durch Deutschland“, erklärte der ehemalige bayerische Landesbischof Johannes Friedrich in St. Anna. „So werden zum ersten Mal Kirchengemeinden aller Landeskirchen verbunden und ergeben ein klingendes Miteinander.“ Das Kulturbüro der Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) habe 77 Leitlieder ausgesucht, um das musikalische Erbe der Reformation auszudrücken. „Sie werden staunen, wie viele Lieder Martin Luther geschrieben hat und wie viele in der Reformationszeit entstanden sind“, verhieß Friedrich in der sehr gut besuchten Kirche.

Bürgermeister Hermann Weber zitierte Martin Luthers Wort, die Musik „ist aller Bewegung des Herzens eine Lehrerin“. Er nannte die Musik eine Brücke zwischen Kirche und Gesellschaft. „Die Musik war von Anfang an der Herzschlag der Reformation.“ Und sie sei eine Friedensbotschafterin. Es passe gut zur Bedeutung der Luther- und Friedensstadt Augsburg, dass der musikalische Staffellauf durch Deutschland hier startet.

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Manchmal ist einem nicht zum Danken zumute

Auf den Dank an Gott – zentrale Aussage der Kantate nach dem Lied von Martin Rinckart von 1636 – ging Stadtdekanin in ihrer Predigt ein. Er habe es heute schwer, denn in manchen Situationen sei einem nicht zum Danken zumute. Vor allem aber habe der Mensch gelernt, seine Welt ohne Gott zu gestalten. „So komfortabel, frei, gesund haben Menschen nie zuvor gelebt.“

Sie hätten sich ein Stück Paradies geschaffen. Anstatt sich selbst zu verschließen, weise der Mensch im Dank an Gott über sich selbst hinaus. Vom „ewig reichen Gott“ zu singen, „ist zutiefst mutig“, denn es inszeniert schon das Neue. „Was immer kommt an Herausforderungen und Krisen: Der ewig reiche Gott will, dass unser Leben glückt.“ Nicht alleine, sondern in Gemeinschaft, die im Lied Gott lobt und dankt: „Wir brauchen einander, damit unser Glauben größer werden kann“, sagte Kasch. Kritik der Kantate:"Feuilleton Seite 31

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