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03.03.2009

Moderne Konzepte für alte Objekte

Eine Vielzahl von Museen haben unlängst ihre Bestände neu aufgestellt, im wahrsten Sinne des Wortes ins rechte Licht gerückt und mit einer zeitgemäßen didaktischen Präsentation ausgestattet. Diese Konzepte sind im Rahmen des Altertumswissenschaftlichen Kolloquiums ausführlich an der Universität Augsburg im zurückliegenden Wintersemester vorgestellt worden. Dabei sollte der Frage nachgespürt werden, welche Trends es bei der Präsentation von Antikensammlungen gibt und wie zeitgemäße Museen beschaffen sind.

Die Einblicke waren vielfältig. In sieben Vorträgen spannte sich der Bogen von Berlin und Kopenhagen über Wien bis nach New York. Außerdem wurden völlig neu errichtete Häuser wie jene in Xanten oder dem bayerischen Manching vorgestellt. Auch zeitgeschichtliche Phänomene spielten für die Präsentation eine Rolle. Die Ny Carlsberg Glyptothek in Kopenhagen nahm ein Jubiläum zum Anlass, die antiken Skulpturen neu aufzustellen. In Berlin spielte die Weltpolitik hinein. Mit dem Zusammenbruch der DDR bot sich die Gelegenheit, die Museumsinsel in Berlin neu zu gestalten.

Die Frage indes, die sich zwischen den Zeilen der Vorträge aufdrängte, lautete, wie nun die Trends aussehen und ob es da den ein oder anderen gebe, der auch als Vorbild für eine Neukonzeption des Römischen Museums in Augsburg dienen könnte.

Auffallend war zum Beispiel, dass die Präsentation darüber entscheidet, wie das antike Ausstellungsobjekt wahrgenommen wird. "Man kann das Objekt als historisches Dokument im Zusammenhang zeigen. Dies ist der Ansatz in Xanten oder Manching. Man kann aber auch das Objekt als reines Kunstwerk betrachten. Dies geschieht in Berlin im Ägyptischen Museum. Jeder Kopf ist hier freigestellt und wird einzeln beleuchtet", sagt der Archäologie-Professor und Mitveranstalter des Kolloquiums, Valentin Kockel.

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Einen klaren Trend gebe es in der didaktischen Konzeption von Ausstellungen: "Die Konzepte gehen weg von einer Legende mit großen Textmengen." Die beste Art, sich an das Objekt anzunähern, sei der Gebrauch von Audioführern. Neuerungen gebe es auch in Beleuchtungskonzepten; da beeinflussten Innenarchitekten die Gestaltung stark.

Das Römische Museum in Augsburg befasst sich schon seit längerem mit den Problemen einer Neukonzeption, wie Manfred Hahn, der leitende Museumspädagoge, verrät. "Die Diskussion ist im Fluss", sagt er. "Es wird in jedem Fall eine Neukonzeption geben." Allerdings sei die didaktische Konzeption stark an statische Gegebenheiten des Gebäudes gebunden. Außerdem nütze die beste Konzeption nichts, wenn der benötigte Etat fehlen sollte.

Bekanntlich muss das Römische Museum wegen statischer Probleme dringend saniert werden. Finanzierung und Zeitplan sind jedoch noch ungeklärt. Auch die Zukunft eines Archäologischen Parks am Pfannenstiel liegt noch völlig im Ungewissen.

Gleichwohl empfiehlt Kockel, sich von anderen Orten abzuschauen, wie ein archäologisches Museum aussehen könnte. "In Manching oder Xanten wird vorgeführt, wie man ein neues Museum in einen archäologischen Park einfügen kann."

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