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Augsburg-Stadt

25.06.2015

Mitarbeiter und Klinikums-Spitze protestieren

Rund 300 Mitarbeiter des Klinikums demonstrierten gestern für eine bessere gesetzliche Personalausstattung. Klinikums-Leitung und Personalrat unterstützten die Aktion.
Bild: Silvio Wyszengrad

Mitarbeiter und Führungsspitze des Klinikums sind nicht immer einer Meinung. Doch nu haben sie gemeinsam demonstriert.

Rund 300 Mitarbeiter des Klinikums haben gestern Mittag im Rahmen einer bundesweiten Aktion der Gewerkschaft Verdi gegen Personalknappheit in Krankenhäusern demonstriert. Hintergrund ist der Gesetzentwurf der Bundesregierung zur Krankenhausreform, der vor knapp zwei Wochen bekannt geworden war. „Die Regierung kennt die dramatischen Auswirkungen der Personalnot für Patienten, doch sie handelt nicht“, so Stefan Jagel von Verdi Augsburg. Auch Klinikums-Vorstandsvorsitzender Alexander Schmidtke und Pflegevorstand Susanne Arnold beteiligten sich an der symbolischen Aktion, die um 13 Uhr auf dem Vorplatz des Klinikums stattfand.

Kritik an der Reform

Schmidtke sprach angesichts der Gesetzes-Pläne von einer „Bedrohung für die Krankenhäuser“. Leidtragende seien Beschäftigte und Patienten. Schon heute seien Krankenhäuser gezwungen, eine „pausenlose Restrukturierung“ hinzulegen, um wirtschaftlich nicht unterzugehen. Für die Beschäftigten steige gleichzeitig die Arbeitsverdichtung. Durch die Reform werde der Druck noch erhöht, weil die Vorgaben erhöht würden, gleichzeitig keine Vorschläge zur Gegenfinanzierung gemacht werden, so Schmidtke.

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In dieser Deutlichkeit ist diese Tonlage bei der Klinikumsleitung neu. Schmidtke war vor fünfeinhalb Jahren mit dem Image eines Sanierers angetreten, der Abläufe wirtschaftlicher gestalte. In der Belegschaft wurde vergangenen Sommer massiver Unmut über Arbeitsverdichtung und Überlastung laut. Schmidtke kündigte an, etwas Tempo aus der Umstrukturierung herauszunehmen. Eine gemeinsame Protestaktion wie gestern hatte es zuletzt 2008 gegeben, als der damalige Klinikumsvorstand Anselm Berger mit 200 Beschäftigten zu einer Demo nach Berlin reiste.

Verdi will den Personalmangel zeigen

Bei der gestrigen Protestaktion, die wenige Minuten dauerte und keine Auswirkungen auf den Klinikbetrieb hatte, hielten Beschäftigte in Augsburg Tafeln mit den Zahlen zwischen 148816 und 149066 hoch. Bundesweit hielten Beschäftigte an Krankenhäusern 162000 Schilder in die Höhe – ein Verweis auf eine Verdi-Erhebung, nach der diese Zahl an Beschäftigten bundesweit in Krankenhäusern fehlt. Das von der Bundesregierung geplante Förderprogramm im Pflegebereich sei völlig unzureichend, so Verdi-Mann Jagel. „Wir sind entsetzt, dass die Bundesregierung die Gefährdung von Patienten wissentlich in Kauf nimmt.“ Am 24. Juni tagen die Gesundheitsminister der Länder und der Gesundheitsausschuss des Bundestags, der über das Gesetz zu beschließen hat. Verdi fordert, dass Vorgaben zur Personalausstattung in Krankenhäusern samt einer Finanzierung gesetzlich verankert werden.

Im Raum Augsburg beteiligten sich neben dem Klinikum das Bezirkskrankenhaus, Hessing und die Wertachkliniken (Bobingen, Schwabmünchen) an der Aktion.

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