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Augsburg

23.01.2017

Mit dem Smartphone auf den Spuren der Römer

Anna-Lena Krahn bekommt über eine Römer-App in der Toskanischen Säulenhalle Informationen über das geschichtliche Erbe Augsburgs.
Bild: Michael Hochgemuth

Das römische Erbe ist für den Tourismus in Augsburg wichtig. Mit dem neuen Museum dürfte es aber noch lange nichts werden. Was der Kulturreferent dazu sagt.

Augsburg besitzt einen großen historischen Schatz: sein römisches Erbe. Mit diesem Pfund wuchert auch die Regio Augsburg Tourismus. Das zeigt sich in Führungen, einer jetzt überarbeiteten Broschüre und einer neue App für das Smartphone, was eine interaktive Stadtführung ermöglicht. Dass das Interesse groß ist, zeigen die Besucherzahlen. Vergangenes Jahr besuchten 22.000 Gäste die Übergangsausstellung im Zeughaus.

Die Stadt selbst tut sich schwer mit dem Thema. Die Dominikanerkirche und das darin befindliche Römische Museum wurden von der Politik stiefmütterlich behandelt. Ende 2012 dann der Schock: Weil der Boden des Gebäudes nicht mehr sicher war, wurde es für die Öffentlichkeit gesperrt. Wann es wieder ein Römisches Museum geben wird, ist nicht klar.

Derzeit gibt es eine Übergangslösung im Zeughaus. Allein die Planungsphase für das neue Museum werde „etwa zehn Jahre“ dauern, sagt Kulturreferent Thomas Weitzel. Das sei bei großen Projekten völlig normal. Ursprünglich war einmal in der Diskussion, dass eine Neueröffnung im Jahr 2022 möglich sein könnte.

Was wird aus dem Römischen Museum?

Zuletzt war es ruhig um das Museum. „Durch die überraschende Schließung des Theaters aus Brandschutzgründen hatten wir einen enormen Organisationsaufwand, der die Kapazitäten im Referat gebunden hat.

Wir haben jetzt endlich wieder etwas Luft, uns um das Thema Museenlandschaft zu kümmern“, so der Referent. Im Herbst sollen Gespräche darüber beginnen, wie Augsburgs Museenlandschaft künftig aussehen und was sie leisten soll. Dabei wird es auch um die Gewichtung gehen.

Im Gespräch sind nämlich auch ein Besucherzentrum für das Thema Welterbe Wasser und ein Museum zur Stadtgeschichte. Zudem haben auch andere Einrichtungen wie das Jüdische Museum Finanzbedarf. „Wir müssen schauen, was möglichst gerecht und sinnvoll sowie finanziell machbar ist.“ Es geht auch um die Frage, wo sich Synergien erzielen lassen. Möglich wäre, mehrere Vorhaben unter einem Dach zu realisieren. Geplant ist, dass dieser Abstimmungsprozess bis ins Frühjahr 2018 dauert. Die Ergebnisse müssen dann noch durch die politischen Gremien. Für das Römische Museum wird derzeit ein Neubau direkt neben der Dominikanerkirche favorisiert. Die Kirche selbst sei aus museumsfachlicher Sicht nicht geeignet, informiert der Referent. „Der Museumsbesucher von heute erwartet, dass die Exponate ansprechend in Szene gesetzt werden durch räumliche Trennung, Licht- und Gestaltungskonzepte.“ Die römische Historie und die barocke Ausgestaltung der Kirche ergäben hingegen keine schlüssige Präsentation, sagt Weitzel. Doch es gibt ein Problem: Für das neue Gebäude müsste die Turnhalle der benachbarten Schule womöglich weichen.

Angedacht ist, dass die Dauerausstellung im Neubau untergebracht wird und in der Kirche wechselnde Ausstellungen stattfinden. Dies ist derzeit aus Platzgründen nicht möglich. „Zu den Sonderausstellungen über die Alamannen und den Barbarenschatz kamen bis zu 60000 Besucher, die fehlen uns jetzt“, sagt Manfred Hahn, Leiter des Römischen Museums.

Steigende Besucherzahlen bei der Übergangsausstellung im Zeughaus

Mit dem Zuspruch zur Dauerausstellung in der Toskanischen Säulenhalle des Museums ist er hingegen zufrieden. Mit 22000 Gästen lag der Zuspruch im vergangenen Jahr sogar um etwa 2000 über dem in der Dominikanergasse. Die größere Nähe zum Stadtzentrum und dem Moritzplatz mit seinen Veranstaltungen mache sich bemerkbar. Für Hahn ist aber auch klar, dass bei der Ausstellung im Zeughaus Gesprächsbedarf besteht. „Das Konzept ist nicht für zehn oder mehr Jahre ausgelegt. Wenn es länger dauert, müssen wir es in größerem Umfang überarbeiten, damit es interessant bleibt.“

Für das Jahr 2019 hat Weitzel im Investitionshaushalt Mittel beantragt, aus denen dann ein Architektenwettbewerb für das neue Römische Museum finanziert werden soll. Augsburgs Kulturreferent sieht es entspannt, dass derzeit nichts vorwärtsgeht. Das Theater habe Priorität.

Immerhin gibt es jetzt zwei neue Angebote, die die Römer in Augsburg erlebbar machen. Schüler des Staatlichen Gymnasiums Friedberg haben die App „RömA – Römisches Augsburg“ im Rahmen ihres Projektseminars Latein entwickelt. „Sie ist für alle Leute gedacht, aber besonders für Jüngere“, sagen die Gymnasiasten Florian Sabath, Ludwig Bicker und Sophie Schweiger. Die kostenlose App ist Audio-Guide und interaktive Stadtführung in einem. Gäste können sich vorab in Bild, Ton und Text zu römischen Sehenswürdigkeiten und zu von der Antike beeinflussten Denkmälern der Renaissance in Augsburg informieren. Sie können diese Stationen auch auf einem GPS-gestützten Rundgang vor Ort besichtigen. Die App soll auch gezielt für Schulausflüge angeboten werden.

Regio Tourismus bezieht die Region in die Römer-Werbung ein

Zudem wurde die Broschüre „Römerstadt Augsburg. Römerfunde und Römerstraßen“ überarbeitet und aktualisiert. Ein thematischer Schwerpunkt darin ist die Ausstellung „Römerlager – Das Römische Augsburg in Kisten“ in der Toskanischen Säulenhalle im Zeughaus. Informationen gibt es in der Broschüre auch zu anderen Stationen wie dem römischen Sarkophag in der Ulrichsbasilika, der die Gebeine der heiligen Afra bergen soll. Auch auf das „Mithraeum“ in Königsbrunn und den Nachbau eines Merkurtempels in Gersthofen wird hingewiesen. Beim neuen Römerflyer kooperiert die Regio mit dem neuen „Limeseum“ in Ruffenhofen (Landkreis Ansbach).

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