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Augsburg

14.08.2019

Moderne Technik soll die Parkplatznot am Zoo lösen

Parkplätze am Augsburger Zoo sind begehrt. Moderne Technik könnte helfen, Besucher sinnvoll zu lotsen.
Bild: Annette Zoepf

Stellplätze am Zoo in Augsburg könnten mit Sensoren ausgestattet werden, die mit einem Verkehrsleitsystem gekoppelt sind. Die Umsetzung ist jedoch nicht billig.

Das Verkehrsproblem war im Frühjahr besonders akut: Vor allem an Wochenenden gab es kaum freie Parkplätze mehr am Augsburger Zoo. Autofahrer wichen auf die angrenzenden Wohngebiete im Stadtteil Spickel aus, was die Bewohner nachhaltig verärgerte. Die Stadt reagierte: Es gab Zufahrtssperren zum Zoo, das Parken in Wohnvierteln wurde verboten.

Mit Unterstützung des Sicherheitsdienstes ACO wurden Zoo-Besucher, die mit dem Auto kamen, auf Ersatzparkplätze verwiesen. Um dieses Verkehrskonzept umzusetzen, sind Ausgaben zwischen 1500 und 2000 Euro pro Einsatztag fällig. Zwischenzeitlich hat sich die Verkehrssituation entspannt. Die Parkplatznot, die auch den Botanischen Garten betrifft, ist jedoch ein wiederkehrendes Problem.

Abhilfe könnte ein Verkehrsleitsystem schaffen, das den Verkehrsfluss gezielt steuert. Dazu wäre es nötig, die rund 700 Parkplätze am Zoo mit Sensoren auszustatten. Würde die installierte Technik dann anzeigen, dass alle Parkplätze belegt sind, müssten anreisende Autofahrer auf die vorgesehenen Ersatzparkplätze hingewiesen werden. Dies könnte zum einen dadurch passieren, dass Verkehrstafeln diese Informationen weitergeben. Zum anderen wäre denkbar, dass über die Facebook-Seite des Zoos verbreitet wird, dass die Parkplätze vor Ort belegt sind. Diese Information müsste allerdings ständig aktualisiert werden.

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Parkplätze am Zoo: Lösung könnte bis zu 400.000 Euro kosten

Dass dies technisch alles möglich ist, sei kein Geheimnis, sagt Stadtdirektor Frank Pintsch. Er ist in der Stadtverwaltung unter anderem für die Digitalisierung zuständig. Es geht darum, wie moderne Technologie das Leben der Bürger und die Arbeit der städtischen Mitarbeiter erleichtern kann. Bei den Parkplätzen am Zoo ist die Verwaltung bereits soweit, etwaige Kosten zu beziffern. Bis zu 400000 Euro müssten wohl für das moderne Verkehrsleitsystem ausgegeben werden. Sensoren, die an den Zoo-Parkplätzen anzubringen wären, wären ein teurer Aspekt.

Bis zu 300 Euro würde wohl ein einzelner Sensor kosten. Zu den Ausgaben gehören ferner die Sensortechnik und das elektronische Management der vorliegenden Daten. Sprich, wie gelangen dann die Informationen an die anreisenden Zoo-Besucher.

Pintsch sagt, dass die Stadträte demnächst über den weiteren Verfahrensweg zu entscheiden haben. Das Verkehrsleitsystem ist ein Beispiel, wie die Digitalisierung Einfluss auf Abläufe in der Verwaltung nehmen könnte. Zwei andere populäre Punkte nennt der Stadtdirektor.

„Sprechende“ Mülltonnen: Laut Pintsch wäre es denkbar, speziell Müllbehälter in Naherholungsgebieten (Wertach, Lech, Siebentischwald) ebenfalls mit Sensoren auszustatten. Die Technik würde signalisieren, sobald die Mülleimer befüllt sind. Mitarbeiter der Stadt hätten in diesem Fall dann die Möglichkeit, die Stellen abzufahren.

„Fühlende“ Bäume: Ein vergleichbares Modell ist auch für Bäume denkbar. Auch sie könnten mit Sensoren ausgestattet werden. In diesem Fall würde die Anzeige darüber informieren, wenn die Bäume gegossen werden sollen. Pintsch sagt, dass natürlich nicht jeder Baum mit dieser Technik ausgestattet wäre: „Es geht in erster Linie um Bäume in der Innenstadt, bei denen schnell der Eindruck entsteht, dass sie zu selten gegossen werden.“

Hören Sie sich dazu auch unseren Podcast zur Verkehrssituation in Augsburg an:  

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14.08.2019

400.000 Euro für die neue Digitaltechnik ist nicht wenig, wenn man berücksichtigt, dass zusätzlich Wartungskosten anfallen und die Technologie irgendwann veraltet sein wird.

Aber auch die Kosten für das bisherige Verkehrskonzept von 1.500 bis 2.000 Euro pro Einsatztag sind kein Pappenstiel (sind die die Einnahmeausfälle auf der Buslinie 32 schon einberechnet?). Zwischen Mitte April und Mitte September gibt es rund 50 Sams-, Sonn- und Feiertage. Wenn auch nur jeder zweite davon so sonnig und warm ist, dass der Sicherheitsdienst zum Einsatz kommt, sind das Kosten von über 40.000 Euro pro Jahr.

Wer bezahlt das eigentlich? Die Steuerzahler*innen oder die Zoo-Besucher*innen?

Es besuchen knapp 700.000 Menschen jährlich den Zoo, d.h. jede*r Besucher*in müsste sich mit gerade mal 6 Cent an den Mehrkosten beteiligen. Dass man dort kostenlos Parken kann, ist in der heutigen Zeit ein ziemlicher Luxus. In Nürnberg kosten die Parkplätze am Zoo 2 €, in München 4 € und in Stuttgart bis zu 5 €.

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