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Augsburg

04.07.2018

Mit der 2er-Trambahn zur Schießplatzheide

Die Augsburger Schießplatzheide ist ein Tier- und Pflanzenparadies. Hier findet man auch seltene Exemplare wie die Pyramidenorchis (oben) auf der sich ein Thymian-Widderchen niedergelassen hat. Der Warzenbeißer ist eine gefährdete Heuschreckenart.

Nirgendwo sonst in Europa blüht die Spitzorchidee so dunkel wie hier. Unsere neue Serie zeigt außergewöhnliche Orte in der Heimatstadt.

Ökologisch korrekt kann man ihn angehen: Den Ausflug zur Siebenbrunner Schießplatzheide via ÖPNV und per pedes. Von der Endstation der Trambahn Nr. 2 (Haunstetten-Nord) aus, fährt der 24er Linienbus direkt zum Haunstetter Krankenhaus, wo auch Parkplätze angelegt sind. Dem lechwärts verlaufenden Wirtschaftsweg folgend, gelangt man nach einem etwa 20-minütigen Fußmarsch ans Ziel. Uns erwartet – so der Augsburger Naturforscher Eberhard Pfeuffer – eine der besonderen Heideflächen Süddeutschlands. Das 65 Hektar große Freiareal war über 100 Jahre lang – bis 1983 – als Schießplatz fest in den Händen der Militärs. Vom königlich-bayerischen Infanteristen bis zum amerikanischen GI war alles vertreten.

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Jetzt hat aber erfreulicherweise die Ökologie gesiegt. Der Landschaftspflegeverband Augsburg betreut die auch dem Trinkwasserschutz dienenden Heideflächen. Für diese gelten die Betretungsregeln für Naturschutzgebiete. Insbesondere dürfen die Wege nicht verlassen werden. Die entstandenen wechselfeuchten Lebensräume haben Wertvolles entstehen lassen: Eberhard Pfeuffer spricht dabei besonders die Spitzorchidee an: „Sie blüht nirgendwo in Europa so dunkel wie hier!“

Der Rückweg geht über die Siebenbrunner Straße

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Als Rückweg bietet sich das nordwestlich des ehemaligen Schießplatzes nach Siebenbrunn abzweigende Sträßchen an. Bald ist das an der Siebenbrunner Straße gelegene und geglückt sanierte vormals Rau´sche Landgut zu sehen. Dieses gehörte einst dem Herrn Bürgermeister, denn bis 1910 waren die Siebenbrunner – sie waren dem Bezirksamt Friedberg zugeordnet – selbstständig.

Und dann bleibt es geschichtsträchtig: Östlich des Wirtschaftsweges stand seit Anfang des 19. Jahrhunderts das Preßmar´sche Gut, das 2001 dem Trinkwasserschutz weichen musste und an das jetzt nur mehr Streuobstwiesen erinnern.

In Siebenbrunn angekommen, erreichen wir am Südende des Gebietes die Ellensindstraße, die uns – Brunnen- und Lochbach überschreitend – wieder zur 2er-Tram zurückbringt.

Vorher sollten wir aber noch einen Blick auf das als Eingemeindungsgeschenk errichtete neubarocke Schulhaus und auf das schön renovierte Hugenottenanwesen Siebenbrunn Nr. 15 werfen. Auch dieses war übrigens einst das Landgut eines Bürgermeisters. Diesmal eines Augsburgers. Beide hatten wohl dicke Portemonnaies.

Allgemein Für die knapp sechs Kilometer betragende Strecke sollten etwa zwei Stunden Wanderzeit vorgesehen werden.

Einkehr Gaststätte Jägerhaus, Siebenbrunn (Internet: www.jaegerhaus-augsburg.de, Telefonnummer 0821/81552520).

Literatur Eberhard Pfeuffer, Natur in Augsburg, Augsburg 2012 und Franz Häußler, Siebenbrunn, Augsburg 2013.

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